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Polizei warnt vor Betrug bei Handwerksleistungen
Ob Stromausfall, Rohrbruch oder Schädlingsbefall – wer in der Not online nach Handwerkern sucht, gerät immer häufiger an Betrüger. Die Polizei warnt vor überteuerten und mangelhaften Leistungen.
Wenn kein Strom mehr da ist, der Abfluss verstopft ist oder die Heizung nicht mehr geht, muss es schnell gehen. Betroffene suchen dann oft online nach schneller Hilfe. Diese Notlage nutzen Betrüger in letzter Zeit immer häufiger aus. Die Polizei Oberfranken berichtet von einem Anstieg von Betrugsfällen dieser Art.
So erbeuteten Betrüger zum Beispiel 18.000 Euro von einem Mann aus dem Landkreis Forchheim. Zu Beginn der Arbeiten an einem Vordach hatten sie von einem Preis von knapp 1.000 Euro gesprochen. In einem weiteren aktuellen Fall forderten die Täter erfolgreich über 20.000 Euro.
Hohe Preise für mangelhafte Leistungen
Über Anzeigen in Suchmaschinen gelangen die Hilfesuchenden auf Webseiten, die scheinbar lokale Firmen für Elektrikerarbeiten, Rohrreinigungen, Kammerjägerdienste oder Gas- und Wasserinstallationen bewerben. Am Telefon wird sofortige Hilfe zugesagt, kurz darauf erscheinen Monteure vor Ort. Die Erleichterung schlägt allerdings schnell in Ernüchterung um. Die Qualität ist oft mangelhaft, die Preise dagegen horrend – oft liegen sie ein Vielfaches über dem marktüblichen Niveau.
Unter Druck zur sofortigen Zahlung
„Die Rechnungen werden in bar oder per EC-Karte eingefordert, oft unter massivem Druck“, heißt es von der Polizei. Aus Angst, die Arbeiten könnten unvollständig bleiben oder die Situation sich noch verschärfen, gehen viele Opfer auf die Forderungen ein. Erst später, wenn wieder Ruhe einkehrt und die Handwerker wieder weg sind, gleichen viele Betroffene den bezahlten Preis mit marktüblichen Preisen ab und erkennen den Betrug.
Polizei vermutet organisiertes System
Nach Einschätzung der Beamten steckt hinter der Masche ein gut organisiertes System. Die Täter verfügen über eine Logistik, die es ihnen ermöglicht, schnell Monteure in die Region zu schicken. Diese verfügen zwar über grundlegende handwerkliche Kenntnisse, arbeiten aber ohne ausreichende Fachkenntnis und mit unseriösem Hintergrund.
Die Polizei rät:
- Einigen Sie sich mit dem Dienstleister zu Beginn auf einen verbindlichen Preis. Ziehen Sie am besten Zeugen hinzu, beispielsweise Ihre Nachbarn.
- Bezahlen Sie niemals sofort und verlangen Sie nach Abschluss der Arbeit eine Rechnung. Prüfen Sie, ob die aufgeführten Leistungen auch erbracht wurden.
- Achten Sie auf eine rechtskonforme Rechnung (Firmenangabe, Steuernummer, Rechnungsnummer).
- Haben Sie im Nachhinein das Gefühl, betrogen worden zu sein, melden Sie den Vorfall bei Ihrer nächstgelegenen Polizeidienststelle und scheuen Sie sich nicht, Anzeige gegen die Firma zu erstatten.
- Rat und Hilfe gibt es auch bei der Verbraucherzentrale.
Tipps für die Handwerkersuche:
- Suchen Sie nach einem Fachbetrieb vor Ort
- Überprüfen Sie den Handwerker beziehungsweise den Betrieb im Internet. Schauen Sie sich die Internetseite der Firma genau an. Hinweise auf einen unseriösen Anbieter können zum Beispiel das Fehlen eines Impressums oder viele identische Seiten einer Firma mit unterschiedlichen Ortsangaben sein.











©Olena Albert
Bürgermeister Weber und Landrat Wiedemann mit den Sanierungsplänen der Teufelshöhle ©bt-Redaktion