Zuletzt aktualisiert am
Nach Fischsterben: Kieswäsch soll am Sonntag wieder freigegeben werden
Gute Nachrichten aus Kulmbach: Nach dem Fischsterben an der Kieswäsch hat sich die Sauerstoffsituation im Gewässer deutlich verbessert. Die Belüftungsmaßnahmen des Technischen Hilfswerks (THW) sollen am Samstagvormittag eingestellt werden, das Badeverbot könnte bereits am Sonntag aufgehoben werden.
Belüftung wird am Samstag beendet
Seit dem 23. August pumpen Einsatzkräfte des THW Wasser aus der Kieswäsch und führen es mit zusätzlichem Sauerstoff angereichert wieder zurück ins Gewässer. Beteiligt sind die THW-Ortsverbände Kulmbach, Kronach, Naila und Pegnitz.
Bei einer gemeinsamen Lagebesprechung am Freitag entschieden die beteiligten Fachbehörden und Einsatzkräfte, die Maßnahmen am Samstagvormittag einzustellen. Bis dahin sollen die Pumpen weiterlaufen.
Grund für die Fortsetzung bis Samstag ist eine angekündigte Wetteränderung mit Regen und Gewittern. Diese könnte sich ungünstig auf den Sauerstoffgehalt des Gewässers auswirken. Die zusätzliche Belüftung soll dieses Risiko abfedern.
Badeverbot noch bis Sonntag
Wenn sich die positive Entwicklung fortsetzt, soll das derzeit geltende Badeverbot am Sonntag aufgehoben werden. Die Wasserqualität der Kieswäsch soll auch danach weiterhin engmaschig von den zuständigen Fachstellen kontrolliert werden.
Königsfischen abgesagt
De Fischbestand in der Kieswäsch soll sich nun erholen. Der Bezirksfischereiverein Kulmbach plant deshalb, das für September vorgesehene Königsfischen abzusagen.
Auch das Angeln am Oberauhof soll bis in den Herbst hinein vorerst nicht möglich sein. Der Fischbestand soll sich nach dem Fischsterben nun möglichst ungestört stabilisieren können.
Runder Tisch zur Zukunft der Kieswäsch
Die Stadt Kulmbach will die Ereignisse außerdem zum Anlass nehmen, langfristig über die Entwicklung des Gewässers zu sprechen. In den kommenden Wochen soll deshalb ein Runder Tisch mit Fachbehörden, Organisationen, Nutzern und weiteren Verantwortlichen stattfinden.
„Wir müssen die Erfahrungen aus dieser Situation nutzen und gemeinsam vorausschauend überlegen, was wir tun können, damit unsere Kieswäsch dauerhaft ein gutes Gewässer für alle bleibt“,
begründet OB Ralf Hartnack das Vorhaben.
Dabei soll es darum gehen, welche Maßnahmen möglich sind, um die Kieswäsch langfristig als attraktives und ökologisch stabiles Gewässer zu erhalten.
Update vom 26. August: Pumpen sollen bis Freitag laufen
Die Pumpen des Technischen Hilfswerks sollten zunächst nur bis Dienstagabend laufen. Nach einer erneuten Lagebesprechung haben Stadt und Fachbehörden nun entschieden, die Maßnahmen bis Freitag in unveränderter Stärke fortzuführen.
Grund dafür sind die aktuellen Messungen: Die Sauerstoffsättigung im Wasser entwickelt sich weiter positiv, die Situation soll aber weiterhin engmaschig beobachtet werden. Am Freitag wollen die Beteiligten die Lage anhand der dann vorliegenden Messwerte erneut bewerten und entscheiden, ob die Pumpen abgeschaltet oder weiter betrieben werden.
Das Badeverbot an der Kieswäsch bleibt bis auf Weiteres bestehen.
Artikel vom 24. August: THW bringt Sauerstoff ins Wasser
Über Nacht wurden nach Angaben der Stadt weniger tote Fische festgestellt. Auch die Sauerstoffwerte im Wasser haben sich leicht verbessert. Eine Entwarnung gibt es aber noch nicht.
Seit Sonntag versuchen Feuerwehr und THW, den Sauerstoffgehalt der Kieswäsch zu erhöhen. Die Feuerwehren hatten zunächst an mehreren Stellen Wasser aus dem Gewässer gepumpt und direkt wieder eingespritzt. Dadurch sollte kurzfristig Sauerstoff ins Wasser gelangen.
Inzwischen übernehmen vor allem die Großpumpen des THW diese Aufgabe. Zwei Pumpen aus den Ortsverbänden Kronach und Naila sind derzeit im Einsatz, eine weitere Großpumpe soll noch hinzukommen. Zusammen können die Pumpen 24.000 Liter Wasser pro Minute bewegen.
Das Wasser wird aus dem See entnommen, mit Luft angereichert und anschließend wieder in das Gewässer geleitet. So soll der Sauerstoffgehalt erhöht und das Gewässer stabilisiert werden.
Warum der Sauerstoffgehalt so niedrig ist, ist noch offen
Am Sonntag hatten erste Messungen im Bereich des Stegs eine deutlich zu niedrige Sauerstoffsättigung ergeben. Nach Einschätzung der Fachbehörden war der Wert kritisch und konnte das Fischsterben begünstigen. Außerdem werden giftige Blaualgen im Wasser vermutet. Die genaue Ursache ist aber weiterhin nicht geklärt.
Weitere Wasserproben sollen deshalb Aufschluss über die Situation geben. Auch tote Fische werden stichprobenartig untersucht. Mit ersten Ergebnissen rechnen die Fachbehörden in den kommenden Tagen.
Kieswäsch bleibt gesperrt
Die Kieswäsch darf derzeit nicht betreten werden. Das Bade- und Betretungsverbot wurde vorsorglich verhängt und bleibt zunächst bestehen. Zum einen laufen dort die technischen Maßnahmen, zum anderen kann eine Gesundheitsgefährdung für Menschen und Tiere weiterhin nicht ausgeschlossen werden.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hatte bereits am Sonntag eine Gefahreninformation veröffentlicht. Die Behörden bitten darum, das betroffene Gebiet zu meiden und den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen. Baden ist derzeit nicht erlaubt.
Einsatz zunächst bis Dienstag geplant
Nach Angaben des THW ist der Einsatz der Pumpen zunächst bis Dienstagabend geplant. Ob sie darüber hinaus weiterlaufen, hängt von den Messwerten des Wasserwirtschaftsamtes ab.
„Wir versuchen, das Gewässer wieder stabil zu bekommen“, sagte Oberbürgermeister Hartnack. Die Stadt wolle die Kieswäsch so schnell wie möglich wieder als Naherholungsgebiet freigeben können.
Bereits im Sommer gab es Probleme mit Blaualgen
Die Kieswäsch war in diesem Sommer bereits wegen einer Belastung mit Cyanobakterien, umgangssprachlich Blaualgen, für Badegäste gesperrt worden. Das Badeverbot wurde am 16. Juli ausgesprochen und am 7. August wieder aufgehoben.
Nun ist das Gewässer erneut gesperrt. Ob die damalige Blaualgenbelastung mit dem aktuellen Fischsterben zusammenhängt, ist bislang nicht geklärt.
FAQ
Wann endet die Belüftung der Kieswäsch?
Die Pumpmaßnahmen des THW sollen am Samstagvormittag, den 29. August, beendet werden.
Wann darf an der Kieswäsch wieder gebadet werden?
Das Badeverbot soll nach aktueller Einschätzung am Sonntag, den 30. August, aufgehoben werden. Bis dahin bleibt es bestehen.
Kann man an der Kieswäsch wieder angeln?
Vorerst nicht. Der Bezirksfischereiverein will dem Fischbestand Zeit zur Erholung geben und plant deshalb, das Angeln am Oberauhof bis in den Herbst hinein auszusetzen.











Das Auto fuhr etwa 50 Meter durch das hohe Gras. © PI Kulmbach
Bamberg Auto kracht in Hauswand NEWS5 / Ferdinand Merzbach