Corona

Bayerisches Handwerk übt scharfe Kritik: „Gravierende Benachteiligung“ wegen Corona-Politik

Die Bayerischen Handwerkskammern und der Bayerische Handwerkstag kritisieren die Corona-Politik in Bayern scharf und stellen Forderungen. 

Das bayerische Handwerk kritisiert die gravierende Benachteiligung seiner Auszubildenden gegenüber dem Handwerksnachwuchs in anderen Bundesländern scharf. In vielen Teilen Bayerns können derweil die Corona-Regeln in einigen Bereichen gelockert werden. Nun sollen neue Lockerungen dazukommen. 

Bayerisches Handwerk übt scharfe Kritik: „Gravierende Benachteiligung“ wegen Corona-Politik

„Selbst in Ländern mit einer höheren 7-Tage-Inzidenz als in Bayern, findet die Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU) statt – unter den gleichen Hygienevorschriften, die auch im Freistaat gelten. Aber für alle Auszubildenden“, heißt es in einer Pressemitteilung des Bayerischen Handwerkstags (BHT) und der bayerischen Handwerkskammern. In Bayern dagegen sind aktuell nur Lehrlinge zur ÜLU zugelassen, die kurz vor ihrer Abschluss- oder Gesellenprüfung stehen.

E-Learning-Angebote ausgeschöpft – Bayerische Kammern mit Forderung

Das bayerische Handwerk habe inzwischen alle Möglichkeiten des Distanzunterrichts in Form von E-Learning-Angeboten ausgeschöpft. Und unter den Auszubildenden aus über 110 Herkunftsländern seien auch solche, die besondere Unterstützung benötigen. „Deshalb muss“, so die Forderung der bayerischen Kammern weiter, „die praxisorientierte überbetriebliche Ausbildung in den Bildungszentren des Handwerks jetzt wieder in Präsenz stattfinden.“

Handwerk in Bayern: „Ausbildungserfolg steht auf dem Spiel“

Im bayerischen Handwerk fielen aufgrund der Corona-Beschränkungen die ÜLU-Lehrgänge für rund 20.000 Auszubildende nur des ersten Lehrjahres aus.
Auch die berufliche Fort- und Weiterbildung für Fachkräfte des Handwerks ist derzeit massiv eingeschränkt. Die bayerischen Kammern: „Wir fordern die Staatsregierung mit Nachdruck auf, den Inzidenzwert von 165 auch für Aus-, Fort und Weiterbildungsmaßnahmen im Handwerk als Grenze anzuwenden. Sonst stehen der Ausbildungserfolg und die Fachkräfteversorgung unseres Wirtschaftsbereichs auf dem Spiel.“

Bayreuther Tagblatt - Redaktion

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