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Coronavirus

Ende der Impfpriorisierung in Bayreuth: „Nicht in vierte Welle reinrasseln“

Die Priorisierung in den Bayreuther Impfzentren wird wohl noch diese Woche aufgehoben. Das haben Landrat Florian Wiedemann und Bayreuths Oberbürgermeister Thomas Ebersberger bekanntgegeben.

Die Impfpriorisierung in Bayreuther Impfzentren wird bald aufgehoben. Das hat das Landratsamt Bayreuth am Dienstag (29. Juni) in einer Pressekonferenz bekanntgegeben. Im Landkreis Bayreuth meldet das RKI für Dienstag eine Inzidenz von 0.

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Impfpriorisierung in bayerischen Impfzentren wohl bald aufgehoben

Oberbürgermeister Thomas Ebersberger informierte zum Sachstand rund ums Impfen in Bayern. „Bis zu den Sommerferien sollen 70 Prozent erst- und 50 Prozent vollständig geimpft sein. Bis Ende September strebt der Freistaat eine Quote von 85 Prozent der Zweitimpfung bei den über 18-Jährigen an. „Wir gehen davon aus, dass die Impfpriorisierung an den Impfzentren noch diese Woche aufgehoben wird.“

Im Hinblick auf die Delta-Variante sollen die Warnungen weiter ernstgenommen werden. Viele Personen meinen Ebersberger zufolge, die Ansteckungsgefahr sinke, wenn um einen herum genug andere Leute geimpft seien. „Dem ist nicht so.“

Die Impfzentren in Bayern sollen über September hinaus erhalten werden. Der Einsatz soll dabei mobiler und flexibler werden. „Wir stehen Gewehr bei Fuß“, sagte Markus Ruckdeschel vom Bayerischen Roten Kreuz.

Jugendliche und Studenten jetzt im Fokus bei Impfungen

In Kürze sollen Angebote an Jugendliche und Studenten auf den Weg gebracht werden. „Wichtig, in dieser Altersgruppe das Impfangebot zu verstärken. Das Angebot der Immunisierung soll größer werden.“

Eine neue Impfkampagne stehe laut Ebersberger in Bayern in den Startlöchern ‚Ich tu‘ es!‘ Etwas für die Allgemeinheit tun und nicht als Trittbrettfahrer unterwegs sein. „Viele, die bereit sind, sich impfen zu lassen, sollen das nicht nur für sich, sondern auch für ihre Umgebung machen.“

So viele Menschen sind im Landkreis Bayreuth aktuell geimpft

„Es ist eine große Impfstoffmenge für Juli angekündigt“, sagte Ebersberger. Die Zahl der Wartenden ist viel kleiner geworden.

Anschließend informierte Landrat Florian Wiedemann über den aktuellen Impfstand im Landkreis zum 28. Juni Impfstand. 91.215 Erstimpfungen seien erfolgt (51,1 %), 70.293 Personen seien vollständig geimpft (39,4 %) Wir haben „ganz gut aufgeholt bei den Zweitimpfungen in den letzten Wochen“, blickte der Landrat zurück.

Vollständig Geimpfte sollen BayIMCO-Account löschen

Wiedemann richtete einen Appell an alle bereits Geimpfte: „Wenn man vom Haus- oder Betriebsarzt geimpft wurde, ist es wichtig, den BayIMCO-Account zu löschen.“ Warum? Bei der kurzfristigen neuen Terminvergabe erfahren die Teams der Impf-Hotline von den Angerufenen, dass viele von ihnen aus der BayIMCO-Liste schon geimpft seien. Das sei für die Impfteams „sehr zeitaufwendig. Man kann seinen Account auch über die Impfhotline löschen. Das hilft uns ungemein“, sagte Wiedemann. Die Telefonnummer in Bayreuth lautet 0921/728700

Impfen trotz Urlaubszeit eminent wichtig

Wiedemann formulierte einen zweiten Appell: „Wenn man noch nicht geimpft ist, sich jedoch impfen lassen möchte, bitte unbedingt bei BayIMCO registrieren um in die Terminvergabe zu gelangen.“ Außerdem sei es trotz Urlaubszeit wichtig, dass die Impftermine eingehalten werden oder zumindest rechtzeitig abgesagt werden.

„Herdenimmunität ist wichtig, damit die Impfstrategie greifen kann. Die Impfquote von mindestens 80 Prozent ist hierzu notwendig. Unter 70 Prozent gibt es noch keine Herdenimmunität“, sagte Wiedemann.

Ärztlicher Leiter warnt: nicht „in die vierte Welle reinrasseln“

In allen Altersgruppen müsse geimpft werden, nicht nur Alte oder junge Erwachsene. Die Dunkelziffer für Corona könnte aktuell etwas höher liegen, da sich derzeit weniger Menschen testen lassen.

Dr. Stefan Wirth, der Ärztliche Leiter des Bayreuther Impfzentrums am Stadtbad warnt vor den Konsequenzen, wenn die Anzahl der Geimpften langsamer steigen sollte als bisher: Man könne „in die vierte Welle voll reinrasseln. Die Delta-Variante ist rund 50 Prozent ansteckender als die als erstes aufgetretene Alpha-Variante.“

Jürgen Lenkeit

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Jürgen Lenkeit