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„Die Summer“-Aktion: Neues Insektenbiotop in der Wilhelminenaue
Aus der ehemaligen Fläche des St. Georgen Modells in der Wilhelminenaue ist ein neues Insektenbiotop geworden. Rund 500 Quadratmeter wurden Ende August entsiegelt und unter anderem mit einer mageren Sandfläche, einem Sandhochbeet und einem Reptilienhabitat gestaltet.
Rund 15 Ehrenamtliche des des Vereins „Die Summer“ waren am 29. August in der Wilhelminenaue am Werk. Ihr Ziel: Die Fläche des ehemaligen St. Georgen Modells so umgestalten, dass neuer Lebensraum für Insekten und Reptilien entsteht. Schon im Vorfeld haben 16 Freiwillige dabei geholen, die 567 Betonplatten vom Boden zu lösen und zu einem Hochbeet umzubauen. Die Entsiegelung der Fläche sollte auch dafür sorgen, dass sich der Bereich weniger stark aufheizt.
In den Tagen zuvor wurde zudem das Vlies unter dem bisherigen Schotter entfernt und rund 80 Tonnen Sand auf der Fläche verteilt.
Der Großteil des Areals besteht nun aus einer angesäten, mageren Sandfläche, die vor allem Insekten einen geeigneten Lebensraum bieten soll.
150 heimische Wildpflanzen und ein Reptilienhabitat
Das neue Hochbeet ist nun bepflanzt. Mehr als 150 heimische Wildpflanzen kamen in die Mauerfugen. Dazu wurden Totholz und Pflanzenerde in die Sandfläche eingearbeitet.
Eidechsen und andere Reptilien bekamen ein eigenes Habitat aus Steinhaufen und Totholz.
„Wir sind sehr zufrieden mit dem Endergebnis“, sagt Silvia Dischner, Vorstand bei „Die Summer“. „Es gibt so viele Details, an die man denken muss, damit eine Umgestaltung gut abläuft. Das klappt nur mit einem motivierten und eingespielten Team“, ergänzt Vorstand Thomas Pickel.
Stadtgartenamt unterstützt mit Bagger und Radlader
Die Idee für die Umgestaltung entstand bereits vor rund einem Jahr. Damals hatte sich der Förderverein Wilhelminenaue an „Die Summer“ gewandt und gefragt, ob aus der ehemaligen Modellfläche des St. Georgen Modells etwas Neues entstehen könne.
Bei der Umsetzung unterstützte auch die Stadt Bayreuth. Das Stadtgartenamt stellte für zwei Tage einen Radlader und einen Bagger samt Fahrer zur Verfügung.
„Wir sind sehr dankbar für die gute Zusammenarbeit mit dem Förderverein Wilhelminenaue und die Unterstützung der Stadt Bayreuth“, sagt Dischner.
Jetzt muss die Ansaat wachsen
Damit aus der neu gestalteten Fläche tatsächlich ein Blütenmeer wird, braucht es jetzt nur noch Zeit und etwas Wasser.
„Wir würden uns natürlich etwas mehr Regen wünschen“, sagt Pickel. In den ersten Wochen werde der Verein deshalb bei Bedarf nachhelfen und die Fläche wässern. Sobald die Pflanzen etabliert seien, kämen sie aber gut mit Trockenheit zurecht.
Damit ist die ehemalige Fläche des St. Georgen Modells nun nicht mehr nur ein grauer Schotterplatz, sondern soll mehr und mehr zum Lebensraum für Insekten und Reptilien werden.
Ein Ort mit Geschichte: Das St. Georgen Modell
Wo am Samstag Schaufeln und Rechen zum Einsatz kamen, stand von 2016 bis 2026 eine der bekanntesten Attraktionen der Wilhelminenaue: das Modell der barocken Planstadt St. Georgen am See, das an die markgräfliche Bau- und Festkultur des 18. Jahrhunderts erinnerte. Errichtet wurde es zur Landesgartenschau 2016 vom Förderverein Wilhelminenaue gemeinsam mit dem Freundeskreis Schloss St. Georgen und war seither fester Programmpunkt samt regelmäßiger Führungen.
Nach zehn Jahren hat das Modell nun „ausgedient“. Die Miniaturhäuser haben inzwischen einen neuen Besitzer gefunden, sodass der Umgestaltung nun nichts mehr im Weg stand.
Kein Einzelprojekt: „Die Summer“ sind in der Wilhelminenaue schon länger aktiv
Für „Die Summer“ ist die Aktion am St. Georgen Modell kein Debüt in der Wilhelminenaue. Schon die erste größere Fläche des 2018 von Bayreuther Geoökologie-Studierenden gegründeten Vereins lag dort: rund 10.000 Quadratmeter groß. Über die Jahre sind daraus laut eigenen Angaben des Vereins mehr als 30 Biotope in ganz Bayreuth geworden, unter anderem im Tierpark Röhrensee und am ZOH. Auch das Jahresprogramm 2026 des Vereins bietet regelmäßig Mitmachaktionen, unter anderem im Hortus Hammerstatt und im Naturgarten Bunter Hügel.












Symbolbild: mit KI erstellt
Torwartlegende Sepp Maier im Einsatz ©Fred Joch-1974