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Festival junger Künstler Bayreuth bringt 24 Nationen zusammen
Das Festival junger Künstler Bayreuth öffnet vom 1. bis 15. August wieder seine Bühnen für den internationalen Nachwuchs. Rund 220 junge Künstlerinnen und Künstler aus 24 Nationen gestalten das Programm mit, ganz im Zeichen des Mottos „RE:SONANZ“.
Bayreuth ist im August nicht nur die Stadt der Richard-Wagner-Festspiele. Parallel dazu findet das Festival junger Künstler Bayreuth statt und setzt einen ganz eigenen, lebendigen Akzent. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr das Motto „RE:SONANZ“, angelehnt an die Resonanztheorie des Soziologen Hartmut Rosa.
Die Theorie beschreibt, wie Menschen durch Kunst, Musik und echte Begegnungen zu einem gelingenden Leben finden können, erklärt die langjährige Festivalintendantin Sissy Thammer. Mit Resonanz wolle man „einen lebendigen Austausch schaffen“.
Zahlen, die die Vielfalt belegen
Die aktuelle Ausgabe bringt beeindruckende Kennzahlen mit sich. Rund 220 Teilnehmende aus über 24 Nationen wirken mit. Das Programm umfasst insgesamt 50 Veranstaltungen, darunter Konzerte, Events, Open Airs und Symposien, ergänzt durch 12 Workshops im Rahmen der Festival-Akademie. Es lohnt sich deshalb ein Blick auf dem Programm zu werfen und Termine vorzumerken.
Ein paar Beispiele aus dem Programm 2026
Bayern trifft Mexiko und weitere musikalische Begegnungen
Beim Projekt „Bayern trifft Mexiko – Klangbrücken über Kontinente“ treffen am 2. August ein Mariachi-Ensemble und bayerische Volksmusik aufeinander. „Open Air beim ZENTRUM und bei Schlechtwetter gehen wir natürlich rein, aber mit entsprechenden Getränken untermalt, kann ich mir vorstellen, dass das eine echt wilde Begegnung wird“, sagt Thammer. Die künstlerische Leitung liegt bei Carlos Avina und Carolin Pruy-Popp.
Daneben sorgt das A-cappella-Quartett KARMA für Abwechslung. Die vier Sängerinnen und Sänger unter Leitung von Georg Richardsen bringen am 8. August Barbershop, Jazz, Pop und Volkslied im ZENTRUM zusammen. Damit zeigt das Festival, dass Klassik hier nicht die einzige Sprache ist.
Orient trifft Okzident: Türkisches Jugendorchester zu Gast
Ein Höhepunkt des Festival junger Künstler Bayreuth ist das Projekt „Resonanz der Kulturen“. Dabei arbeitet das Festival eng mit dem Turkish National Youth Philharmonic Orchestra zusammen. Unter der Leitung von Dirigent Cem Mansur gibt das Ensemble zwei Konzerte: „Magische Momente“ am 4. August im Europasaal von DAS ZENTRUM sowie „Mavi Yaz – Blauer Sommer“ am 5. August im Friedrichsforum.
Auf dem Programm stehen unter anderem Werke von Engelbert Humperdinck, Pjotr Iljitsch Tschaikowsky, Maurice Ravel und Paul Dukas. Ein junger türkischer Komponist präsentiert außerdem eine Uraufführung. Die Durchführung des Projekts sei „eine immense, aber notwendige Herausforderung“, heißt es. Dennoch habe das Organisationsteam diese gemeistert mit Hilfe von unter anderem Stadtrat Halil Tasdelen.
Carl Orff neu entdeckt: Sprechstücke als Geheimtipp
Ein besonderer Programmpunkt ist das Projekt „Omnia tempus habent“ nach Carl Orff. Professor Fredrik Schwenk, künstlerischer Leiter des Festivals, brachte dafür Schauspielstudierende der Theaterakademie Hamburg mit Schlagzeugstudierenden aus Cluj-Napoca zusammen. Unter der Regie von Bernd Freytag entstand eine Inszenierung, die selten gespielte Sprechstücke Orffs mit Texten von Friedrich Hölderlin und Kurt Schwitters verbindet.
Schwenk beschrieb die Proben mit sichtlichem Vergnügen als Zusammenprall zweier Welten. Auf der einen Seite stehe die auf Kürze getrimmte Aufmerksamkeitsspanne junger Schauspielstudierender, auf der anderen Hölderlins verschachtelte, atemraubende Sätze. Das Projekt heißt „Hölderlin versus Generation Z“ und schilderte, wie aus anfänglicher Verwirrung am Ende „echte rohe Energie“ entstehe.
Die Aufführungen finden am 10. und 12. August im ZENTRUM statt. Ergänzt wird das Projekt durch ein Symposium mit Dr. Thomas Rösch vom Orff-Zentrum München zum Verhältnis von Richard Wagner und Carl Orff.
Kunst, Klavierklang und Künstliche Intelligenz
Im Kultursalon „KI: stört. zerstört. befreit.“ diskutieren Teilnehmende unter Leitung von Prof. Aldo Faisal und Sissy Thammer, welche Rolle Künstliche Intelligenz in der Kunst spielen kann. KI sei „nicht als Bedrohung für die Kunst, sondern als Rebellion“ zu verstehen. Dabei geht es also weniger um Ersatz als um Erweiterung kreativer Prozesse.
Parallel dazu entsteht im Steingraeber Haus das Projekt „Klangräume.Bildspuren“. Die Kompositionsstudierenden Dominic Willis und Marta Kowalczuk vertonen dabei Werke des Künstlers Antoine Amadeus Wagner-Pasquier für vier von ihm gestaltete Steingraeber-Klaviere. Ein Gespräch mit dem Künstler, moderiert vom Journalisten Florian Zinnecker, rundet die Veranstaltung ab.
Nachwuchsförderung als roter Faden
Nachwuchsarbeit bleibt das Herzstück des Festivals. Beim Kinder-Workshop „Traumwelt“ entwickeln junge Teilnehmende, inspiriert vom 250. Geburtstag E. T. A. Hoffmanns, eigene Geschichten und Masken. Zudem begleitet das Artists-in-Residence-Programm langfristig junge Talente wie Martin Schneider und Radoslava Vorgić.
Musik unter Sternschnuppen
Auch ungewöhnliche Formate gehören dazu. Am 12. August lädt Perkussionist Christian Benning zur Nacht der Sternschnuppen nach Speinshart ein. Das Publikum liegt dabei im Innenhof der Abtei und lauscht seiner Musik unter freiem Himmel.
Es gibt aber viel Mehr!
Neben den großen Leuchtturmprojekten lohnt sich auch ein Blick auf kleinere Programmpunkte. Beim Konzert „Flora Incognita“ am 7. August in der Ordenskirche spüren junge Musikerinnen und Musiker der verborgenen Sprache der Blumen im Barock nach. Am 11. August verbindet das Ensemble „À la française“ im ZENTRUM französische Klangkultur mit außergewöhnlicher Kammermusik. Den Abschluss bildet am 14. August das Bläserkonzert „KlangHorizonte“ in der Stadtkirche Heilig Dreifaltigkeit unter der Leitung von Otto Sauter.
Das vollständige Programm mit allen Terminen, Orten und Tickets findet sich unter www.youngartistsbayreuth.com.












Oberbürgermeister Andreas Zippel und Engin Gülyaprak und Axel Gottstein von Wahnfood ©Katharina Müller-Sanke
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