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„Die Meister singen, die Reichen klatschen, die Armen zahlen“: Demo am Festspielhügel
Auch in diesem Jahr wurde am Fuße des Grünen Hügels demonstriert – genau dort, wo die Prominenten zum Festspielhaus fahren, um die Premiere von Die Meistersinger von Nürnberg zu besuchen.
Veranstaltet wurde die Demonstration von Widersetzen Bayreuth, Omas gegen Rechts und Fridays for Future. Auch Jannick Metz, der junge Bürgermeisterkandidat der Partei Die Linke, zeigte seine Solidarität vor Ort.
Worum es bei dem Protest geht
Die Demonstrierenden fordern mehr Einsatz für den Klima- und Artenschutz. Sie machen darauf aufmerksam, dass eine neoliberale Wirtschaftspolitik die Hauptverantwortung für die Klimakrise trägt. Diese Politik fördert eine wachsende soziale Ungleichheit: Die Reichen profitieren – die Armen zahlen den Preis. Gleichzeitig werden die natürlichen Ressourcen der Erde ausgebeutet und zerstört.
Kritik an politischer Verantwortung und rechter Stimmungsmache
Auch politische Verantwortung wurde klar benannt: Die Demonstrierenden nennen unter anderem Bundeskanzler Merz, Ex-Kanzlerin Merkel, Ministerpräsident Söder und andere führende Politiker als Mitverantwortliche.
Besonders kritisiert wurde zudem die AfD, die Flüchtlinge zu Sündenböcken mache, um von den wahren Ursachen der Krise abzulenken.
Ein großes Banner mit der Aufschrift:
„Die Meister singen,
die Reichen klatschen,
die Armen zahlen.“
wurde gut sichtbar zwischen zwei Bäumen direkt am Eingang zum Festspielhaus aufgehängt. Ein Schild bezeichnete das Festspielhaus provokant als „Zirkuszelt für Privilegierte“.
Alle Prominente und Politiker mussten an der Demo vorbeifahren, um dann über den roten Teppich ins Festspielhaus zu gelangen.
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Was die Botschaft bedeutet
„Die Meister“ stehen für die Regierenden – so erklärt es Tatiana Schmid von Omas gegen Rechts. Diese betreiben aus ihrer Sicht eine Politik, die dem Reichtum Einzelner dient, während sie die Umwelt zerstört und die soziale Gerechtigkeit untergräbt.
„Die Reichen klatschen“, weil sie vom System profitieren. „Die Armen zahlen“, indem sie die Folgen tragen: durch zerstörte Lebensräume, gekürzte Sozialleistungen und ungerechte Arbeitsbedingungen, besonders in Ländern des globalen Südens.
Ein friedlicher und wichtiger Kontrast
Die Demonstration verlief friedlich. Sie bildete einen starken Kontrast zur festlichen Eröffnung der diesjährigen Bayreuther Festspiele und erinnerte daran, dass Kunst nicht losgelöst von Gesellschaft, Gerechtigkeit und Klima gedacht werden kann.




















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Bundeskanzler Friedrich Merz (Mitte), Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (links neben dem Oberbürgermeister Thomas Ebersberger) und Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder (links) trugen sich während der Pause der Festspielpremiere ins Goldene Buch der Stadt Bayreuth ein. © Stadt Bayreuth