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Dachstuhlbrand in Pegnitz: 100.000 Euro Schaden
In Pegnitz hat am Sonntagmorgen der Dachstuhl eines leerstehenden Industriegebäudes in der Pestalozzistraße gebrannt. Rund 180 Einsatzkräfte kämpften stundenlang gegen die Flammen – erschwert wurde der Einsatz durch eine Photovoltaikanlage, die das gesamte Dach bedeckte und auch im abgeschalteten Zustand weiter Strom lieferte.
Ein angrenzendes Wohnhaus musste vorsorglich evakuiert werden, für die Nachbarschaft gab die Feuerwehr über das Warnsystem MoWaS eine Rauchwarnung heraus. Am Nachmittag konnte Entwarnung gegeben werden.
Vom Zimmerbrand zur Großalarmierung
Die Feuerwehr wurde nach Angaben von Kommandant Stephan Fleischer um 8:48 Uhr alarmiert. Zunächst ging die Meldung als Zimmerbrand ein, kurz darauf stufte die Integrierte Leitstelle den Einsatz auf Dachstuhlbrand hoch. Schon auf der Anfahrt war laut Mitteilung des Kreisfeuerwehrverbands Bayreuth eine weithin sichtbare Rauchsäule über Pegnitz zu erkennen. Beim Eintreffen der ersten Kräfte schlugen bereits Flammen aus dem Dach des Gebäudes, das mitten in einem Wohngebiet liegt.
180 Einsatzkräfte und drei Drehleitern im Einsatz
Insgesamt waren rund 180 Einsatzkräfte im Einsatz. Die Feuerwehr setzte laut Fleischer drei Drehleitern ein – zum einen für die Brandbekämpfung, zum anderen um eine Riegelstellung zu den umliegenden Wohngebäuden aufzubauen. Weil ausreichend Aufstellflächen auf der Straße zur Verfügung standen, ließ sich der Löschangriff gut organisieren. Mit mehreren Strahlrohren ging die Feuerwehr gegen das Feuer vor und verhinderte so ein Übergreifen der Flammen auf die Nachbargebäude.
Photovoltaikanlage erschwert die Löscharbeiten
Eine besondere Herausforderung war die Photovoltaikanlage, die das gesamte Dach bedeckte. Solche Anlagen liefern auch im abgeschalteten Zustand weiter Strom, erklärte der Kommandant. „Da muss man dann ein wenig aufpassen“, sagte Fleischer. Die Einsatzkräfte prüften deshalb immer wieder, ob am Blechdach noch Spannung anlag. Nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbands wurde auch der Batteriespeicher der Anlage durch den Brand erheblich beschädigt.
Brandwand stoppt die Ausbreitung, Dach wird geöffnet
Zu Beginn konnten die Einsatzkräfte nicht einschätzen, wie weit sich das Feuer unter dem Dach bereits ausgebreitet hatte – Hitze und Rauch machten das zunächst unmöglich. Später öffneten sie einzelne Dachplatten und stellten fest: Auf einer Seite waren die Balken bereits durchgebrannt, das Dach teilweise eingebrochen. Dahinter stießen die Kräfte auf eine Brandwand, die das Feuer aufhielt. Anschließend flexten die Einsatzkräfte das Dach auf, ein Baggerunternehmen räumte die Platten ab.
Weil ein weiteres Vorgehen im Innenangriff wegen der instabilen Dachkonstruktion nicht möglich war, öffnete die Feuerwehr laut Kreisfeuerwehrverband die Dachhaut des Blechdaches und flutete den betroffenen Bereich über vorhandene Dachluken mit Löschschaum, um auch den Brand am Batteriespeicher vollständig zu löschen. Ein Stromversorgungsunternehmen prüfte die Anlage im Anschluss noch einmal, um weitere Gefahren auszuschließen.
Wohnhaus evakuiert, Warnung für die Nachbarschaft
Mit dem leeren Industriegebäude ist ein Wohnhaus verbunden. „Das mussten wir dann vorsichtshalber evakuieren“, erklärte Fleischer. Die Feuerwehr hängte dort Rauchvorhänge auf, damit sich der Rauch nicht im Haus ausbreitet.
Für die angrenzenden Häuser gab die Feuerwehr eine Warnmeldung heraus: Die Anwohner sollten ihre Fenster geschlossen halten, denn der Rauch war stark. „Durch die Photovoltaikanlage wusste man ja nicht, was für Dämpfe das sind“, sagte der Kommandant. Auch die unmittelbar angrenzenden Anwohnerinnen und Anwohner wurden von den Einsatzkräften direkt an ihren Haustüren aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Gegen 14:15 Uhr konnte die MoWaS-Warnung schließlich wieder aufgehoben werden.
Bürgermeister vor Ort, Verpflegung für die Einsatzkräfte
Bürgermeister Wolfgang Nierhoff eilte zur Einsatzstelle und verschaffte sich persönlich ein Bild von der Lage. Er unterstützte die Einsatzleitung bei der Organisation der Verpflegung: Logistik- und Verpflegungskräfte des BRK Hollfeld sowie die BRK-Bereitschaft Pegnitz versorgten die Einsatzkräfte mit kalten Getränken und einer warmen Mahlzeit. Gerade für die zahlreichen Atemschutzgeräteträger war das wichtig – einige waren wegen der frühen Alarmierung ohne Frühstück zum Einsatz geeilt.
Im Einsatz waren neben der Feuerwehr Pegnitz zahlreiche weitere Feuerwehren aus dem Landkreis sowie die Feuerwehr Auerbach aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach, vier Rettungswagen von BRK und ASB, Bereitschaften des BRK, ein Notarzt, das THW Pegnitz mit einem Fachberater und die Polizei.
Verletzte und Schaden: widersprüchliche Angaben
Bei den Angaben zu möglichen Verletzten gibt es Unstimmigkeiten: Nach ersten Informationen wurde eine Person leicht verletzt. Der Kreisfeuerwehrverband Bayreuth teilte dagegen mit, dass bei dem Einsatz niemand verletzt wurde. Eine abschließende Klärung steht bislang aus.
Klarer ist die Schadensbilanz: Die Polizei schätzt den Sachschaden auf rund 100.000 Euro. Zur Brandursache liegen bislang keine Angaben vor, die Ermittlungen dazu laufen nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbands noch.
Einordnung: Wie gefährlich sind Photovoltaik-Brände wirklich?
Dass eine Photovoltaikanlage bei einem Dachstuhlbrand für zusätzlichen Aufwand sorgt, ist kein Einzelfall – auch andernorts in der Region kam es zuletzt zu Bränden, bei denen die Feuerwehr genau hinschauen musste, etwa Ende September bei zwei brennenden Autos in Creußen. Brände von Photovoltaikanlagen selbst sind Studien zufolge zwar selten, moderne Anlagen erzeugen aber auch nach dem Abschalten weiter Spannung, solange Licht auf die Module fällt. Die Feuerwehr muss deshalb bei der Brandbekämpfung besondere Sicherheitsabstände einhalten – genau das, was Kommandant Fleischer mit seinem Hinweis auf die nötige Vorsicht ansprach.
Häufige Fragen
Wo genau brannte es in Pegnitz?
Betroffen war der Dachstuhl eines leerstehenden Industriegebäudes in der Pestalozzistraße in Pegnitz, das mit einem Wohnhaus verbunden ist.
Wie viele Einsatzkräfte waren im Einsatz?
Rund 180 Einsatzkräfte aus zahlreichen Feuerwehren des Landkreises Bayreuth sowie aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach, dazu Rettungsdienst, THW und Polizei.
Warum war die Photovoltaikanlage ein Problem?
Die Anlage bedeckte das gesamte Dach und lieferte laut Feuerwehr auch im abgeschalteten Zustand weiter Strom. Die Einsatzkräfte mussten deshalb regelmäßig prüfen, ob am Dach noch Spannung anlag, und den beschädigten Batteriespeicher gezielt mit Löschschaum fluten.
Wurde jemand verletzt?
Hier widersprechen sich die Angaben: Nach ersten Informationen wurde eine Person leicht verletzt, der Kreisfeuerwehrverband spricht dagegen von keinen Verletzten. Eine endgültige Klärung liegt noch nicht vor.
Wie hoch ist der Schaden?
Die Polizei schätzt den Sachschaden auf rund 100.000 Euro. Zur Brandursache gibt es bislang keine offiziellen Angaben.












Symbolbild. Erstellt mit KI.
© Kreisbrandinspektion Bayreuth