Zuletzt aktualisiert am
Badeunfall im Nichtschwimmerbecken: Achtjähriger Junge im Klinikum verstorben
Ein Nachmittag im Freibad, der für einen Achtjährigen letztendlich tödlich endet: Am Freitagabend haben Badegäste im Freibad Naila (Landkreis Hof) einen Jungen leblos aus dem Wasser gezogen. Ersthelfer reanimierten das Kind noch vor Ort. Nun ist der Junge im Krankenhaus verstorben.
Was ist im Freibad Naila passiert?
Gegen 17 Uhr am Freitag entdeckten Badegäste den Jungen leblos im Wasser des Nichtschwimmerbeckens. Mehrere Ersthelfer und die Badeaufsicht zogen ihn sofort heraus und begannen mit der Wiederbelebung. Unter laufender Reanimation kam der Junge ins Krankenhaus.
Heute vermeldete das Polizeipräsidium Oberfranken, dass der Junge am Montagmorgen im Klinikum verstorben ist.
Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist noch unklar. Die Kriminalpolizei Hof hat nun die Ermittlungen zum Unfallhergang übernommen.
Zeugen, die Angaben zum Geschehen machen können sind angehalten, sich bei der Polizei Naila zu melden. Hinweise nimmt die Dienststelle unter der Telefonnummer 09282/97904-0 entgegen, wie das Polizeipräsidium Oberfranken mitteilt.
Wie oft müssen Bademeister in Bayern reanimieren?
Fälle wie dieser sind für das Personal in Freibädern keine Seltenheit. Uwe Kasel, stellvertretender Bäderleiter im Bayreuther Kreuzsteinbad, hat selbst schon mehrfach Gäste wiederbeleben müssen. Er beschreibt, wie schnell eine entspannte Situation kippen kann:
„Von einer Sekunde auf die andere kann etwas passieren.“
— Uwe Kasel, stellvertretender Bäderleiter im Kreuzsteinbad, laut Bayreuther Tagblatt
Auch wenn Bademeister am Beckenrand oft gelassen wirken: Sie sind laut eigener Aussage durchgehend hochkonzentriert, weil sich die Lage jederzeit ändern kann.
Wie gefährlich ist Ertrinken für Kinder in Deutschland?
Der Fall aus Naila reiht sich in eine bundesweite Entwicklung ein, die der DLRG seit Jahren Sorgen bereitet. Nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft sind im vergangenen Jahr bundesweit mindestens 299 Menschen ertrunken. Besonders gefährdet sind laut DLRG Kinder im Grundschulalter, die noch nicht sicher schwimmen können – und deren Zahl seit der Pandemie deutlich gestiegen ist.
Genau dieses Problem haben Bayreuther Stadträte bereits 2021 öffentlich gemacht. Die Bayreuther Grünen forderten damals kostenlose Schwimmkurse für Grundschulkinder, weil immer mehr Kinder ohne Schwimmabzeichen die Grundschule verlassen. Ob und wie gut der Junge in Naila schwimmen konnte, ist derzeit noch nicht klar. Fest steht nur, dass er sich im Nichtschwimmerbecken aufgehalten hat.
Wie sicher sind Bayreuths Freibäder für Kinder?
Auch in Bayreuth und der Region gilt: Ein Nichtschwimmerbecken schützt nicht automatisch vor dem Ertrinken, wenn Kinder unbeaufsichtigt sind. Wer den Sommer in einem der Freibäder in Bayreuth und Umgebung verbringt, sollte Kinder im Wasser deshalb nie aus den Augen lassen – unabhängig davon, wie flach das Becken ist. Regelmäßige Schwimmkurse, etwa bei der DLRG, gelten als wichtigster Schutz vor genau solchen Unfällen.
Häufige Fragen
Was ist im Freibad Naila passiert?
Ein acht Jahre alter Junge trieb am Freitagabend leblos im Nichtschwimmerbecken. Badegäste und die Badeaufsicht zogen ihn heraus und reanimierten ihn, bevor er in ein Krankenhaus kam.
Wie geht es dem Jungen aktuell?
Nach Angaben der Polizei ist sein Gesundheitszustand weiterhin kritisch.
Sind die Unfallumstände geklärt?
Nein, die genauen Umstände sind noch unklar. Die Polizei Naila ermittelt und sucht Zeugen.
An wen kann ich mich wenden, wenn ich etwas beobachtet habe?
Zeugen können sich unter der Telefonnummer 09282/97904-0 bei der Polizei Naila melden.
Wie kann ich mein Kind vor dem Ertrinken schützen?
Kinder im Wasser nie unbeaufsichtigt lassen – auch nicht im Nichtschwimmerbecken. Ein rechtzeitiger Schwimmkurs, etwa bei der DLRG, senkt das Risiko deutlich.












Die historische Wisenttalbahn ©Museen im Kulmbacher Mönchshof e. V.
Rofu Kinderland in Bayreuth ©bt-Redaktion