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Ausschuss beschäftigt sich erneut mit dem RIZ: Konzept wird konkreter
Das Regionale Gründer- und Innovationszentrum (RIZ) in Bayreuth nimmt die nächste Hürde. Der Haupt- und Finanzausschuss hat das vorgelegte Betriebskonzept zur Kenntnis genommen und die Verwaltung beauftragt, gemeinsam mit dem Landkreis die rechtlichen Grundlagen für die spätere Betreibergesellschaft auszuarbeiten. Ziel bleibt eine Eröffnung im zweiten Halbjahr 2028.
Update: In der Kreisausschuss-Sitzung vom 23. Juni 2026 wurde beschlossen das Regionale Gründer- und Innovationszentrum als GmbH zu führen. Der Beschluss ist vorbehaltlich der Entscheidung des Finanzamtes und muss am Freitag noch vom Kreistag bestätigt werden. Ein Gutachter hatte diese Rechtsform statt eines Zweckverbandes, eines Vereins oder einer gGmbH empfohlen. Die Verwaltung soll nun gemeinsam mit der Stadt die Gründung der Gesellschaft vorbereiten.
In der Sitzung am 17. Juni standen vor allem der Zeitplan, die geplanten Leistungen des Zentrums und die künftige Organisationsstruktur im Mittelpunkt. Gleichzeitig wurde deutlich: Während CSU, SPD, BG und FDP das Projekt weiterhin unterstützen, äußerten Grüne und AfD erneut grundsätzliche Bedenken.
Gründerzentrum Bayreuth: Diese Leistungen soll das RIZ bieten
Das Betriebskonzept wurde von dem Organisationsentwickler Prof. Frens Kroeger erarbeitet. Es sieht fünf aufeinander aufbauende Leistungsbereiche vor.
Am Anfang stehen Infrastruktur und Basisdienste. Sie sollen Gründern organisatorische Aufgaben abnehmen und ihnen ermöglichen, sich auf ihre Geschäftsidee zu konzentrieren. Darauf folgen Programme und Weiterbildungen, die Wissen vermitteln und Innovationskompetenzen stärken sollen.
Ein weiterer Baustein ist die individuelle Beratung und Begleitung von Gründungs- und Innovationsvorhaben. Hinzu kommen Veranstaltungen und Netzwerke, die Unternehmen, Wissenschaft und Gründer miteinander verbinden sollen.
Als fünfter Bereich sind Erprobungs- und Umsetzungsangebote vorgesehen. Dabei soll das Zentrum selbst nicht alle Leistungen anbieten, sondern vor allem koordinieren und bestehende Angebote vernetzen.
Kroeger bezeichnete die Vernetzung als einen zentralen Bestandteil des Konzepts. Das RIZ solle Gründer und Unternehmen „auf ihrer gesamten Innovation Journey“ begleiten und keine Konkurrenz zu bestehenden Einrichtungen aufbauen.
Gremienstruktur wird verschlankt
Gegenüber früheren Planungen wurde die Organisationsstruktur vereinfacht. Zwei ursprünglich vorgesehene Gremien werden zusammengelegt.
Nach Angaben Kroegers fallen dadurch keine Aufgaben weg. Ziel sei es vielmehr, Verwaltungsaufwand und Bürokratie zu reduzieren. Die fachliche Beratung und die strategische Steuerung würden künftig enger zusammenarbeiten.
Die Änderung sei möglich geworden, nachdem sich herausgestellt habe, dass die ursprünglich angenommene Fördervorgabe für ein zusätzliches Gremium nicht erforderlich sei.
Zeitplan: „Day Zero“ für September 2028 vorgesehen
Im Betriebskonzept wird erstmals ein konkreter Fahrplan bis zur Eröffnung skizziert.
Geplanter Zeitplan für das RIZ
- Grundsatz- und Trägerentscheidungen: bis März 2027
- Rechtliche Gründung: bis Juni 2027
- Aufbau von Governance und Gremien: bis September 2027
- Aufbau von Strukturen und Infrastruktur: Anfang 2028
- Pre-Opening- und Aufbauphase: bis September 2028
- Offizieller Start („Day Zero“): 1. September 2028
Anlaufphase: bis Dezember 2028
Kroeger betonte, das Gutachten solle nicht „ein paar Jahre in der Schublade liegen“, sondern als konkreter Fahrplan für die Umsetzung dienen.
Nach den Vorstellungen von Frens Kroeger soll das RIZ zunächst von einer Interimsgeschäftsführung aufgebaut werden. Diese Person soll die rechtliche und organisatorische Gründungsphase begleiten, die Gremienstruktur aufsetzen und die Voraussetzungen für den späteren Betrieb schaffen. Erst anschließend soll eine dauerhafte Geschäftsführung bestellt werden, die das Gründerzentrum langfristig leitet und weiterentwickelt.
CSU sieht wichtigen Schritt für die Region
Für die CSU lobte Stefan Specht das Konzept. Besonders hob er einen Satz hervor, der das Ziel des Projekts zusammenfasse: Es gehe um die Schaffung einer „Wertschöpfungskette von Forschung, Lehre, Transfer, Gründung, Qualifizierung, Kooperation und Innovation“.
Specht interessierte vor allem die Rolle eines geplanten „Labs“ im Landkreis. Dieses solle nach Ansicht Kroegers nicht lediglich eine Außenstelle des Bayreuther Zentrums werden. Stattdessen müssten beide Einrichtungen unterschiedliche Schwerpunkte entwickeln und sich gegenseitig ergänzen.
SPD: Chance nutzen und später nachsteuern
Thomas Bauske (SPD) sprach sich ebenfalls für das Vorhaben aus. Besonders gefiel ihm ein Satz aus dem Konzept: „Weniger Rückgänge und mehr Dynamik.“
Er sehe in dem Projekt eine Chance für die Region. Viele Entwicklungen würden sich erst zeigen, wenn das Zentrum tatsächlich arbeite. Dann könne man bei Bedarf nachsteuern.
Grüne stimmen zu, bleiben aber skeptisch
Deutlich kritischer äußerte sich Klaus Wührl-Struller (Grüne). Zwar bescheinigte er dem Konzept, es habe „Hand und Fuß“, dennoch bleibe seine Fraktion skeptisch.
Seine Sorge: Der organisatorische Überbau könnte potenzielle Gründer abschrecken. Wührl-Struller formulierte seine Vorstellung:
„Hier hast du eine Garage, geh da rein, bastel was und werde der oberfränkische Bill Gates.“
Stattdessen sehe er im Konzept viele Verwaltungs- und Organisationsstrukturen. Er warnte davor, dass einfache Gründungsideen in einem komplexen System untergehen könnten.
Kroeger widersprach. Das Zentrum solle Gründer gerade entlasten. Wer schon einmal gegründet habe, wisse, wie viel Verwaltungsaufwand dabei anfalle. Das RIZ solle diesen Aufwand reduzieren, nicht erhöhen.
Diskussion um Interimsgeschäftsführer
Ein weiterer Diskussionspunkt war die geplante Interimsgeschäftsführung.
Wührl-Struller fragte, ob es sinnvoll sei, zunächst eine Übergangslösung einzusetzen und später eine neue Geschäftsführung zu suchen. Kroeger sprach sich klar für zwei unterschiedliche Personen aus.
Der Interimsgeschäftsführer solle die Strukturen und Gremien aufbauen. Die spätere Geschäftsführung benötige dagegen ein anderes Profil und müsse das Zentrum dauerhaft führen.
Man wolle vermeiden, „dass sich die Katze selbst in den Schwanz beißt“. Die Person, die später die Organisation leite, solle nicht gleichzeitig deren Kontroll- und Entscheidungsstrukturen aufbauen, erklärt Kroeger.
Auch FDP-Stadträtin Luisa Funke-Barjak begrüßte die Lösung. Der Interimsgeschäftsführer müsse aus dem regionalen Wirtschaftsökosystem kommen und dürfe nicht politisch ausgewählt werden, betonte sie.
BG mahnt enge Zusammenarbeit mit dem Landkreis an
Karsten Schieseck (BG) bezeichnete das Gründerzentrum als Gemeinschaftsprojekt von Stadt und Landkreis. Deshalb müsse die weitere Ausgestaltung auf Augenhöhe erfolgen.
Fragen zur genauen Ausgestaltung möglicher Außenstellen sollten nach seiner Ansicht gemeinsam mit dem Landkreis geklärt werden. Der Erfolg des Projekts hänge davon ab, dass es tatsächlich regional gedacht werde.
AfD lehnt Projekt wegen Kosten ab
Als einzige Fraktion kündigte die AfD ihre Ablehnung an.
Maximilian Maul stellte die grundsätzliche Notwendigkeit des Zentrums infrage. Bereits heute gebe es mit dem Institut für Entrepreneurship und weiteren Angeboten Unterstützung für Gründer.
Vor allem die Kosten seien problematisch. Maul fragte, ob sich das Zentrum langfristig überhaupt kostendeckend betreiben lasse.
Bernhard Sippel von der Wirtschaftsförderung verwies auf frühere Beschlüsse. Nach aktuellen Berechnungen liege die durchschnittliche Belastung bei rund 156.000 Euro pro Jahr und Partner – also jeweils für Stadt und Landkreis. Grundlage sei ein Betrachtungszeitraum von 15 Jahren entsprechend der Förderbedingungen.
Die Kostenrechnung wurde bereits bei den Letzten Vorstellung des Betriebskonzept angesprochen. Stadtrat Stephan Müller äußerte sich skeptisch zu der Einnahmenkalkulation. Pro Jahr sollen die Gesamt kosten auf rund 419 Tausend euro laufen, die Zuschüsse von Stadt und Landkreis liegen bei 312 Tausend. Den Rest rund 134.000 Euro aus der Vermietung an Gründer, etwa 35.000 Euro aus Vermietungen an Innovationsmieter sowie rund 28.000 Euro aus Veranstaltungen.
Oberbürgermeister Andreas Zippel machte deutlich, dass die finanzielle Kontrolle bei den kommunalen Trägern bleiben werde. Sollte eine GmbH gegründet werden, müsse diese innerhalb des vorgegebenen Wirtschaftsplans arbeiten. So sollen zusätzliche oder unerwartete Kosten vermieden werden.
Ausschuss stimmt mehrheitlich zu
Am Ende nahm der Haupt- und Finanzausschuss das Betriebskonzept zur Kenntnis und beauftragte die Verwaltung, gemeinsam mit dem Landkreis die nächsten Schritte vorzubereiten.
Gegen den Beschluss gab es zwei Gegenstimmen aus der AfD. Damit kann die nächste Phase der Vorbereitung für das Regionale Gründer- und Innovationszentrum beginnen. Bis zur geplanten Eröffnung („Day Zero“) am 1. September 2028 stehen jedoch noch zahlreiche organisatorische, rechtliche und personelle Entscheidungen an.












Heilquellenschutzgebiet in Laineck: Die blaue Grenze markiert Bereiche mit Verboten oder strengen Auflagen zum Schutz vor Schadstoffen im Boden und Grundwasser. Die rote Grenze schützt den tiefen Untergrund; Bohrungen sind dort stark eingeschränkt oder verboten, um die Heilwasserquellen nicht zu gefährden. Karte mit KI erstellt © OpenStreetMap.org/copyright
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