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Bangen um den Bindlacher Baumarkt – Kündigungen ausgesprochen
Für die BayWa Bau & Garten-Filiale in Bindlach gibt es weiterhin keine Zukunftslösung. Das geht aus einer aktuellen Mitteilung der Sanierungsgeschäftsführung von HELLWEG und BayWa Bau & Garten vom 28. August 2026 hervor. Der Markt steht damit auf der Liste jener Standorte, für die bislang kein Investor gefunden wurde – mit direkten Folgen für die Beschäftigten vor der Tür Bayreuths.
Was Mitte Juni als Insolvenzantrag eines Dortmunder Baumarktkonzerns begann, ist in Bindlach längst persönlich geworden: Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Marktes wurde vorsorglich gekündigt, wie es in der Mitteilung heißt. Ob der Markt am Ende doch noch übernommen wird oder bis Ende November schließen muss, ist weiterhin offen.
Warum ausgerechnet der Bindlacher Markt betroffen ist
Der BayWa Bau & Garten in Bindlach gehört zur BayWa Bau- & Gartenmärkte GmbH & Co. KG, zu der insgesamt 46 Bau- und Gartenmärkte im süddeutschen Raum sowie ein Online-Shop zählen. Für das Unternehmen sind rund 1.300 Mitarbeitende tätig. Wichtig zur Einordnung: Diese Gesellschaft ist keine Konzerngesellschaft der BayWa AG, wie die Geschäftsführung ausdrücklich betont. Das eigentliche Insolvenzverfahren betrifft die HELLWEG Die Profi-Bau- & Gartenmärkte GmbH & Co. KG aus Dortmund, zu der die BayWa Bau & Garten-Märkte gehören – beide Gesellschaften hatten Mitte Juni 2026 beim Amtsgericht Essen gemeinsam ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt.
Als Grund für die schwierige Lage nennt die Geschäftsführung ein seit Jahren herausforderndes Marktumfeld: Lieferkettenengpässe, geopolitische Unsicherheiten, eine allgemeine Konsumzurückhaltung, steigende Mieten sowie inflationsbedingte Kostensteigerungen hätten die Situation in den vergangenen Jahren zusätzlich verschärft.
Das sagt die Geschäftsführung zum aktuellen Stand
„Unser vorrangiges Ziel war und ist es, möglichst viele Standorte und damit möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Dass dies für einen Teil unseres Filialnetzes gelungen ist, ist angesichts der schwierigen Ausgangslage ein wichtiges Ergebnis des Investorenprozesses. Gleichzeitig bedauern wir sehr, dass sich nicht für alle Standorte eine Fortführungsperspektive abzeichnet.“
— Gerrit Hölzle, Co-Sanierungsgeschäftsführer von HELLWEG und BayWa Bau & Garten, laut Pressemitteilung vom 28. August 2026
Co-Geschäftsführer Karl-Friedrich Curtze erklärt die vorsorglichen Kündigungen für Standorte wie Bindlach so:
„Die vorsorglichen Kündigungen sind notwendig, um angesichts des laufenden Verfahrens für alle Beteiligten die erforderliche Planungssicherheit zu schaffen. Sie bedeuten zugleich nicht, dass die Bemühungen um weitere Lösungen eingestellt werden. Jede weitere Filiale, die erhalten werden kann, bedeutet zugleich eine Perspektive für die dort beschäftigten Menschen.“
— Karl-Friedrich Curtze, Co-Sanierungsgeschäftsführer, laut Pressemitteilung vom 28. August 2026
Kein Einzelfall in Bayern
Bindlach steht mit seiner unklaren Zukunft nicht allein da. Der Bayerische Rundfunk spricht von insgesamt 22 bislang nicht gesicherten Standorten von HELLWEG und BayWa Bau & Garten im Freistaat. Für elf andere bayerische BayWa-Standorte – darunter Bad Tölz, Poing und Wolfratshausen – zeichnet sich dagegen nach Angaben der Geschäftsführung bereits eine Fortführungslösung ab.
Wie geht es für die Beschäftigten weiter?
Für die Belegschaft in Bindlach bedeutet das zunächst: Der Geschäftsbetrieb läuft im Rahmen des laufenden Abverkaufs weiter. Löhne und Gehälter werden laut Geschäftsführung nach Auslaufen des Insolvenzgeldzeitraums bis einschließlich Ende November 2026 von HELLWEG und BayWa Bau & Garten weitergezahlt – unabhängig davon, ob am Ende ein Käufer gefunden wird. Findet sich bis dahin kein Investor, sollen die betroffenen Märkte zum Ende dieser Frist schließen. Im Schnitt arbeiten pro Filiale der beiden Unternehmen 30 bis 35 Menschen.
Für weitere Standorte laufen nach Angaben der Geschäftsführung noch Gespräche mit potenziellen Erwerbern. Ob und für welche zusätzlichen Filialen noch Lösungen erzielt werden können, steht derzeit nicht fest. Über weitere Ergebnisse des Investorenprozesses wollen die Verantwortlichen informieren, sobald entsprechende Vereinbarungen getroffen wurden. Unterdessen hat auch die Baumarktkette Obi angekündigt, bis zu zwölf Hellweg- und BayWa-Märkte in ihr eigenes Filialnetz integrieren zu wollen – welche das konkret sind, ist bislang offen.
Häufige Fragen
Ist die BayWa-Filiale in Bindlach von der Schließung bedroht?
Ja. Der Markt gehört laut der Mitteilung der Geschäftsführung zu den Standorten, für die es bislang keine Übernahmelösung gibt. Findet sich bis Ende November 2026 kein Investor, sollen die betroffenen Filialen schließen.
Warum ist der BayWa-Markt in Bindlach von einer HELLWEG-Insolvenz betroffen?
Die BayWa Bau & Garten GmbH & Co. KG hat gemeinsam mit der HELLWEG Die Profi-Bau- & Gartenmärkte GmbH & Co. KG aus Dortmund Mitte Juni 2026 ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Essen beantragt. Beide Unternehmen durchlaufen das Verfahren gemeinsam.
Hat die Insolvenz etwas mit der BayWa AG zu tun?
Nein. Die Geschäftsführung stellt in ihrer Mitteilung ausdrücklich klar, dass die BayWa Bau- & Gartenmärkte GmbH & Co. KG keine Konzerngesellschaft der BayWa AG ist.
Bleibt der Markt bis zu einer Entscheidung geöffnet?
Ja. Der Geschäftsbetrieb läuft nach Angaben der Geschäftsführung bis zu einer möglichen Schließung Ende November 2026 im Rahmen des laufenden Abverkaufs weiter.
Bekommen die Mitarbeiter noch ihr Gehalt?
Ja, Löhne und Gehälter sollen bis einschließlich November 2026 weiterhin von HELLWEG und BayWa Bau & Garten gezahlt werden.












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