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Ausbildungsplätze in Oberfranken: Azubis fehlen noch
Kurz vor dem offiziellen Ausbildungsstart am 1. September fehlt in Oberfranken vielerorts der Nachwuchs. Die IHK für Oberfranken Bayreuth macht deutlich: Wer noch sucht, kann auch nach diesem Datum einen Platz sichern. Über 3.000 Ausbildungsplätze in der Region sind aktuell noch unbesetzt.
Unabhängig von der reinen Zahl der Ausbildungsplätze im Vergleich zu den letzten Jahren steht schon jetzt fest: Der Nachwuchs fehlt. Die IHK für Oberfranken Bayreuth macht deutlich, dass Bewerberinnen und Bewerber selbst nach dem offiziellen Start noch gute Chancen haben. Wer sich jetzt bewirbt, kann demnach durchaus noch einen Ausbildungsplatz und damit den Einstieg in eine Karriere sichern.
Ausbildungsplätze in Oberfranken: Noch viele Chancen offen
„Eine Ausbildung ist kein Rückfallplan für schwächere Schülerinnen und Schüler“, betont IHK-Präsident Michael Waasner.
Genau dieses Vorurteil könnte viele junge Menschen abschrecken, weil sie befürchten, später weniger zu verdienen. Waasner widerspricht dem: „Sie ist der direkte Weg in ein sicheres Arbeitsverhältnis mit einem Lebensarbeitseinkommen auf dem Niveau von Hochschulabsolventinnen und -absolventen, vor allem bei anschließender Weiterbildung.“
„Die meisten der Unternehmen, die noch Auszubildende suchen, stellen auch noch nach dem Beginn des Ausbildungsjahres zum 1. September ein“, macht Waasner deutlich.
Sein Rat an Suchende: „Wer noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz ist, Bewerbungen lohnen sich auf jeden Fall noch.“
Drei Gründe, warum es für Unternehmen gerade schwer ist
Laut IHK gibt es aktuell drei Entwicklungen, unter denen die Unternehmen in Oberfranken leiden. Zum einen sorgt der schleppende Konjunkturverlauf in einigen Bereichen bereits für eine echte Strukturkrise. Zum anderen bewerben sich Schulabgängerinnen und Schulabgänger zunehmend später, was Unternehmen die Planung erheblich erschwert.
Hinzu kommt die demografische Entwicklung. Auf jeden Berufseinsteiger kommen aktuell zwei Personen, die in den Ruhestand gehen. Nachwuchskräfte gewinnen dadurch weiter an Bedeutung.
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Die Zahlen im Überblick
Bis zum 31. Juli haben in Oberfranken 1.940 junge Menschen einen neuen Ausbildungsvertrag unterschrieben. Das sind 32 mehr als im Vorjahr, aber immer noch 315 weniger als im Jahr 2024. Je nach Region und Branche sieht die Entwicklung dabei sehr unterschiedlich aus.
Trotzdem gibt es noch viel Luft nach oben: Über 3.000 Ausbildungsplätze in Oberfranken sind aktuell noch nicht besetzt.
„Ginge es nach den Unternehmen, würden diese gerne noch viel mehr Auszubildende einstellen“, sagt Waasner dazu. Sein Fazit: „Unseren Betrieben fehlt nicht der Wille auszubilden, ihnen fehlt der Nachwuchs!“
Industrie bildet weniger aus als in den Vorjahren
Bricht man die IHK-Zahlen auf einzelne Branchen herunter, zeigen sich teils starke Schwankungen von Jahr zu Jahr. „Um diesen Zufällen etwas entgegenzuwirken, erfolgt in der nachfolgenden Analyse immer ein Vergleich der aktuellen Zahlen 2026 mit dem Mittelwert der Ausbildungszahlen 2024 und 2025″, erläutert IHK-Pressesprecher Peter Belina.
Ein Blick auf die drei Hauptgruppen zeigt: Dienstleistungen sowie Handel und Tourismus blieben stabil. Die Industrie hat bis zum 31. Juli dagegen rund 13 Prozent weniger Auszubildende eingestellt als im Schnitt der beiden Vorjahre.
Besonders deutlich zeigt sich der Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Lage und Ausbildungsverträgen bei den Automobilzulieferern, dem wichtigsten Arbeitgeber Oberfrankens. Bei den 20 größten Ausbildungsbetrieben der Branche brach die Zahl der Auszubildenden regelrecht ein, das Minus betrug 43 Prozent, besonders stark zwischen 2024 und 2025.
„Ganz wichtig in diesem Zusammenhang: Es sind knapp zwei Handvoll Unternehmen, die einen derart radikalen Schnitt vornehmen mussten“, ordnet Belina ein. „Die restlichen Automobilzulieferer verzeichnen eine stabile, allenfalls leicht negative Entwicklung.“
Branchenunterschiede im Überblick
Unter allen Branchen mit mindestens 20 Neueintragungen im laufenden Jahr fallen vier Branchen mit deutlichem Rückgang sowie acht Branchen mit spürbarem Zuwachs auf. So verteilen sich die Entwicklungen im Detail:
Branchen mit Rückgang:
Hersteller chemischer Erzeugnisse: minus 51 Prozent auf 20 Neueintragungen
Unternehmensnahe Dienstleistungen: minus rund 40 Prozent auf 52 Neueintragungen
Datenverarbeitung, Optik und Elektro: minus rund 25 Prozent
Maschinenbau: minus rund 25 Prozent
Branchen mit Zuwachs:
Lagerei: plus 18 Prozent auf 86 Neueintragungen
Landverkehr: plus 69 Prozent auf 21 Neueintragungen
Dienstleistungen für Unternehmen und Privatpersonen: plus rund ein Viertel
Textilhersteller, Energieversorger, Finanzdienstleister und Papierhersteller: jeweils plus 10 Prozent oder mehr
Noch unbesetzte Ausbildungsplätze zum 31. Juli:
Unternehmensnahe Dienstleistungen: etwa ein Viertel unbesetzt
Übrige Ausbildungsberufe: rund ein Drittel unbesetzt
Logistik- und Textilsektor: rund 40 Prozent unbesetzt
Papierhersteller: rund 75 Prozent unbesetzt
Die meisten Neueintragungen insgesamt:
Einzelhandel: 371
Gastgewerbe: 181
Automobilzulieferer: rund 170
Finanzdienstleistungen: 110
Großhandel: 108












Symbolbild: Pixabay
Blick in die Mannschaftskabine des Eisstadions, deren Einrichtung nun die Stadt Bayreuth erwirbt. | Foto: Stadt Bayreuth