Coronavirus

Booster-Impfung in Deutschland: Stiko gibt überraschende Empfehlung – heute Entscheidung?

Die Stiko entscheidet heute über eine neue Impfempehlung beim Boostern. Alle ab 18 Jahren könnten demnach eine dritte Impfung erhalten. 

Neues zur Drittimpfung in Deutschland: Stiko-Chef Mertens geht davon aus, dass es bald eine Booster-Empfehlung für alle Menschen ab 18 Jahren geben wird. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dringt auf eine rasche dritte Impfung für alle Erwachsenen.

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, geht davon aus, dass die Kommission eine Empfehlung für Booster-Impfungen gegen das Coronavirus ab 18 Jahren abgeben wird. Das sagte er bei der ZDF-Sendung Lanz.

Booster-Impfung ab 18 in Deutschland – heute Entscheidung

Am heutigen Mittwoch (17. November 2021) werde nach Mertens Angaben erneut darüber beraten. Die Impfkommission empfiehlt aktuell die Booster-Impfung für Menschen ab 70 Jahren und für Personal in medizinischen Einrichtungen.

Jens Spahn sprach sich ebenfalls dafür aus, allen Menschen ab 18 Jahren eine Auffrischungsimpfung zu ermöglichen – auch wenn die letzte Impfung noch kein halbes Jahr zurückliegt. Der Abstand von sechs Monaten sei als „zeitliche Richtschnur zu verstehen, der natürlich nicht tagesgenau einzuhalten ist“, heißt es in einem Brief von Spahn und dem Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, an alle Vertragsärzte in Deutschland. Das berichtet der Tagesspiegel.

Hausärzte: Drittimpfung nicht für jeden sinnvoll

Der Vorsitzende des Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, sieht das in einem Interview bei der Funke Mediengruppe anders. „Vor allem bei weniger gefährdeten jüngeren gesunden Menschen ist es nach den bisherigen medizinischen Erkenntnissen nicht erforderlich, auf den Tag genau nach sechs Monaten eine Booster-Impfung durchzuführen.“

Der Schutz insbesondere vor schweren Verläufen bestehe auch darüber hinaus. Beim Wunsch nach einer raschen Auffrischung sei zu berücksichtigen, „dass dies möglicherweise zu Lasten von vulnerablen Patienten erfolgen würde“. Bei einer Drittimpfung solle ebenfalls nach Prioritäten vorgegangen werden.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sieht das ähnlich: „Eine Priorisierung nach Alter, Krankheit sowie Berufsgruppe muss erneut in Betracht gezogen werden“, sagt Brysch den Zeitungen der Funke Mediengruppe.