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Barrierefreie E-Ladeinfrastruktur in Bayreuth: Herausforderungen, Lösungen und Zukunftspläne
von bt-Redaktion
E-Mobilität ist mehr als nur Strom tanken: Sie muss auch für alle zugänglich sein. In Bayreuth arbeiten die Stadtwerke an Lösungen, wie barrierefreie Ladesäulen Wirklichkeit werden können.
Bei der Sitzung des Behindertenbeirats verwies Reinhold Richter auf eine Ortsbegehung, bei der die Ladesäulen rund ums Rathaus auf ihre Nutzbarkeit für Rollstuhlfahrer geprüft wurden. Ratsmitglied Richard Kastner stellte fest, dass die neuen E-Ladesäulen für Rollstuhlfahrer oft nicht nutzbar sind. Probleme seien unter anderem zu hohe Displays, fehlender Platz zum Ein- und Ausstecken der Kabel sowie Poller („Watchsteine“) im Weg. Die älteren Ladesäulen seien dagegen besser zugänglich. Aus diesem Grund wurde Dirk Korth eingeladen, um über Lösungen zu sprechen.
Dirk Korth ist bei den Stadtwerken Bayreuth für den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur zuständig. Er koordiniert eng mit dem Tiefbauamt und dem Straßenverkehrsamt. Denn E-Mobilität betrifft nicht nur Technik, sondern auch Stadtgestaltung, Verkehrsrecht – und Barrierefreiheit.
Die Anforderungen an die Barrierefreiheit orientieren sich an gesetzlichen Vorgaben, DIN-Normen und den örtlichen Gegebenheiten. Dirk Korth betont:
„Wir wollen praktikable Lösungen, die auch tatsächlich nutzbar sind.“
Doch nicht immer lässt sich die Norm vollständig umsetzen. Die Frage lautet daher oft: Reicht Zweckmäßigkeit – oder braucht es immer die DIN-Konformität?
Die Antwort hänge vom Standort und den technischen Möglichkeiten ab. Die Zugänglichkeit müsse dabei stets mit Sicherheit und Wirtschaftlichkeit vereinbar sein.
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Technische und praktische Herausforderungen
Die Umsetzung barrierefreier Ladeinfrastruktur ist komplex. Mehrere Aspekte müssen gleichzeitig berücksichtigt werden:
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Breite und Zugänglichkeit der Parkflächen
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Wartung und Sicherheit der Ladesäulen
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Fördermittel und gesetzliche Vorgaben
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Verfügbarkeit passender Modelle am Markt
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Schutz vor Vandalismus
Beispiel aus der Praxis: Ältere Parkflächen sind oft nur 2,20 Meter breit – für barrierefreie Ladesäulen werden jedoch mindestens 3,50 Meter benötigt. Das bedeutet: Aus sieben alten Stellplätzen entstehen vielleicht nur vier barrierefreie Ladepunkte.
Lösungen mit Augenmaß: Beispiele aus Bayreuth
Die Stadtwerke haben bereits einige Standorte angepasst. So wurden am Kreuzsteinbad und an der Universität breitere Parkflächen mit Bewegungszonen geschaffen. Teilweise musste man von der Norm abweichen, weil geeignete Ladesäulen nicht verfügbar waren. Die betreffenden Plätze sind daher nicht mit dem Rollstuhlsymbol gekennzeichnet.
Ein weiteres gutes Beispiel: In der Dr.-Würzburger-Straße wurde der Zugang für Rollstuhlfahrer von beiden Seiten ermöglicht. Die Anlage soll im August in Betrieb gehen. Auch die Bedienhöhe der Ladesäulen wurde optimiert.
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Innenstadt als besondere Herausforderung
Gerade in der Innenstadt fehlt oft der nötige Platz. Wenn Ladesäulen mittig in Parkbuchten platziert werden, gehen mehrere Stellplätze verloren. Das sorgt nicht nur für Engpässe, sondern auch für Unverständnis in ohnehin vollen Parkzonen.
Ein neuer Ladepunkt in der Nähe des Rathauses soll barrierefrei gestaltet werden. Die passende Ladesäule ist bereits vorhanden – nun soll die Fläche entsprechend geplant werden, um eine gute Erreichbarkeit zu garantieren.
Neue Modelle geben Anlass zur Hoffnung
Hersteller wie Technagon entwickeln kürzere, besser erreichbare Ladesäulen. In Bayreuth laufen bereits Pilotprojekte, bei denen die Säulen 20 Zentimeter tiefer eingegraben werden – so wird das Display leichter erreichbar, ohne die Sicherheit zu gefährden.
Zusammenarbeit mit Betroffenen als Schlüssel
Dirk Korth setzt auf Dialog:
„Was ist im Alltag wirklich hilfreich? Seitlich anfahrbare Ladepunkte? Direkter Zugang von vorn? Nur gemeinsam können wir passende Lösungen finden.“
Best-Practice-Beispiel: Die Ladesäule bei Euronics wurde von Ratsmitglied Richard Kastner als besonders rollstuhlfreundlich hervorgehoben – mit gut erreichbarem Display und leicht zugänglichem Stecker.
Best-Practice statt blindem Ausbau
Ratsmitglied Sebastian Gillsch, Teammanager Rollstuhlbasketball Bayreuth, brachte einen wichtigen Vorschlag ein: Statt neue Ladesäulen unkoordiniert zu errichten, solle man gut funktionierende Standorte analysieren – gemeinsam mit betroffenen Nutzer und Nutzerinnen.
Dirk Korth begrüßt diesen Vorschlag ausdrücklich und kündigt an, den Austausch mit Nutzergruppen auszubauen. Die Positionierung der Bedienelemente solle in Bayreuth dabei künftig noch stärker berücksichtigt werden.












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