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Blutige Gewalt im Iran: Mahnwache in Bayreuth
Schockierende Berichte über massive Gewalt im Iran rufen jetzt auch die Menschen in unserer Region auf den Plan. Die iranische Community aus Bayreuth und Kulmbach setzt mit einer gemeinsamen Kundgebung ein deutliches Zeichen gegen das Schweigen der Welt.
Schockierende Berichte über tausende Opfer
Es sind Zahlen, die fassungslos machen: Schätzungen von Aktivisten gehen davon aus, dass allein in den letzten zwei Tagen rund 12.000 Menschen getötet wurden. Auch wenn sich diese Berichte aufgrund der Nachrichtensperre im Land kaum unabhängig überprüfen lassen, ist eines klar: Die Lage für die Zivilbevölkerung ist lebensgefährlich. Die Menschen im Iran kämpfen nicht nur gegen die Gewalt, sondern auch gegen das Vergessenwerden durch die Weltöffentlichkeit.
Bayreuth zeigt Flagge: Solidarität in der Region
Doch das Schweigen der Welt soll gebrochen werden – auch hier bei uns in Oberfranken. Um auf das Blutvergießen aufmerksam zu machen, regt sich nun Widerstand in der Region. Die iranische Community aus Bayreuth, Kulmbach und der Umgebung ruft zu einer gemeinsamen Kundgebung auf. Das Ziel ist klar: Solidarität mit den Opfern zeigen und den Menschen im Iran eine Stimme geben, die ihnen im eigenen Land gewaltsam genommen wird.
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Hintergrund der Proteste im Ian
Die wirtschaftliche Lage im Iran ist prekär. Trotz umfangreicher Ölreserven steckt das Land mit seinen knapp 90 Millionen Einwohnern in einer schweren Krise; ohne erkennbare Perspektive auf Besserung.
Bei den Protesten im Iran geht es um eine explosive Mischung aus massiver Unterdrückung von Frauen und einer tiefen wirtschaftlichen Krise. Auslöser war der Tod der jungen Kurdin Mahsa (Jina) Amini nach der Festnahme durch die Sittenpolizei, der landesweit Wut über Zwangsverschleierung, Gewalt und systematische Diskriminierung von Frauen entfacht hat. Gleichzeitig leiden große Teile der Bevölkerung unter hoher Inflation, Währungsverfall und Korruption, wodurch sich viele ihren Alltag kaum noch leisten können und die politische Führung direkt für die Misere verantwortlich machen. Die Proteste richten sich daher längst nicht mehr nur gegen das Kopftuchgebot, sondern zunehmend grundsätzlich gegen das politische Mullah-System, das Freiheit, Rechte und wirtschaftliche Perspektiven gleichermaßen beschneidet.
„Schweigen gibt dem Regime freie Hand“
Für die Organisatoren der Aktion in Bayreuth ist klar: Wegsehen ist keine Option. Internationale Aufmerksamkeit gilt aktuell als überlebenswichtiger Schutzfaktor für die Protestierenden. Die Versammlung soll verdeutlichen, dass die Verbrechen auch hier wahrgenommen werden und der Druck auf das Regime wachsen muss.
Wann und Wo?
Die Kundgebung in Bayreuth findet um 13.30 Uhr vor dem Karstadt am Marktplatz in Bayreuth statt.











Bierflaschen . Symbolbild: Pixabay
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