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E-Autos ultraschnell aufladen: Neuer Ladepark in der Nürnberger Straße
An der Nürnberger Straße in Bayreuth ist heute ein neuer Schnellladepark eröffnet worden. Die Säulen der BayWa Mobility Charging ergänzen den bereits bestehenden Ladepark am Kreuzsteinbad, der seit Ende vergangenen Jahres läuft und gerade im Sommer stark nachgefragt ist.
Damit stehen künftig an weiteren zwei zentralen Punkten in der Stadt Schnellladepunkte bereit, an denen sich in wenigen Minuten Strom für mehrere Hundert Kilometer nachladen lässt – das hat jedoch auch seinen Preis.
Die Standorte im Detail
Der neue Standort liegt direkt an der Nürnberger Straße, in Sichtweite der Ausfahrt Bayreuth Süd. Vier Schnellladesäulen mit insgesamt acht Ladepunkten sind hier auf den Durchreise- und Zubringerverkehr der A9 ausgelegt.
Der zweite Standort am Kreuzsteinbad an der Universitätsstraße ist kein Neuzugang, sondern bereits seit Ende 2025 in Betrieb. Zwei Ladesäulen mit vier Ladepunkten decken dort vor allem den innerstädtischen Verkehr ab – und werden gerade jetzt im Sommer, wenn Freibadbesucher und Studierende der nahen Universität unterwegs sind, kräftig genutzt.
Technisch setzen beide Standorte auf Alpitronic-Ladesäulen mit einer maximalen Leistung von 400 kW. Durch die verfügbare Netzanschlussleistung ist pro Ladepunkt eine garantierte Ladeleistung von 200 kW gesichert – je nach Fahrzeug lassen sich damit in rund fünf Minuten bis zu 150 Kilometer Reichweite nachladen. Bezahlt wird wahlweise mit gängigen Ladekarten, Kredit- oder EC-Karte. Zur Ausstattung gehören außerdem Beleuchtung, WLAN und extra breite, barrierefreie Ladeplätze.
Wer ohne Vertrag oder App direkt an der Säule mit Karte bezahlt, zahlt an beiden Standorten 89 Cent pro Kilowattstunde. Das ist im bundesweiten Vergleich viel: Ad-hoc-Preise an Schnellladern liegen 2026 meist zwischen 39 und 79 Cent, nur wenige Anbieter wie Ionity oder EnBW im Roaming-Fall verlangen ähnlich viel. Für Bayreutherinnen und Bayreuther mit Ladekarte oder Vertragstarif dürfte der neue Ladepark damit eher zweite Wahl bleiben. Interessanter ist er für überregionale Kunden auf der Durchreise, die schnell wieder auf die A9 wollen und für zehn Minuten Ladezeit keinen günstigeren Tarif heraussuchen möchten.
Wer steckt hinter dem neuen Ladepark?
Betreiber ist die BayWa Mobility Charging, die Endkundenmarke der BayWa Mobility Solutions GmbH mit Sitz in München. Die Tochter des Münchner BayWa-Konzerns ist seit 2023 einer von zehn bundesweiten Zuschlagsempfängern für das sogenannte Deutschlandnetz – und hat sich dabei das komplette „Bayern-Los“ gesichert. Mit einem Investitionsvolumen von rund 15 Millionen Euro sollen bis Ende 2026 rund 20 BayWa-Ladeparks im Freistaat entstehen, größtenteils gefördert durch den Bund.
Gebaut hat den Park ein Bayreuther Unternehmen – direkt gegenüber
Geplant und gebaut wurde der Ladepark an der Nürnberger Straße allerdings nicht von der BayWa selbst, sondern von der e-Ladeinfrastruktur GmbH – einem Bayreuther Fachbetrieb, der buchstäblich auf der anderen Straßenseite sitzt. Das 2021 von Marius Körlin und Tom Hillgruber in der Nürnberger Straße 102 gegründete Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren von der Wallbox-Installation für Privatkunden zum bundesweiten Generalunternehmer für Tiefbau und Elektroinstallation von Ladeinfrastruktur entwickelt. Zu den Referenzen zählen unter anderem Projekte für Tesla, Vattenfall und mehrere Stadtwerke – mit der Nürnberger Straße hat die Firma nun praktisch vor der eigenen Haustür gebaut.
Für die BayWa Mobility Solutions GmbH ist das Deutschlandnetz zugleich der Einstieg in ein neues Geschäftsfeld: Als sogenannter Charge Point Operator (CPO) betreibt das Unternehmen die Ladeparks künftig nicht nur, sondern baut sie auch selbst. Zuvor hatte die Firma als Generalunternehmerin bereits mehrere hundert Ladeparks für andere Betreiber wie EnBW und Vattenfall errichtet.
„Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit der Stadt Bayreuth zwei attraktive Standorte für das Deutschlandnetz entwickeln konnten und einen positiven Beitrag für die E-Mobilität in Oberfranken leisten können. Mit unseren modernen Ladesäulen und gut zugänglichen Parkplätzen können Kunden auf der Durchreise oder während eines Schwimmbadbesuchs wieder vollgeladen weiterfahren.“ — Daniel Medawar, Leiter Netzentwicklung Ladeparks der BayWa Mobility Solutions GmbH
Zwölf Monate von der ersten Rathaussitzung bis zur Eröffnung
Möglich wurde das Gesamtprojekt durch die Zusammenarbeit von Bund, Kommune und Privatwirtschaft: Bayreuth war 2023 vom Bundesverkehrsministerium als sogenannter Suchraum für das Deutschlandnetz ausgeschrieben worden, woraufhin die BayWa Mobility als Betreiber nominiert wurde. Die Stadt Bayreuth wiederum stellte die notwendigen Verkehrsflächen sowie den Mittelspannungsnetzanschluss zur Verfügung. Von der ersten Sitzung im Rathaus bis zur Fertigstellung beider Standorte sind zwölf Monate vergangen – zunächst ging Ende 2025 der kleinere Standort am Kreuzsteinbad ans Netz, nun folgt mit der Nürnberger Straße der größere der beiden Ladeparks.
„Der neue Ladepark ist ein wichtiger Baustein für die Mobilitätswende in der Region Bayreuth. Er schafft leistungsfähige Ladeinfrastruktur an gut erreichbaren Standorten in der Stadt und verbindet schnelles Laden mit praktischen Angeboten in unmittelbarer Nähe.“ — Andreas Zippel, Oberbürgermeister der Stadt Bayreuth
Das Deutschlandnetz: Bund will „weiße Flecken“ auf der Ladelandkarte schließen
Die beiden Bayreuther Standorte sind Teil eines deutlich größeren Programms. Mit dem Deutschlandnetz will das Bundesverkehrsministerium bundesweit rund 9.000 zusätzliche Schnellladepunkte schaffen, um auch abseits der großen Ballungsräume eine verlässliche Grundversorgung sicherzustellen. Finanziert wird das milliardenschwere Programm größtenteils durch den Bund, gebaut und betrieben von insgesamt zehn ausgewählten Unternehmen – darunter eben die BayWa Mobility Solutions GmbH für den Freistaat Bayern.
Bayreuth reiht sich damit in eine wachsende Zahl bayerischer Städte ein, die bereits eigene Deutschlandnetz-Standorte bekommen haben, etwa Augsburg, Rosenheim, Deggendorf und Schwangau.
Bayreuth lädt: Wie sich die Infrastruktur entwickelt
Für Bayreuth sind es nicht die ersten Schnellladepunkte: Bereits 2023 hatte die mittelfränkische BK-Group direkt an der A9 einen Tesla-Ladepark mit 20 Ladesäulen und einer rund um die Uhr geöffneten Aufenthaltslounge eröffnet. Auch die Stadtwerke Bayreuth bauen ihr Netz an klassischen Ladesäulen im Stadtgebiet kontinuierlich aus, wobei zuletzt vor allem die barrierefreie Gestaltung der Ladeplätze im Fokus stand.
Mit dem neuen Standort an der Nürnberger Straße wächst das Bayreuther Schnellladeangebot nun um acht weitere Ladepunkte mit garantiert hoher Leistung – ein Unterschied zu klassischen AC-Ladesäulen, die für ein volles Aufladen oft mehrere Stunden benötigen.
Häufige Fragen
Wo liegt der neue Ladepark in Bayreuth?
Der neue Standort befindet sich an der Nürnberger Straße nahe der Autobahnausfahrt Bayreuth Süd.
Seit wann ist der Ladepark am Kreuzsteinbad in Betrieb?
Der Standort am Kreuzsteinbad an der Universitätsstraße läuft bereits seit Ende 2025 und wird besonders im Sommer stark genutzt.
Wie viele Ladepunkte gibt es an den beiden Standorten?
An der Nürnberger Straße stehen vier Ladesäulen mit acht Ladepunkten zur Verfügung, am Kreuzsteinbad zwei Ladesäulen mit vier Ladepunkten.
Wie schnell kann ich dort mein Auto laden?
Die Ladesäulen leisten bis zu 400 kW, garantiert sind pro Ladepunkt 200 kW. Je nach Fahrzeug lassen sich damit in etwa fünf Minuten bis zu 150 Kilometer Reichweite nachladen.
Wer betreibt die Ladeparks?
Betreiber ist die BayWa Mobility Charging, eine Marke der BayWa Mobility Solutions GmbH, einer Tochtergesellschaft der BayWa AG. Das Unternehmen hat sich 2023 den Zuschlag für das bayerische Los des bundesweiten Deutschlandnetzes gesichert.
Was kostet das Laden an den Standorten?
Ohne Vertrag oder App liegt der Ad-hoc-Preis bei 89 Cent pro Kilowattstunde. Das ist im Vergleich zu vielen anderen Anbietern hoch – günstiger fahren meist Kundinnen und Kunden mit Ladekarte oder Vertragstarif eines anderen Anbieters.












Symbolbild © stock.adobe | Monkey Business
Eine Solaranlage in der Metropolregion Nürnberg. Foto: EnCN/ Stefan Klingenberger