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Falsche Götter: Wagner trifft Theater in Bayreuth
Am 28. August 2026 kommt das szenische Melodram „Falsche Götter“ von Albert Ostermaier im Friedrichsforum auf die Bühne. Drei Schauspielerinnen und zwei Streichquartette bringen die Nornen der Nibelungen-Sage zum Leben.
Falsche Götter erzählt die alte Nibelungen-Sage neu. Im Mittelpunkt stehen die Nornen, jene schicksalsraunenden Göttinnen der nordischen Mythologie. Sie weben und verknoten die Lebensfäden der Handelnden immer wieder anders. Dadurch entsteht eine Erzählung, in der sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gegenseitig durchdringen.
Der Dramatiker hinter dem Stück, Albert Ostermaier, zählt zu den meistgespielten deutschen Bühnenautoren der Gegenwart. Seine Texte wurden bereits von Regiegrößen wie Karin Beier und Andrea Breth uraufgeführt.
Zuletzt sorgte sein Stück „Munich Machine“ – ein Melodram mit Weißwurst-UFOs und einem kritischen Blick auf die Entwicklung Münchens – am Residenztheater für Aufsehen. Es feierte dort im Februar 2026 Premiere.
Falsche Götter: Ein neuer Blick auf die Nibelungen-Sage
Zum Jubiläum „150 Jahre Bayreuther Festspiele“ kommt nun das 2024 uraufgeführte Stück „Falsche Götter“ von Albert Ostermaier ins Friedrichsforum nach Bayreuth. Die Inszenierung unter der Regie von Ludger Engels verbindet Ostermaiers Text spartenübergreifend mit Musik und Sprache.
Im Zentrum der Handlung steht eine Frage: Was bleibt nach der Götterdämmerung übrig? Der Begriff stammt aus der nordischen Mythologie und bezeichnet den Untergang der alten Götterwelt, bekannt in Bayreuth vor allem durch Wagners gleichnamige Oper.
Die Nornen schreiben die klassische Heldengeschichte um. Aus der „Hisstory“ wird bei ihnen die „Herstory“. So verschiebt das Stück den Blick auf einen Mythos, der seit Jahrhunderten vor allem aus männlicher Perspektive erzählt wurde.
Musik zwischen Wagner und Moderne
Falsche Götter ist als Melodram angelegt. Gesprochener Text, darstellerisches Spiel und Musik verschmelzen zu einer Einheit, ohne dass gesungen wird.
Für die musikalische Umsetzung sorgen das Modern String Quartet und das Voyager Quartet. Sie spielen Kompositionen von Richard Wagner sowie eigens für das Stück geschaffene Werke von Andreas Höricht und Winfried Zrenner. Leitmotive aus Wagners „Götterdämmerung“ tauchen dabei immer wieder auf und werden in einen zeitgenössischen Klangkontext übertragen.
Höricht und Zrenner sind keine Unbekannten. Bereits 2023 begeisterten sie mit ihrem Anti-Musical „Warhol“ im Münchner Gasteig HP8. Die Süddeutsche Zeitung bezeichnete das Werk damals als „ein Meisterwerk, diesmal wohl ihr umfassendstes“. Auch Hörichts Streichquartett-Adaptionen von Schuberts „Winterreise“ wurden für den Opus Klassik nominiert.
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Besetzung und Regie
Die drei Nornen werden von Sophie von Kessel, Wiebke Puls und Dennenesch Zoudé verkörpert. Alle drei Schauspielerinnen bringen langjährige Bühnenerfahrung mit und prägen mit ihrem Zusammenspiel die Dynamik des Abends.
Die Regie liegt bei Ludger Engels, der seit 2022 künstlerischer Direktor der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg ist. Seine bisherigen Arbeiten führten ihn an Opern- und Theaterhäuser sowie zu Festivals und Museen weltweit. Für das Bühnenbild zeichnet Ric Schachtebeck verantwortlich.
Aufführung in Bayreuth
Datum: 28. August 2026, 19:30 Uhr
Ort: Friedrichsforum Bayreuth, Großer Saal
Tickets: friedrichsforum.de oder bei der Vorverkaufsstelle Theaterkasse in der Opernstraße 22












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