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Bayreuther Nachtleben wächst: Ohm sucht Raum für neue Konzepte
Mehr Veranstaltungen, mehr Ideen, aber zu wenig Platz: Das Ohm-Kollektiv zieht nach zwei Jahren mit Ampere-Bar und Hertz-Klub eine positive Bilanz und sucht nun nach einer weiteren Fläche in Bayreuth.
Vor zwei Jahren startete das Ohm-Kollektiv mit Ampere-Bar und dem neu belebten Hertz Klub in der Bayreuther Innenstadt. Die Idee: neue Impulse für das Nachtleben schaffen und Raum für unterschiedliche Konzepte bieten.
Im Gespräch mit Manuel Rieß und Leonard Hill von Ohm wird deutlich: Die Räume reichen für die Ideen des Teams inzwischen nicht mehr aus. Für weitere Veranstaltungsformate sucht Ohm eine zusätzliche Fläche.
„Wir haben eigentlich ein gut funktionierendes Konzept mit Klub und Bar“, sagt Rieß. „Wir wollen aber weiter wachsen.“
Neue Ideen brauchen Platz
Ampere-Bar und Hertz Klub sollen bleiben. Gesucht wird vielmehr ein zusätzlicher Raum für Veranstaltungen, die in den bestehenden Räumen keinen Platz finden – etwa Latino-Partys, studentische Veranstaltungen oder Konzepte anderer Gruppen.
Das Team ist inzwischen auf 65 Mitglieder angewachsen, die meisten arbeiten auf Minijob-Basis. „Wir haben in den letzten Jahren ein Trainingsbecken geschaffen. Da haben so viele Leute ihre Talente weiterentwickelt“, sagt Rieß. Gleichzeitig gebe es zahlreiche Ideen für neue Veranstaltungsformate. „Wir hätten wahrscheinlich sieben, acht, neun oder zehn Konzepte, die wir umsetzen könnten.“ Für beides brauche es nun mehr Möglichkeiten.
Platz für neue Formate
Ideal wäre eine Fläche von etwa 200 bis 400 Quadratmetern. „Sie müsste nicht riesig sein, aber bestimmte Voraussetzungen erfüllen“, sagt Leonard Hill. Dazu gehörten ausreichend Platz, eine geeignete Infrastruktur, Sanitäranlagen und die Möglichkeit, Veranstaltungen genehmigungsfähig umzusetzen.
Viele unterschätzten, wie schwierig es sei, passende Räume zu finden. Schallschutz, Stromversorgung und Brandschutz seien entscheidende Faktoren.
Nachtleben im Wandel?
Immer wieder höre er, dass das Nachtleben für jüngere Generationen an Bedeutung verliere, sagt Manuel Rieß. Er sieht das differenzierter: Die Corona-Pandemie habe zwar eine Generation geprägt, die damals ins Ausgeh-Alter gekommen sei. Gleichzeitig verlagerten sich soziale Kontakte zunehmend ins Internet.
Die Erfahrung der vergangenen zwei Jahren würde aber zeigen, dass es weiterhin Bedarf gebe. „Wenn du ein gutes Angebot hast, dann kommen die Leute schon“, sagt Rieß.
Neuer „Serotonin-Ort“ für Bayreuth?
Für Rieß geht die Suche deshalb über eine weitere Veranstaltungsfläche hinaus. Er versteht sie auch als Frage der Stadtentwicklung.
„Neben Beruf und Wohnen braucht es noch einen dritten Bereich, in dem die Menschen Erfahrungen machen, die sie glücklich machen.“ Damit junge Menschen nach Bayreuth kommen oder hier bleiben, brauche es solche „Serotonin-Orte“ für Begegnung und Kultur.
Clubs und Gastronomie übernehmen dabei aus seiner Sicht eine kulturelle Aufgabe. Bayreuth sei mit den Festspielen, dem Markgräflichen Opernhaus und dem Friedrichsforum im Bereich der Hochkultur gut aufgestellt. Genauso wichtig seien aber Orte, an denen Menschen ihren Alltag verbringen, sich treffen und gemeinsam feiern könnten.
„Bock haben wir!“
Wie eine zusätzliche Fläche konkret aussehen könnte? Denkbar sei sowohl eine eigene weitere Location als auch eine Zusammenarbeit mit bestehenden Standorten oder anderen Partnern, so Rieß. Auch leerstehende Gebäude kommen infrage.
„Wir suchen Menschen, die Lust haben, gemeinsam etwas zu entwickeln“, sagt Rieß.
Für ihn zeigt die Entwicklung der vergangenen zwei Jahre, welches Potenzial im Bayreuther Nachtleben steckt. „Vor zwei Jahren gab es uns noch gar nicht und ich finde, wir haben im Nachtleben echt was für Bayreuth gemacht. Ich glaube, wir tragen hier in der Unteren Maxstraße kulturell was bei und wir würden uns wünschen, dass die Stadt mal auf uns zukommt. Bock haben wir!“












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