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Zuletzt aktualisiert am 13. Februar 2026 | 16:02

Stadtrat

Dafür gibt die Stadt Bayreuth ihr Geld aus – Haushaltsberatungen 2026

von Moritz Kammerer

Hohe Investitionen, begrenzte Fördermittel und steigende Schulden: Der Haushaltsentwurf 2026 lässt Bayreuth kaum Spielraum für neue Projekte. Im Stadtrat wird über Prioritäten, Pflichtausgaben und die Zukunft der Stadtfinanzen beraten.

Bayreuther Stadtrat © bt-Redaktion
Stadtratssitzung zur Haushaltsplanung am 12.02.2026 ©bt-Redaktion

Defizit im laufenden Betrieb

Ebersberger bezeichnete 2026 ausdrücklich als „Übergangsjahr“. Der aktuelle Stadtrat lege damit die finanzielle Grundlage für die kommende Wahlperiode. Politische Vorfestlegungen wolle man bewusst vermeiden, gleichzeitig müsse der Haushalt genehmigungsfähig bleiben. Trotz hoher Einnahmen – unter anderem rund 107 Millionen Euro Gewerbesteuer – weist der Entwurf ein Defizit im laufenden Betrieb von etwa 8 bis 9 Millionen Euro aus.

Im Vergleich zum Vorjahr steigt das geplante Investitionsvolumen 2026 nochmals deutlich an: Rund 137 Millionen Euro stehen im Entwurf, während 2025 etwa 116 Millionen Euro vorgesehen waren. Gleichzeitig bleiben die Fördermittel begrenzt, sodass der Schuldenstand weiter wächst. Finanzreferent Michael Rubenbauer warnte vor steigender Zinslast und betonte, dass die Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit zum zentralen Kriterium für die Haushaltsgenehmigung werde. Pflichtausgaben – unter anderem für Soziales, Jugend und das Klinikum – belasten den Etat stärker als im Vorjahr.

Während 2025 noch einzelne Spielräume diskutiert wurden, zeigt sich 2026 deutlich restriktiver: Neue Projekte sind kaum möglich, stattdessen stehen laufende Großmaßnahmen im Fokus. Die politische Debatte ähnelt der des Vorjahres – Kritik an fehlenden Prioritäten trifft auf den Hinweis der Verwaltung, dass viele Investitionen auf früheren Stadtratsbeschlüssen beruhen und nun umgesetzt werden müssen.

Antrag zu Kosteneffizienz sorgt für Debatte

Kontrovers diskutiert wurde ein Antrag zur „Untersuchung der Kosteneffizienz nicht hoheitlicher Aufgaben“ der FDP/DU/FL. Dabei ging es um Leistungen, die die Stadt selbst erbringt, theoretisch aber auch vergeben könnte.

Während Antragsteller Wolfgang Gruber externe Prüfungen und mehr Effizienz forderte, verwiesen Verwaltung und mehrere Stadträte darauf, dass bereits regelmäßig Einsparpotenziale untersucht würden – unter anderem durch den Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband (BKPV). Aktuell würden etwa Stadtbibliothek und Volkshochschule überprüft.

Kritik kam auch an der grundsätzlichen Stoßrichtung des Antrags. Mehrere Redner betonten, man dürfe der Verwaltung kein pauschales Misstrauen entgegenbringen. Externe Gutachten hätten in der Vergangenheit viel Geld gekostet, ohne spürbare Einsparungen zu bringen. Am Ende folgte der Stadtrat mehrheitlich dem Vorschlag der Verwaltung.

Lesen Sie auch: Landkreis Bayreuth vor finanzieller Zerreißprobe – Kreisumlage steig auf Rekordniveau

Einzelne Investitionen und strittige Punkte

Im Investitionsprogramm sorgten mehrere Posten für Diskussionen. Für die Planung eines neuen Krematoriums waren ursprünglich 100.000 Euro vorgesehen. Nach Anträgen auf Kürzung und Streichung einigte sich das Gremium schließlich auf eine Reduzierung auf 50.000 Euro.

Weitere Debatten gab es zu Straßen- und Verkehrsprojekten, darunter der Berliner Platz und die Lichtsignalanlage an der Rollwenzelei. Letztere bleibt trotz Antrags auf Verschiebung im Haushalt, da die Maßnahme regelmäßige Unfälle und Staus entschärfen soll.

Auch bei Fuß- und Radwegen, barrierefreien Bushaltestellen und Maßnahmen in der unteren Rotmain-Aue wurden Anpassungen vorgenommen. Der Beginn einzelner Projekte wurde teils ins nächste Jahr verschoben.

Freiwillige Leistungen: Kultur besonders umstritten

Die meisten freiwilligen Zuschüsse – etwa für Soziales, Jugend, Sport und Umwelt – wurden weitgehend bestätigt. Zerwürfnisse gab es vor allem im Bereich Kultur und Heimatpflege.

Für Musica Bayreuth (Orgelmusik e.V.) sind 191.000 Euro vorgesehen, für die Barock-Festspiele Bayreuth GmbH 340.000 Euro. Grünen-Fraktionsvorsitzende Sabine Steininger beantragte, den Zuschuss für das Barock-Festival um 40.000 Euro zu kürzen. Der Antrag wurde jedoch vom Gremium abgelehnt. Ob solche Ausgaben in einem defizitären Haushalt noch zu rechtfertigen seien, soll nun weiter im Kulturausschuss beraten werden.

Schulden steigen – neue Projekte kaum möglich

Unterm Strich zeigt der Haushaltsentwurf 2026 einen strukturell angespannten Zustand: hohe Pflichtausgaben, Rekordinvestitionen, wachsende Schulden und kaum Spielraum für neue Vorhaben. Mehrere Stadträte warnten vor überdimensionierten Projekten und Risiken aus städtischen Beteiligungen.

Die Verwaltung betonte hingegen, dass viele Investitionen unumgänglich seien und Verzögerungen am Ende nur teurer würden.

Der finale Haushalt der Stadt Bayreuth soll voraussichtlich am 25. Februar verabschiedet werden.

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