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Kommunalwahl

Bürgermeister-Wahl 2026 in Warmensteinach – das ist der Kandidat

Die Kommunalwahl am 8. März rückt näher. In Warmensteinach stellt sich Sebastian Zwenzner zur Wahl.

  • Name des Kandidaten: Sebastian Zwenzner
  • Alter: 37
  • Wohnort: Warmensteinach
  • Bisherige politische Ämter: keine
  • Beruf: Maschinenbauingenieur
  • Partei/Liste auf der kandidiert wird: Wählergemeinschaft Freie Wähler Warmensteinach / Oberwarmensteinach

Was motiviert Sie dazu Bürgermeister werden zu wollen?

Warmensteinach ist meine Heimat – und Heimat ist für mich der Ort, an dem man Verantwortung übernimmt, statt nur zuzuschauen. Genau das möchte ich tun.

Mit 37 Jahren stehe ich mitten im Leben: jung genug, um langfristig zu denken, und erfahren genug, um Entscheidungen mit Augenmaß zu treffen. Die Weichen, die wir heute stellen, wirken über Jahrzehnte. Diese Verantwortung nehme ich sehr ernst.

Ich möchte, dass Warmensteinach auch in Zukunft ein Ort bleibt, an dem Kinder gerne aufwachsen, Familien Perspektiven finden und ältere Generationen gut und selbstbestimmt leben können. Kurz gesagt: Ich kandidiere, weil ich nicht nur mitreden, sondern mitgestalten will – engagiert, sachlich und mit einem klaren Blick nach vorn.

Gab es einen bestimmten Auslöser, der Sie bewogen hat sich zu bewerben?

Entscheidend war für mich dabei weniger ein einzelner Moment, sondern die Erkenntnis: Wenn man möchte, dass sich etwas positiv weiterentwickelt, muss man bereit sein, selbst Verantwortung zu übernehmen. Nur am Stammtisch gute Ideen zu haben, reicht nicht.

In Gesprächen mit unserem amtierenden Bürgermeister Axel Herrmann wurde mir bewusst, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, diesen Schritt zu gehen. Nicht aus einer Laune heraus, sondern aus Überzeugung.

Was qualifiziert Sie für die Aufgabe?

Ich übernehme Verantwortung nicht nur gerne – ich tue es bewusst. Entscheidungen zu treffen, auch wenn sie nicht immer bequem sind, gehört für mich dazu. Gleichzeitig weiß ich, dass gute Lösungen selten im Alleingang entstehen. Ich arbeite gerne mit Menschen zusammen, höre zu und bringe unterschiedliche Perspektiven an einen Tisch.

Als Maschinenbauingenieur bin ich es gewohnt, komplexe Zusammenhänge zu durchdringen, strukturiert zu analysieren und tragfähige Lösungen zu entwickeln. In meinem Beruf zählen Fakten, klare Prozesse und Verlässlichkeit – aber genauso Teamarbeit und Kommunikation.

Mir ist wichtig, sachlich zu bleiben, Prioritäten klar zu setzen und Projekte konsequent umzusetzen. Nicht laut auftreten, sondern wirksam handeln – das ist mein Anspruch.

Was sind die größten Herausforderung in Ihrer Gemeinde?

Eine der zentralen Aufgaben wird die Sanierung unserer gemeindlichen Gebäude und Straßen sein. Viele Investitionen wurden über Jahre hinweg immer wieder verschoben – nicht aus mangelndem Willen, sondern weil die finanziellen Spielräume im ländlichen Raum zunehmend enger werden.

Genau darin liegt die eigentliche Herausforderung: Notwendige Infrastruktur erhalten und gleichzeitig verantwortungsvoll mit knappen Mitteln umgehen. Wir müssen Prioritäten klar definieren, Fördermöglichkeiten konsequent nutzen und Projekte realistisch, aber entschlossen angehen.

Mir ist wichtig, dass wir nicht nur reparieren, wenn es brennt, sondern strategisch planen. Eine solide Infrastruktur ist kein Luxus, sondern Grundlage für Lebensqualität, wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenhalt im Ort. Wenn wir hier klug investieren, sichern wir die Zukunftsfähigkeit unserer Gemeinde.

Wie wollen Sie diese angehen?

Zunächst braucht es eine ehrliche Bestandsaufnahme: Was ist dringend, was ist wichtig, und was können wir realistisch wann umsetzen? Auf dieser Grundlage möchte ich klare Prioritäten setzen – transparent und nachvollziehbar für die Bürgerinnen und Bürger.

Förderprogramme von Land, Bund und EU müssen wir konsequent prüfen und ausschöpfen. Hier sehe ich großes Potenzial, wenn man Anträge strukturiert vorbereitet und Projekte frühzeitig darauf ausrichtet.

Mir geht es darum, Schritt für Schritt voranzukommen – solide, verantwortungsvoll und mit einem klaren Ziel: nachhaltige Lösungen statt kurzfristiger Flickarbeit.

Welche drei Dinge wollen Sie in Ihrer Amtszeit als erstes anpacken?

Erstens möchte ich mir ein tiefgehendes Bild von unseren Verwaltungsstrukturen und vom Bauhof verschaffen. Mir ist wichtig zu verstehen, wo Abläufe gut funktionieren und wo wir effizienter werden können.

Zweitens möchte ich von Anfang an präsent und ansprechbar sein. Politik beginnt für mich nicht im Sitzungssaal, sondern im Gespräch. Ob im Rathaus, bei Vereinen oder auf der Straße – ich möchte wissen, wo der Schuh drückt, aber auch, was gut läuft.

Drittens steht eine umfassende Bestandsanalyse unserer Gemeindefinanzen und Gebäude an. Solide Zahlen sind die Grundlage jeder verantwortungsvollen Entscheidung.

Wie wollen Sie die finanzielle Situation der Gemeinde stabilisieren?

Eine nachhaltige Stabilisierung gelingt nur über zwei Wege: Ausgaben diszipliniert steuern und gleichzeitig Einnahmen gezielt stärken.

Auf der Einnahmenseite sehe ich Potenzial in drei Bereichen: Erstens müssen wir Förderprogramme konsequent nutzen – nicht punktuell, sondern strategisch geplant. Zweitens bietet der Tourismus für Warmensteinach weiterhin Chancen, die wir qualitativ weiterentwickeln sollten. Es geht nicht um kurzfristige Effekte, sondern um ein stimmiges, langfristig tragfähiges Angebot. Drittens möchte ich aktiv um neue Gewerbeansiedlungen werben. Jeder zusätzliche Arbeitsplatz stärkt nicht nur die lokale Wirtschaft, sondern auch unsere Finanzkraft.

Gleichzeitig gilt: Neue Projekte dürfen uns nicht dauerhaft überfordern. Finanzielle Stabilität bedeutet für mich, nur das zu versprechen, was wir auch solide umsetzen können. Nachhaltigkeit beginnt bei einem ehrlichen Haushaltsplan.

Was tun Sie, wenn Sie nicht gewählt werden?

Ich trete an, um Verantwortung zu übernehmen – mit dem klaren Ziel, Bürgermeister zu werden. Aber mein Engagement für Warmensteinach hängt nicht an einem Amtstitel.

Sollte ich nicht gewählt werden, würde ich die Erfahrungen aus dem Wahlkampf reflektieren und weiterhin aktiv Verantwortung übernehmen – insbesondere durch engagierte und konstruktive Arbeit im Gemeinderat. Entscheidend ist für mich nicht die Position, sondern der Beitrag, den ich für unsere Gemeinde leisten kann.

Was ist Ihr Lieblingsplatz in der Gemeinde?

Die Haudegen-Liege im Winkel. Von dort aus hat man nicht nur einen wunderbaren Blick, sondern auch einen Moment Abstand vom Alltag. Es ist ein Ort, an dem man zur Ruhe kommt, durchatmet – und merkt, warum es sich lohnt, Verantwortung für diese Gemeinde zu übernehmen.

Gibt es spezielle Erinnerungen an Ihren Heimatort, an die Sie gerne denken?

Sehr gerne denke ich an meine Kindheit in Warmensteinach: an die Skitage am Königsheidelift, Eisenberg, Hempelsberg und Geiersberg, an sommerliche Stunden im Waldschwimmbad oder Flecklbad – und vor allem an das unbeschwerte Spielen und Toben in unserer einzigartigen Natur.

Was ist für Sie das Highlight des Jahres?

Für mich sind es unsere Dorffeste. Sie bringen die Menschen zusammen, schaffen eine herzliche Atmosphäre und zeigen, was Warmensteinach besonders macht: Gemeinschaft, Austausch und ein Stück gelebter Heimat.

Ich schätze diese Feste nicht nur als Besucher, sondern auch als Gelegenheit, zu sehen, wie unsere Gemeinde lebt – wer sich engagiert, wer Ideen einbringt und wie alle zusammen anpacken.

Auf welche drei Dinge wollen Sie nie mehr verzichten?

In erster Linie auf meine Familie und meine Freundschaften, aber auch auf meine neu erworbene Schneefräse.

Worauf sind Sie persönlich stolz?

Am meisten stolz bin ich auf meine Familie. Sie zeigt mir jeden Tag, wie wichtig Zusammenhalt, Vertrauen und gegenseitige Unterstützung sind.

Was fällt Ihnen schwer?

Mir fällt es schwer, „Nein“ zu sagen. Ich möchte Menschen helfen, gute Ideen unterstützen und Verantwortung übernehmen – manchmal ein bisschen zu gerne.

Aber ich lerne: Auch als Bürgermeister muss man abwägen, Prioritäten setzen und Entscheidungen treffen. Die Balance zwischen Engagement und Verbindlichkeit ist herausfordernd, aber genau das macht die Arbeit spannend – und sorgt dafür, dass man am Ende wirklich etwas bewegt.

Was ist Ihr großes Talent?

Eine frühere Kollegin hat mich einmal den „perfekten Happiness Manager“ genannt – und ich glaube, das passt. Mir fällt es leicht, bei Projekten Freude und Begeisterung zu zeigen und andere mitzunehmen. Begeisterung motiviert und verbindet Menschen und macht es einfacher, gemeinsam Lösungen zu finden.