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Coronavirus

Krankenhaus in Bayreuth kämpft mit erheblichem Personalmangel: Mitarbeiter bekommen heftige Vorwürfe ab

Beim Bezirkskrankenhaus in Bayreuth herrschen derzeit starke Personalprobleme. Teilweise werden keine Patienten mehr aufgenommen.

Am Bezirkskrankenhaus in Bayreuth wird derzeit am Limit gearbeitet. Denn aufgrund des Coronavirus kämpft das BKH mit starkem Personalnotstand, wie die Gesundheitseinrichtungen Bezirk Oberfranken in einer Pressemitteilung melden.

Am Wochenende musste sogar ein Aufnahmestopp für stationäre Patienten ausgesprochen werden.

Personalnot am Bezirkskrankenhaus in Bayreuth

Prof. Dr. Thomas Kallert, Ärztlicher Direktor der Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken, teilt mit, dass das BKH seit Wochen „lediglich Mindestbesetzungen abdecken“ könne. Seine Kliniken seien von der Corona-Sommerwelle überrollt worden – Personalausfälle sind die Folge. Lesen Sie auch: Die Regierung von Oberfranken hat im Frühjahr angeordnet, aufschiebbare Behandlungen aufzuschieben.

„Täglich diskutieren wir oft mehrmals, was mit einer Notbesetzung möglich ist, welche Risiken wir auf uns nehmen können und was hinten runterfallen muss“, sagt Kallert. Man nehme aufgrund der lockeren Corona-Maßnahmen in Kauf, dass Corona nun durch „unsere Gesellschaft läuft“, wie es in der Mitteilung heißt. Stadion, Feste und Konzerte würden große Menschenmassen anziehen. Dann müsse man ebenso damit leben, dass es dadurch Einschränkungen in verschiedenen Bereichen gibt.

„Und wenn sich im Freizeitbereich keiner an die Abstandsregeln hält und keiner Maske trägt, aber im Krankenhaus dann den Anspruch erhebt, dass der Angehörige bei uns mit maximalem Personaleinsatz bestens versorgt wird, dann ist das nicht unter einen Hut zu bringen“, macht Kallert klar.




Aufnahmestopp im BKH

Am vergangenen Wochenende (23. und 24. Juli 2022) ergriffen die Verantwortlichen „eine für das Bezirkskrankenhaus Bayreuth ungewöhnliche Maßnahme“, heißt es in der Mitteilung. GeBO-Vorständin Katja Bittner erklärt: „Wir mussten Klinikteile für die stationäre Aufnahme abmelden.“ Und zwar zum ersten Mal in der gesamten Corona-Krise.

Man habe die Versorgung und Sicherheit stationärer Patienten und die der Mitarbeiter nicht mehr gewährleisten können. Daher wurden die „potentiellen Zulieferer“, also Rettungs- und Polizeidienststelle sowie das Amt für öffentlich-rechtliche Unterbringung, darüber informiert, dass keine neuen Patienten stationär aufgenommen werden können.

Auf vielen Seiten herrsche Frust und es komme auch immer wieder zu unschönen Diskussionen: „Unsere Mitarbeiter mussten sich heftigen Vorwürfen mit ungehaltenem Tonfall stellen“, sagt Kallert. Glücklicherweise sei bei der GeBO allerdings nur ein tageweise befristeter Aufnahmestopp nötig gewesen. Kallerts Prognose für die kommenden Monate ist dennoch düster: „Entspannen wird sich das erstmal nicht.“ Die Fehler hierfür sehe er in politischen Entscheidungen – beispielsweise wenn Krankmeldungen ohne kritische Prüfung oder Untersuchung telefonisch möglich sind.