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Bald wird hier Bayreuther Hell gebraut: Ein Blick ins neue Brauhaus
Mega-Investition für Bayreuth: Das Bayreuther Brauhaus wächst. Wir durften vorab einen Blick hinter die Kulissen des neuen Bayreuther Brauhauses werfen, als auf dem Gelände noch gearbeitet und getestet wurde. Mit dabei: Jeff Maisel und Marc Goebel, Geschäftsführer Braubetrieb, der durch „sein neues Baby“, wie es bei der Begrüßung hieß, führte.
Wiese auf dem Dach, riesige Fensterfronten, neueste Technik und dazwischen hunderttausende Liter Bier: Ab Anfang November fließt hier Bayreuther Hell in Strömen. Am Stadtrand von Bayreuth baut Maisel beziehungsweise das Bayreuther Brauhaus eine Braustätte, in der künftig ausschließlich Bayreuther Hell entsteht. Dass man sowohl im Zeit- als auch im Kostenrahmen geblieben ist, freut Chef Jeff Maisel natürlich ganz besonders.
500.000 Hektoliter Bayreuther Hell pro Jahr
Herzstück des Neubaus ist das Sudhaus mit seinen charakteristischen Kupfergefäßen: Läuterbottich, Maischebottich, Würzepfanne und Sudkessel. „Wir sind jetzt oben quasi im Herzstück einer Brauerei, im Sudhaus mit den Sudgefäßen“, erklärt Goebel beim Rundgang über den Besuchersteg, der später einmal für Gästegruppen geöffnet sein soll. Eine Gastronomie soll es an diesem Standort nicht geben, aber Mitarbeiter und Besucher können sich an einer langen Bar im Eingangsbereich erfrischen.
Die neue Anlage ist auf eine Jahreskapazität von 500.000 Hektolitern ausgelegt. Geplant und gebaut hat sie der Anlagenbauer Krones aus Neutraubling, Generalunternehmer ist die Bayreuther Firma W. Markgraf, Architekt ist Phase 5 aus Berlin. Gelagert wird das Bier in riesigen Tanks mit je 2.300 Hektolitern Fassungsvermögen – wegen der Gärschaumbildung sind sie aber nie randvoll befüllt, erklärt Marc Goebel.
Zwei-Stufen-Energiekonzept mit Hackschnitzeln
Auffällig schon von außen: eine Hackschnitzelanlage für den Hochtemperaturbereich, kombiniert mit Wärmepumpen für den Rest des Betriebs. Zwischen den Produktionsschritten wird die Energie mehrfach zurückgewonnen – Goebel nennt es eine „Energieschaukel“: Rücklaufwärme aus einem Prozess wärmt gezielt den nächsten vor. Auch die Abwärme der Kälteanlage fließt zurück in die Wärmepumpe. Ergänzt wird das Konzept durch Solarpanels auf dem Dach und ein Regenrückhaltebecken, das Wasser vom begrünten Dach auffängt. „Effizienz und Nachhaltigkeit hat für uns eine hohe Priorität – wenn wir noch zwei Windanlagen irgendwann in der Nähe aufstellen können, sind wir energieneutral“, betont Jeff Maisel.
Spiegelnde Fassade, hügeliges Gründach
Von außen fällt vor allem die silbrig-grüne Fassade auf: Alu-Spiegelpanele in einem exakt berechneten Winkel, damit sich Himmel und Landschaft darin spiegeln – und Vögel die Fläche dennoch sicher erkennen. Das Dach ist kein flaches Gründach, sondern bewusst hügelig angelegt, mit Wegen, Gebüschen und Bäumen. Bienenstöcke sollen dort einziehen, eventuell auch Schafe zur Pflege der Flächen. Ziel ist, dass sich die Dachlandschaft optisch nahtlos an die umliegenden Streuobstwiesen anschließt.
40.000 Flaschen pro Stunde und Arena-Aufstellung
In der künftigen Abfüllhalle werden Flaschen gewaschen, per Inspektionsmaschine auf Sauberkeit und Beschädigungen geprüft, befüllt, mit Kronkorken verschlossen und etikettiert. Bei voller Auslastung sollen bis zu 40.000 Flaschen pro Stunde durch die Anlage laufen. Wohlgemerkt zusätzlich zur bisherigen Kapazität. 35 neue Mitarbeitende sollen am Standort hinzukommen, alle Beschäftigten sollen künftig standortübergreifend eingesetzt werden können.
Der lange Weg bis zur Eröffnung
Ganz reibungslos verlief die Planung nicht. Anwohnerinitiativen versuchten, den Bau des Gewerbegebiets Oberobsang juristisch zu stoppen – mit dem Argument, eine Industriebrauerei passe nicht in die Nähe von Wohnbebauung. Das Verwaltungsgericht Bayreuth wies die Klage jedoch ab. Schon 2024 hatte die Diskussion um den Bebauungsplan den Bayreuther Stadtrat beschäftigt, wie unsere Redaktion damals berichtete.
Beim Rundgang zeigte sich Maisel gelassen mit Blick auf die Kritiker: Man habe die längere Planungszeit letztlich genutzt und würden Anwohnerinnen und Anwohner gerne auch bald persönlich im neuen Brauhaus begrüßen.
Was Besucher erwartet
Eine eigene Gastronomie wird es im neuen Brauhaus nicht geben – dafür einen Besucherbereich mit Shop für Merchandise sowie einen Steg, von dem aus Gruppen das Sudhaus und später auch die Abfüllung von oben sehen können. Die Betreiber rechnen mit Gästen aus ganz Deutschland und dem Ausland, die dem Bayreuther Hell bei der Entstehung zusehen wollen – ähnlich wie es von Brauereitouren im Ausland bekannt ist.
Offiziell eröffnet wird die neue Braustätte am 9. Oktober mit einem Festakt für geladene Gäste, am selben Abend startet die Herbstkerwa für alle Bayreutherinnen und Bayreuther. Den ersten Sud gibt es dort aber erst ab Anfang November – bis dahin laufen noch die letzten Tests der Anlage. Hier kannst Du sehen wie das Brauhaus von innen aussieht:
Häufige Fragen
Wann eröffnet das neue Bayreuther Brauhaus?
Die offizielle Eröffnung mit Festakt ist für den 9. Oktober 2026 für geladene Ehrengäste geplant, im Anschluss startet die Bayreuther Brauhaus Herbstkerwa in der Rotmainhalle. Gebraut wird am neuen Standort erst ab Anfang November.
Was wird im neuen Bayreuther Brauhaus gebraut?
Ab Anfang November wird in Oberobsang ausschließlich Bayreuther Hell gebraut und abgefüllt, mit einer Jahreskapazität von rund 500.000 Hektolitern.
Kann man das neue Brauhaus als Besucher besichtigen?
Voraussichtlich ab November 2026 wird es Gruppenführungen durch das Bayreuther Brauhaus geben. Einzelbesucher werden die Brauerei ab dem Frühjahr 2027 besuchen können. Die Führung bringt Besuchende auf eine Empore in neun Metern Höhe über dem Sudhaus. Von dort aus hat man einen fantastischen Rundumblick auf die Brauanlagen.
Warum gab es Streit um den Bau?
Anwohnerinitiativen klagten gegen das Gewerbegebiet Oberobsang, weil sie eine Industriebrauerei für unpassend hielten. Das Verwaltungsgericht Bayreuth wies die Klage ab.












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