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Polizei

38-Jähriger erhält lebenslange Haftstrafe für Mord an Forscherin in Coburg

von bt-Redaktion  erste Meldung am 5. Dezember, Update am 7.  und 10. Dezember 2024 und am 11. Juni 2025, letztes Update vom 19. September 2025

Im Mordprozess um die im Dezember 2024 getötete Forscherin Eva-Maria H. ist am Freitag ein Urteil am Landgericht Coburg gefallen. Der 38-jährige Angeklagte wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Mehr als neun Monate nach dem gewaltsamen Tod von Eva Maria H. ist am Landgericht Coburg ein Urteil gefallen: Der 37-jährige Alexander G. wurde am Freitag zu lebenslanger Haft verurteilt. Zudem stellte die Strafkammer die besondere Schwere der Schuld fest. Der Mann hatte die Tötung seiner damaligen Bekannten bereits kurz nach ihrem Verschwinden im Dezember 2024 gestanden.

Mordprozess gegen Alexander G. am Landgericht Coburg

In den bisherigen Prozesstagen wurden vor allem psychiatrische und psychologische Gutachten vorgestellt. Diese sollten Einblicke in die Persönlichkeit des Angeklagten und mögliche Tatmotive geben.

Fünfter Prozesstag: Plädoyers und mögliche Urteilsverkündung

Am Freitag, den 19. September 2025, stehen die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung im Zentrum. Nach den Plädoyers könnte das Gericht bereits heute ein Urteil fällen – ein Schlusspunkt in einem der aufsehenerregendsten Strafprozesse der letzten Monate in Oberfranken.

Schon gelesen? Auch im Mordprozess gegen Werner M. in Bayreuth steht das Urteil bevor.
Am 11. Juni 2025 hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben

Der Vorwurf: Mord zur Befriedigung des Geschlechtstriebes, aus Heimtücke und zur Ermöglichung weiterer Straftaten

Die Mordanklage der Staatsanwaltschaft Coburg stützt sich auf den Vorwurf, der 37-Jährige habe die 40-Jährige zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, heimtückisch und zur Ermöglichung einer weiteren Straftat getötet. Die Details des mutmaßlichen Verbrechens, die die Staatsanwaltschaft offenlegt, zeichnen ein erschütterndes Bild.

Der Beschuldigte und das spätere Opfer Eva-Maria H. kannten sich über ihre gemeinsame Tätigkeit beim Technischen Hilfswerk. Die beiden freundeten sich an, weitere Annäherungsversuche lehnte die Frau aber ab. Der 37-Jährige habe sich durch die Äußerungen von Eva-Maria H. herabgesetzt gefühlt. Deshalb habe er bereits in den Tagen vor dem 30. November 2024 geplant, sie zu töten.

Unseren Artikel zum Thema Femizid haben wir hier verlinkt.

Der Tatabend

Am Abend des 30. November soll Alexander G. er die Frau dann in seine Wohnung in Coburg gelockt und dort noch im Flur mit einem vorbereiteten Kabel von hinten zu Tode gewürgt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm außerdem vor, die Getötete ins Schlafzimmer gebracht und sich dort sexuell an ihr vergangen zu haben. Nach der Tat habe er die Leiche zunächst in einem Abstellraum der Wohnung versteckt und sie dann am Montag, den 3. Dezember, in einem Lagercontainer seines Arbeitgebers abgelegt.

Psychiater: Angeklagter voll schuldfähig

Nach dem Gutachten eines psychiatrischen Sachverständigen ist der 37-Jährige voll schuldfähig.

Sollte der Beschuldigte wegen Mordes verurteilt werden, droht ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Unser Artikel vom 10. Dezember 2024: Tatverdächtiger gesteht Tat

Bereits am späten Donnerstagnachmittag, den 5. Dezember, leiteten die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft Coburg ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts gegen den 37-jährigen Mann aus Coburg ein.

Am 6. Dezember erließ eine Ermittlungsrichterin auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des Tatverdächtigen. Noch bevor dieser vollzogen wurde, stellte sich der Mann bei der Polizei in Coburg und wurde unmittelbar festgenommen.

Täter und Opfer kannten sich über das THW

Im Rahmen seiner ersten Einlassungen gestand der 37-Jährige, die 40-jährige Frau getötet zu haben, berichtet die Polizei. Die bisherigen Ermittlungen ergaben, dass sich der Tatverdächtige und das Opfer über ihre gemeinsame Mitgliedschaft im Ortsverband Coburg des Technischen Hilfswerks kannten.

Leichnam der Frau entdeckt

Am Freitagmittag, den 6. Dezember, fanden Beamte der Kripo den Leichnam der Vermissten in einem Lagercontainer auf dem Gelände des Arbeitgebers des Tatverdächtigen, eines Dienstleisters im Gesundheitsbereich aus Coburg. Die Ermittlungen zum Tatort dauern weiterhin an.

Obduktion: Tod vermutlich in der Nacht von Samstag auf Sonntag

Eine am Samstag durchgeführte gerichtsmedizinische Obduktion ergab, dass die Frau vermutlich in der Nacht vom 30. November auf den 1. Dezember gewaltsam zu Tode kam. Weitere Einzelheiten zur Todesursache werden bis zum Abschluss der Ermittlungen nicht veröffentlicht.

Umfangreiche Suchmaßnahmen zur Beweissicherung

Am Freitag führten Ermittler, unterstützt von der Bayerischen Bereitschaftspolizei, umfangreiche Suchmaßnahmen in verschiedenen Bereichen Coburgs durch. Diese Maßnahmen, unter anderem am Schlossplatz, im Hofgarten und auf dem Gelände des Coburger Entsorgungs- und Baubetriebes, dienten der Sicherstellung möglicher Beweismittel, die der Tatverdächtige in Mülleimern und Müllcontainern entsorgt haben könnte. Dabei wurde unter anderem das Mobiltelefon des Opfers aufgefunden.

Weitere Ermittlungen zu Motiv und Tathergang

Das genaue Motiv, der Tathergang und die näheren Hintergründe der Tat sind weiterhin Teil der laufenden Ermittlungen.

Update vom 7. Dezember 2024

Der 37-jährige Mann, der im Verdacht steht, Eva-Maria H. getötet zu haben, sitzt in Untersuchungshaft. Heute (7. Dezember) ist er dem Ermittlungsrichter vorgeführt worden. Dieser hat Haftbefehl erlassen.

Verschwinden von Eva-Maria H.

Eva-Maria H. wurde zuletzt am Samstagabend, den 30. November 2024, um 17 Uhr im Bereich der Coburger Industriestraße gesehen. Am 3. Dezember 2024 wurde die 40-Jährige als vermisst gemeldet.

Die Frau wurde tot aufgefunden. Ein 37-jähriger Mann aus Coburg wurde als Tatverdächtiger wegen des Tötungsdelikts festgenommen.

Intensive Suchmaßnahmen und Ermittlungen

Nach der Vermisstenanzeige durch ihren Arbeitgeber leitete die Polizei Coburg umgehend Ermittlungen ein. Suchmaßnahmen mit Unterstützung durch Hubschrauber, Drohnen, Suchhunde und die Bereitschaftspolizei blieben zunächst erfolglos. Am Mittwoch übernahm die Kriminalpolizei die Koordination.

Hinweise auf Gewalttat führen zu Festnahme

Im Zuge der Ermittlungen ergaben sich Hinweise auf eine mögliche Gewalttat. Ein 37-jähriger Mann geriet in den Fokus der Ermittler. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts ein, und der Tatverdächtige wurde am Freitagmorgen festgenommen.

Spezialteam klärt Hintergründe

Für die Aufklärung des Falls wurde die Ermittlungsgruppe „Signal“ mit 20 Beamten eingerichtet. Die genauen Umstände und Hintergründe der Tat sind noch Gegenstand der Ermittlungen.

Erste Meldung am 5. Dezember: Ermittlungen und Suchaktion laufen

Am Dienstagnachmittag, den 3. Dezember 2024, meldeten Arbeitskollegen die 40-jährige Frau als vermisst. Die Polizei Coburg hat daraufhin die Ermittlungen aufgenommen und bittet die Bevölkerung um Hinweise.

„Momentan haben wir keine Erkenntnisse zu den Hintergründen des Verschwindens“, erklärte Nadine Ruf, Pressesprecherin der Polizei Oberfranken. Die Kriminalpolizei Coburg hat die Ermittlungen übernommen und prüft alle möglichen Richtungen.

Suchmaßnahmen ohne Erfolg

Am Dienstag wurden großflächige Suchmaßnahmen durchgeführt, bei denen unter anderem Personensuchhunde und ein Polizeihubschrauber zum Einsatz kamen.

Die Suche blieb jedoch ohne Erfolg. Am Mittwoch wurden die Maßnahmen mit Unterstützung einer Drohne und weiteren Personensuchhunden fortgesetzt. Auch die Bergwacht beteiligte sich an der Suche.