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Die Züge fahren wieder, doch manche wollen die Busse zurück
Mehrheitlich negative Stimmen erreichen unsere Redaktion zur Wiederaufnahme der Zugverbindung zwischen Bayreuth und Nürnberg. Der Schienenersatzverkehr war für viele eine große Umstellung. Doch seit die Züge wieder fahren, sind auch alte Probleme zurück.
Vor allem die Pünktlichkeit sorgt laut einer Umfrage des Bayreuther Tagblatts für Kritik. Die erste Woche nach der Wiederaufnahme der Zugstrecke von Bayreuth nach Nürnberg ist von Verspätungen und Zugausfällen geprägt. Mit den Bussen im Schienenersatzverkehr sei das nicht so gewesen. „Am liebsten würde ich die Busse zurückhaben“, schreibt ein Umfrageteilnehmer. Mehr als 70 Prozent der Teilnehmenden sehen das ähnlich.
Ein Jahr lang fuhren Busse statt Züge
Am 19. September 2025 musste die Deutsche Bahn die Strecke zwischen Pegnitz und Hersbruck wegen Schäden an mehreren Pegnitzbrücken kurzfristig sperren. Eine Zugverbindung von Bayreuth nach Nürnberg war dadurch nicht mehr möglich. Von einem Tag auf den anderen war die Strecke gesperrt.
Schienenersatzverkehr mit Linien- und Reisebussen hielt die Verbindung von Bayreuth und Pegnitz nach Nürnberg für knapp ein Jahr aufrecht.
Die Deutsche Bahn hat die insgesamt 18 Brücken mittlerweile wieder instand gesetzt. Eine grundlegende Erneuerung ist jedoch noch notwendig. Der Baubeginn soll erst 2029 erfolgen und rund vier Jahre dauern. Auch den Pegnitzer Hauptbahnhof will die Deutsche Bahn im ersten Quartal 2027 umfassend modernisieren. Wie sich die beiden Projekte auf den Bahnverkehr auswirken werden, ist noch offen.
Nun fahren die Züge wieder
Pünktlich zum neuen Schuljahr gab die Deutsche Bahn am 14. September die Strecke über die Pegnitzbrücken wieder frei. Seitdem können Reisende von Pegnitz beziehungsweise Bayreuth wieder durchgehend mit dem Zug nach Nürnberg fahren.
Die Umstellung vom Schienenersatzverkehr zurück auf den Zug zeigt laut einer Umfrage des Bayreuther Tagblatts jedoch deutliche Unterschiede zum vergangenen Jahr. Vor allem Verspätungen und Zugausfälle werden von mehreren Teilnehmern kritisiert.
Laut der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) fuhren im ersten Halbjahr 2025 durchschnittlich 9730 Personen an Schultagen auf der Strecke zwischen Bayreuth und Nürnberg. Rund 45 Meinungen erreichten das Bayreuther Tagblatt über die Umfrage. Eine repräsentative Darstellung ergibt sich daraus nicht.
Auffällig ist jedoch, dass die große Mehrheit der eingegangenen Stimmen Verspätungen und die Unzuverlässigkeit der Züge beklagt. Etwas, das der Schienenersatzverkehr nach Ansicht mehrerer Teilnehmer zumindest überwiegend nicht mit sich gebracht habe.
„Ich wäre sofort dafür, dass der Schienenersatzverkehr wieder eingesetzt wird“, heißt es von einer Teilnehmerin. Die Züge seien seit der Wiederaufnahme jeden Tag verspätet, „das nervt“.
Gründe für Verspätungen
Auf eine Anfrage zu den Gründen für die Verspätungen antwortete eine Sprecherin der Deutschen Bahn:
„Nach Wiederaufnahme des Zugverkehrs aufgetretene Verspätungen sind auf Störungen an der Strecke zurückzuführen, die nicht im Zusammenhang mit den Brücken stehen. Leider lassen sich diese nie ganz ausschließen.“
Eine Signalstörung sei laut einem Umfrageteilnehmer für seine Verspätung verantwortlich gewesen. „Während dieses Jahres hätte man auch die Technik abchecken können“, beklagt er.
Aktuell sorgen laut Deutscher Bahn kurzfristige Störungen an einer anderen Stelle der Strecke zwischen Bayreuth und Neuenmarkt-Wirsberg sowie Baumaßnahmen im Bahnhof Neuenmarkt-Wirsberg für Einschränkungen auf den Linien RE 32 und RE 38. Diese wirken sich auch auf den Verkehr im Pegnitztal aus.
„Es kommt hier leider zu Verspätungen sowie Zugausfällen“, informiert die Sprecherin. „Die Kolleginnen und Kollegen von DB InfraGO setzen alle Hebel in Bewegung, um die Reparatur so schnell wie möglich durchzuführen.“
„Gefühlt fällt inzwischen jeder dritte Zug aus, und weniger als 30 Minuten Verspätung zu haben, fühlt sich schon wie ein Lottogewinn an“, kommentiert ein anderer Teilnehmer.
„Es muss sich dringend etwas ändern!“
Auch volle Züge sorgen für Kritik
Nicht nur Verspätungen und Zugausfälle sind Gründe für den Wunsch nach Veränderungen. Mehrere Stimmen erwähnen auch überfüllte Züge auf der Strecke.
Die überfüllten Züge zwischen Bayreuth und Nürnberg seien bereits vor den Bauarbeiten ein Problem gewesen, schreibt eine Umfrageteilnehmerin. Die Bahn habe daran nichts geändert.
Ein Unterschied zum Schienenersatzverkehr war, dass die Busse nur so viele Fahrgäste mitnahmen, wie Sitzplätze vorhanden waren. Wer keinen Sitzplatz mehr bekam, musste auf den nächsten Bus warten. In den Zügen können dagegen auch dann noch Fahrgäste einsteigen, wenn keine Sitzplätze mehr frei sind. Dann müssen sie stehen.
Auch die Aufteilung nach Reisezielen wird von einem Teilnehmer als Vorteil des Schienenersatzverkehrs beschrieben. Während die Busse teilweise direkt nach Pegnitz beziehungsweise Bayreuth fuhren, verläuft die Zugverbindung auf derselben Strecke.
„Es war so angenehm, dass Nürnberg nicht angebunden war. Der Schienenersatzverkehr nach Nürnberg war mehr als pünktlich und die Züge zwischen Bayreuth und Pegnitz waren ebenfalls pünktlich sowie nicht so überfüllt.“
Laut der Deutschen Bahn liegen derzeit keine Rückmeldungen oder Informationen zu Überlastungen der Züge vor.
„Wir beobachten die Auslastung weiterhin sehr genau und stehen hier im engen Austausch mit allen Beteiligten“, sagt die Sprecherin.
Zudem seien die bestellten Kapazitäten bereits zur Wiederaufnahme vollständig bereitgestellt worden. Die Kapazitäten wurden von der BEG bestellt.
Nicht alle wünschen sich die Busse zurück
Nicht alle Rückmeldungen zur Wiederaufnahme des Zugverkehrs waren negativ. „Es ist einfach schneller“, schreibt ein Teilnehmer.
„Ich bin froh, dass der Zug wieder fährt, ich hatte sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt heute keine Probleme.“
Ein anderer berichtet dagegen, mehrmals die Busse nicht habe nehmen können, weil sie bereits voll gewesen seien. „Das ist mir an verschiedenen Tagen zu verschiedenen Uhrzeiten passiert. Also nein, ich wünsche mir den Schienenersatzverkehr nicht zurück.“
„Im Gegensatz zum Ersatzverkehr spare ich mir fast eine ganze Stunde Fahrzeit“, sagt ein weiterer Teilnehmer. Voraussetzung sei allerdings, dass die Züge auch pünktlich fahren.
Zugverkehr soll wieder zum Alltag werden
Die Wiederaufnahme des Zugverkehrs wird für viele Reisende nun wieder zum Alltag. Wie zuverlässig die Verbindung langfristig sein wird, muss sich im regulären Betrieb zeigen.
Zudem stehen bereits weitere Bauarbeiten am Bahnhof Pegnitz und an den Pegnitzbrücken bevor. Wer weiß, vielleicht kommt der Schienenersatzverkehr zeitweise doch wieder zurück.












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