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Feierstimmung in Kulmbach kippt: Polizei ruft Unterstützung mit Hundestaffeln aus Bayreuth und anderen Landkreisen

In Kulmbach haben mehrere Menschen den Abend im Freien genossen. Plötzlich kippte die Stimmung – die Polizei musste mehrere Unterstützungen aus benachbarten Landkreisen anfordern.

Wie bereits in der vergangenen Woche zog es auch in der Nacht zum Samstag (19. Juni 2021) scharenweise Menschen in die Obere Stadt in Kulmbach, um die lauen Abendstunden – gepaart mit den Lockerungen der Corona-Bestimmungen – ausgiebig zu genießen.

„Während sich über die Sinnhaftigkeit solch massenhafter Zusammenkünfte angesichts des nach wie vor nicht überwundenen Infektionsgeschehens trefflich streiten lässt, kam es diesmal jedoch auch zu mehreren Zwischenfällen, die ihren Niederschlag in Strafanzeigen finden“, teilt die Polizei Kulmbach mit.

Feierstimmung in Kulmbach kippt

Nachdem die Stimmung zunächst friedlich und ausgelassen war, füllte sich neben den Außenbereichen der Gastronomie und den Gehwegen in der Oberen Stadt auch die Straße selbst, so dass für Fahrzeuge kein Durchkommen mehr war. Die dann nach Angaben der Polizei aufkommende „Volksfeststimmung“ führte bei zwei jugendlichen Kulmbachern offensichtlich zu Übermut.

Zumindest berichteten Augenzeugen davon, dass die beiden augenfällig „Streit suchten“. Als die erste Polizeistreife eintraf, schien die Lage zunächst beruhigt, einer der beiden Aggressoren im Alter von 14 Jahren ließ sich dennoch nicht davon abhalten, gegen 23:30 Uhr einem 18-jährigen aus dem Landkreis Kulmbach einen heftigen Faustschlag auf die Nase zu versetzen, teilt die Polizei mit.

Polizei braucht Unterstützung aus Bayreuth

Diese Tätlichkeit stellte jedoch keineswegs das Ende der Aggression dar, vielmehr wurde sie zum Auslöser mehrerer kleinerer Reibereien, so dass die Ordnungshüter Unterstützung aus den umliegenden Bereichen, unter anderem aus Lichtenfels, Bayreuth und Stadtsteinach anforderten, „um die Lage wieder zu befrieden“. Auch mehrere Hundeführer samt ihrer vierbeinigen Partner aus Bayreuth und Coburg waren im Einsatz.

Während der 14-jährige Schläger und sein ebenso feindselig gesinnter 15-jähriger Begleiter durch ihr Verhalten einen Aufenthalt in der Polizeiwache gebucht hatten, überschätzte nach Angaben der Polizei nur eine halbe Stunde später ein 20-jähriger aus dem westlichen Kulmbacher Landkreis ebenfalls seine Kräfte im direkten Schlagabtausch. Auch er stänkerte nahezu volltrunken wahllos andere Passanten an, bis er in drei jungen Männern im Alter von 20 und 21 Jahren entsprechende „Gegner“ fand.

Das „Kräftemessen“ währte jedoch nur kurz, da die inzwischen zahlreich vertretenen Polizeikräfte die Schlägerei bereits im Keim erstickten – eine blutende Nase beim Streitsuchenden blieb dennoch zurück und musste vom Rettungsdienst behandelt werden.

Zahlreiche Anzeigen in Kulmbach

Ähnlich verstimmt über die Ereignisse der Nacht dürfte eine 32-jährige Kulmbacherin sein, die gegen 22 Uhr ihr Anwesen in der Oberen Stadt an der Ecke zum Mittleren Stadtgässchen für einige Minuten verließ. Als sie zurückkehrte, musste sie nämlich feststellen, dass ein bislang Unbekannter einen am Gartentor angebrachten Sichtschutz im Wert von rund 30 Euro demolierte.

Auch hierzu leiteten die Beamten ein Ermittlungsverfahren ein. Was am Ende der Nacht zurück blieb, waren mehrere Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigungs- und Körperverletzungsdelikten, leichtere Verletzungen infolge der ausgetauschten Tätlichkeiten und nach Angaben der Polizei ein unerfreulicher Berg an Müll und Scherben auf Straße und Gehweg, der die Stadtreinigung bei Sonnenaufgang beschäftigte.

Bayreuther Tagblatt - Redaktion

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