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A9

Der Flüsterasphalt auf der A9 wird bei Glätte zur Herausforderung

Der vergangene Herbst brachte für Anwohner der A9 am Bindlacher Berg eine spürbare Entlastung: Ein neuer offenporiger Asphalt, besser bekannt als „Flüsterasphalt“, wurde aufgetragen. Doch die vergangene Nacht zeigte die Schattenseiten der modernen Technik. Während der Belag im Sommer für Ruhe sorgt, stellte er den Winterdienst bei eisigen Temperaturen vor massive Probleme.

Vorteile bei Regen, Tücken bei Frost

Wie so oft im Leben gibt es auch beim Asphalt keine perfekte Lösung. Jeder Fahrbahnbelag hat seine Tücken. Wie die Autobahndirektion Nordbayern mitteilt, waren für die Wahl der richtigen Fahrbahndecke vor allem der Lärmschutz und die Sicherheit bei Nässe im Vordergrund. Dadurch dass der Asphalt so viele Hohlräume hat, schluckt er nicht nur Schall, sondern lässt Regenwasser wie ein Schwamm versickern. So gibt es weniger Gischt und Aquaplaning.

Doch genau diese Struktur wird bei extremen Winterbedingungen zum Nachteil. Ist der Boden nach einer langen Frostperiode erst einmal durchgekühlt, tritt ein gefährlicher Effekt ein: Das ausgebrachte Tausalz sickert in die Poren weg, anstatt einen schützenden Film auf der Oberfläche zu bilden. Wenn dann, wie in der vergangenen Nacht, Eisregen auf die Fahrbahn trifft, gefriert dieser sofort – es entsteht Blitzeis.

Großeinsatz der Räumfahrzeuge

Die Autobahndirektion betont, dass man auf die Situation vorbereitet war, die Intensität des Wetterumschwungs jedoch eine enorme Herausforderung darstellte. Um die A9 befahrbar zu halten, waren die Winterdienstfahrzeuge im Dauereinsatz.

Da die Kapazitäten der zuständigen Autobahnmeisterei Trockau allein nicht ausreichten, wurde überregional Unterstützung angefordert. Fahrzeuge aus Thurnau und Münchberg halfen dabei, die Strecke am Bindlacher Berg kontinuierlich zu streuen.

Herausforderung „Eisregen“ bleibt bestehen

Eine Sprecherin der Direktion erklärte, dass extreme Wetterumschwünge von Schneefall auf Eisregen technisch schwer zu beherrschen seien. Auch ein erhöhter Winterdienst kann das nicht vollständig auffangen. Ganz abgesehen davon, dass auch Straßen ohne Flüsterasphalt vom Blitzeis betroffen waren, wenn auch vielleicht nicht ganz so stark.