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Ausstellung in St. Georgens abbruchreifer Scheune
Eine zum Abriss vorgesehene Scheune wird für kurze Zeit noch zur Bühne einer ungewöhnlichen Geschichte. Die Ausstellung in St. Georgens Scheune in der Hinteren der Kirche 11 inszeniert das Gebäude als begehbares Schiff namens „Anarchie“ samt ihrem Hafen, dem Garten. Wer die einmalige Installation von Matthias Sollheim erleben möchte, sollte sich beeilen, denn schon am Sonntag, den 2. August 2026, endet die Schau.
Ausstellung in St. Georgens abbruchreifer Scheune erzählt Geschichte eines Tribunals
Künstler Matthias Söllheim beschreibt sein Werk als Gesamtinstallation, die keine bloße Kulisse bietet. Wer das Tor durchschreitet, befindet sich seinen Worten nach direkt an Bord des Schiffs. Über sechs Decks entfaltet sich dabei die Geschichte einer Meuterei, die laut Söllheims Erzählung vor rund 13.000 Jahren das Gleichgewicht zwischen Sein und Nichts durcheinanderbrachte.
Auf Deck 1 und Deck 2 zeigen fünf weitere Künstler Gemälde, Fotografien und Skulpturen, die zur Mannschaft der Anarchie gehören. Deck 3 versammelt sieben verbannte Zeugen, während im Hauptsaal auf Deck 4 sechs Hauptkläger sowie ein Verurteilter über das Tribunal verhandeln. Auf Deck 5 folgen weitere Nebenkläger, bevor Deck 6 als Asservatenkammer nur mit Taschenlampen erkundet werden kann.
Zwei Jahre Bauzeit für ein Projekt aus 45 Jahren Lebenszeit
Söllheim betont, dass die Fotografien der Installation nur einen kleinen Eindruck vermitteln können. Die eigentliche Wirkung entstehe erst dadurch, dass das gesamte Gebäude Teil der Erzählung geworden sei. Auf den ersten Blick wirke vieles chaotisch, tatsächlich stecke jedoch eine durchdachte Struktur dahinter, wie der Künstler erklärt.
Rund 45 Jahre sei die Idee zu diesem Projekt in ihm gereift, der eigentliche Bau habe etwa zwei Jahre gedauert. Söllheim setzte die Installation eigenen Angaben zufolge allein um, mit wenig finanziellen Mitteln und kaum Unterstützung. Bislang seien alle Besucher überwältigt gewesen, sogar eine Schulklasse habe die Arbeit auf Wunsch ihres Lehrers besucht, statt wie geplant den Hofgarten anzusteuern.
Persönliche Führungen bis zum letzten Ausstellungstag möglich
Die Installation ist noch bis einschließlich Sonntag, den 2. August 2026, kostenlos zugänglich. Nach vorheriger Kontaktaufnahme bietet Matthias Söllheim (0162 868 4103) bis dahin an jedem Tag eine persönliche Führung durch das Tribunal an. Auf Wunsch ist sogar eine nächtliche Führung möglich.
Wer spontan Lust auf ein ungewöhnliches Kunsterlebnis hat, findet in St. Georgen also noch eine letzte Gelegenheit dazu. Söllheim selbst ist überzeugt, dass ihm keine vergleichbare Arbeit bekannt ist, die eine ganze Scheune samt Garten so konsequent in eine begehbare Geschichte verwandelt.











Symbolbild: Feuerwehr, ausgefahrene Drehleiter ©Pixabay
Symbolbild: Pexels/Brent Keane