Zuletzt aktualisiert am
Auch Bayreuther Apotheken beteiligen sich an bundesweiter Protestaktion
Wer heute Mittag (17.12.) eine Apotheke betritt, könnte im Dunkeln stehen – zumindest symbolisch. Bundesweit setzen Pharmazeuten ein deutliches Zeichen gegen die aktuelle Gesundheitspolitik. Auch in Oberfranken beteiligen sich zahlreiche Betriebe am sogenannten „Versorgungsblackout“.
Symbolischer Blackout: Ein Hilferuf der Pharmazeuten
Die Aktion, bei der heute Mittag kurzzeitig die Lichter gelöscht werden, dient als Mahnung. Die Apotheken wollen zeigen, was passiert, wenn die Rahmenbedingungen für inhabergeführte Betriebe weiterhin so schlecht sind. Geschlossen werden die Apotheken deshalb aber nicht. Der Verkauf geht normal weiter. Nur eben mit Notbeleuchtung.
Massive Diskrepanz: Kosten steigen, Honorare stagnieren
Der Kern des Protests liegt in der wirtschaftlichen Schieflage. Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des Deutschen sowie des Bayerischen Apothekerverbands (Kulmbach), betont:
„Die Zahl der Apotheken ging von 2013 bis 2025 um 19 Prozent zurück. Die Kosten einer durchschnittlichen Apotheke sind von 2013 bis 2024 um 65 Prozent gestiegen. Das Festhonorar für die Apotheke bei jeder Abgabe eines rezeptpflichtigen Medikaments ist seit 2013 unverändert bei 8,35 Euro geblieben. „
Besonders brisant: Die letzte signifikante Erhöhung des Apothekenhonorars liegt bereits über ein Jahrzehnt zurück. Angesichts von Inflation und steigenden Personalkosten kämpfen viele Standorte ums Überleben.
Gebrochene Versprechen: Kritik an der Bundesregierung
Die Enttäuschung innerhalb der Branche richtet sich direkt gegen Berlin. Zwar haben Union und SPD im Koalitionsvertrag eine Stärkung und Honoraranpassung für Apotheken festgeschrieben, doch im aktuellen Entwurf der Apothekenreform fehlt von diesen Zusagen jede Spur. Die Apotheker fordern nun den notwendigen Druck auf die Bundespolitik, um die finanzielle Basis der Betriebe langfristig zu sichern.
Zusammenfassung der Forderungen:
- Anpassung des Honorars: Ein Ausgleich für die massiven Kostensteigerungen der letzten zehn Jahre.
- Verlässlichkeit: Umsetzung der im Koalitionsvertrag versprochenen Maßnahmen.
- Sicherung der Vor-Ort-Versorgung: Stopp des Apothekensterbens, um die Wege für Patienten kurz zu halten.











Was macht die Polizei an der ZOH? Bild: bt-Redaktion
Bei einem Überholmanöver hat ein Lkw-Fahrer ein Auto nicht beachtet. Symbolbild: Pixabay