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Fliegerbombe in Hof: Baggerschaufel verhakte sich mit der Bombe

Bei Gleisbauarbeiten am Hofer Bahnhof ist eine Fliegerbombe gefunden worden. Mittlerweile ist die Bombe entschärft und die Absperrungen aufgehoben. Die Polizei hat nun einen detaillierten Bericht zum Einsatz veröffentlicht.

Eine Fliegerbombe ist am Sonntagmittag, den 22. Juni, bei Gleisbauarbeiten am Haupt- und Güterbahnhof in Hof entdeckt worden. Das berichtet die Polizei Oberfranken.

Update vom 22. Juni, 20 Uhr: Polizei veröffentlicht detaillierten Bericht:

Am Sonntagmittag, 22. Juni 2025, entdeckte eine von der Deutschen Bahn beauftragte Fachfirma bei Bauarbeiten am Hofer Hauptbahnhof eine etwa 70 Kilo schwere amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Beim Abtragen des Gleisschotters hat sich die Baggerschaufel in 30 Zentimetern Tiefe mit der Bombe verhakt und sie ans Freie gezogen.

Die Polizei sperrte die Umgebung im Umgriff von 300 Metern vom Fundort ab. Rund 1.000 Anwohner mussten ihre Wohnungen verlassen und wurden bis zur Entschärfung in der Turnhalle der Sophienschule oder im Wittelsbacher Park betreut. Der Rettungsdienst evakuierte auch mehrere Personen mit Behinderungen.

Gegen 17:31 Uhr gab das Sprengkommando aus Feucht Entwarnung: Die Bombe konnte erfolgreich entschärft werden. Die Einsatzkräfte hoben daraufhin alle Absperrungen auf, die Anwohner kehrten wohlbehalten zurück.

Beteiligt am Einsatz waren Feuerwehr, THW, Rettungsdienste, die Polizei sowie die Sicherheitswacht. Die sommerlichen Temperaturen erschwerten die Arbeit der Helfer zusätzlich.

Update vom 22. Juni, 18 Uhr: Bombe entschärft

„Die Bombe wurde entschärft, die Absperrungen werden zurückgenommen“, schreibt die Polizei Oberfranken um 18 Uhr auf X. Auch die Züge können wieder regulär fahren.

Artikel vom 22. Juni, 14 Uhr: Polizei sperrt großräumig ab

Die Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurde gegen 11:20 Uhr beim Abziehen des Schotters im Gleisbett freigelegt, so Polizeihauptkommissar Matthias Münchberger. Ersten Einschätzungen zufolge wiegt die Bombe etwa 75 Kilogramm und erfordert deshalb eine Räumung innerhalb eines 300 Meter-Radius.

Die Polizei sperrte den Bereich um den Fundort im Radius von 300 Metern ab, während Polizei, THW, Bundespolizei und Rettungsdienst im Einsatz sind. Die Polizei setzt Drohnen zur Lageerkundung ein. Der betroffene Bereich umfasst mehrere Wohnblocks im Bereich Kaufland in der Hans-Böckler-Straße und im Bahnhofsviertel. Die Wohnblocks wurden evakuiert.  In der Turnhalle der Sophienschule wurde ein Betreuungspunkt für die Bevölkerung eingerichtet. Wer kann, soll bei Freunden, Familie oder Bekannten unterkommen, so die Stadt Hof.

Ein Sprengkommando aus Feucht soll die Situation vor Ort einschätzen und die Bombe entschärfen. „Die werden sich die Bombe erst einmal anschauen, wie der Aufschlagzünder beschädigt oder nicht beschädigt ist, wie er abzudrehen ist oder nicht“, so Matthias Münchberger.

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Aktuell kein Zugverkehr möglich

Der Bahnhof ist derzeit komplett gesperrt, es findet kein Zugverkehr statt. Züge aus Nürnberg (RE 30/31) verkehren bis Bayreuth, die Züge aus Schwandorf (RE2) enden in Marktredwitz. Züge der Linie RE35 aus Richtung Bamberg fahren bis Oberkotzau. Die Deutsche Bahn plant derzeit einen Ersatzverkehr.