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Erstmals keine Nachzucht möglich: Äschenbestand in der Wiesent zu gering
Der Bestand der gefährdeten Äsche in der Wiesent ist laut Bezirk Oberfranken massiv eingebrochen. Weil kaum noch Laichfische gefunden wurden, kann das Äschenhilfsprogramm der Lehranstalt für Fischerei in Aufseß in diesem Jahr erstmals nicht fortgeführt werden.
In der Lehranstalt für Fischerei in Aufseß ziehen die Mitarbeiter jedes Jahr Satzfische groß, die den Bestand der gefährdeten Äsche stärken soll. Zum ersten Mal konnten die Mitarbeiter des Bezirks dafür nicht genügend Laichfische aus der Wiesent entnehmen.
Kaum noch Äschen
Rund 12.000 einsömmrige Äschen hat die Lehranstalt im Jahr 2025 ausgesetzt. Im Folgejahr seien nun fast gar keine Laichfische in dem ausgesuchten Abschnitts der Wiesent gesichtet worden, schreibt der Bezirk Oberfranken in einer Mitteilung und gibt den Verlust mit bis zu 95 Prozent an. Er sieht den Kormoran als Grund für den Rückgang der Äsche.
Das „Äschenhilfsprogramm“
Viele Jahre Erfahrung und „Learning-by-doing“ bilden die Grundlage des Äschenhilfsprogramms des Bezirks. Die Mitarbeiter der Lehranstalt für Fischerei in Aufseß mussten erst die richtigen Bedingungen für die Nachzucht finden – etwa bei Wassertemperatur, Futter und Haltung. „Wir hatten viele Rückschläge zu verkraften“, sagt Viktor Schwinger von der Fachberatung für Fischerei.
Entscheidend für den Erfolg ist der Fang wildlebender Laichfische aus der Wiesent. Die Tiere werden dort abgestreift oder vorübergehend in der Lehranstalt gehalten. Nach der Laichgewinnung kommen sie wieder zurück in den Fluss.
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Bezirk: Kormoran verantwortlich
Grund für den Rückgang der Äsche ist laut Bezirk neben dem strengen Winter der Kormoran. Weil Teiche und Seen zugefroren waren, hätten die Vögel vor allem in Fließgewässern gejagt. Fischer hätten deshalb ungewöhnlich viele Kormorane gemeldet.
Auch in anderen Gewässern stellte die Fachberatung hohe Verluste fest – teilweise bis zu 75 Prozent. Geringere Schäden gab es laut Bezirk nur dort, wo Kormorane gezielt vergrämt oder abgeschossen wurden.
Die Fachberatung fordert deshalb, die bayerische Kormoranverordnung über 2027 hinaus zu verlängern und das Kormoranmanagement europaweit zu verschärfen. Die bayerische Kormoran‑Verordnung (Artenschutzrechtliche Ausnahmeverordnung) erlaubt unter streng geregelten Bedingungen das Töten und Vergrämen von Kormoranen zur Abwendung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schäden, ist zeitlich befristet und an Meldepflichten, Raum‑/Zeitraumbeschränkungen sowie den Schutz anderer Arten gebunden.
Keine Äschen-Nachzucht in diesem Jahr
„In diesem Jahr wird uns eine Nachzucht der Äsche nicht möglich sein. Es bleibt auch abzuwarten, wie sich der Bestand in der Wiesent erholt, nachdem nun auch der Fischotter dort vorkommt“, so Thomas Speierl, Leiter der Fachberatung für Fischerei.












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Foto: Peter Kolb