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Nominierung

Florian Wiedemann soll wieder Landrat werden

Am 8. März 2026 entscheiden die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Bayreuth wer ihr neuer Landrat sein soll. Seit heute Abend steht fest: Der amtierende Landrat Florian Wiedemann wird erneut für die Freie Wähler Gemeinschaft antreten.

Florian Wiedemann von der Freie Wähler Gemeinschaft Bayreuth Land nominiert @Katharina Müller-Sanke

Florian Wiedemann geht erneut ins Rennen um das Amt des Landrats im Landkreis Bayreuth. Die Freien Wähler im Landkreis Bayreuth haben ihn mit 76 Stimmen offiziell als ihren Kandidaten nominiert. Eine Person hat sich enthalten. In seiner Bewerbungsrede blickte Wiedemann nicht nur auf die Herausforderungen der vergangenen Legislaturperiode zurück, sondern präsentierte auch seine Erfolge und gab einen Ausblick auf künftige Projekte.

Rückblick auf Krisenzeiten und Erfolge

Wiedemann verschwieg in seiner Rede die Schwierigkeiten der vergangenen Jahre nicht. Er sprach offen über die Verzögerungen und Kostensteigerungen bei den Seilbahnen am Ochsenkopf, die durch wasserrechtliche Genehmigungen entstanden sind. Auch die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs und der Corona-Pandemie prägten seine Amtszeit. Ein weiterer Einschnitt war die Schließung der Hotelfachschule in Pegnitz, die er als unvermeidlich bezeichnete. Er betonte jedoch, dass er gemeinsam mit Pegnitz‘ Bürgermeister Wolfgang Nierhoff bereits an einer Nachfolgelösung arbeitet.

Trotz der Krisen zog Wiedemann eine positive Bilanz. Er hob die Einrichtung eines Labs der Universität Bayreuth im Landkreis hervor – eine Premiere, die die Zusammenarbeit zwischen der Uni und dem Landkreis stärkt. Mit Blick auf die Diskussionen um das Regionale Innovationszentrum (RIZ) in der Stadt Bayreuth kommentierte er schmunzelnd, dass seine Verhandlungsstrategie wohl nicht ganz falsch gewesen sei, wenn ihm vorgeworfen werde, den Oberbürgermeister „über den Tisch gezogen“ zu haben.

Konkrete Projekte und Investitionen für den Landkreis

Der amtierende Landrat verwies auf eine Reihe konkreter Erfolge, die während seiner Amtszeit umgesetzt wurden:

  • Öffentlicher Nahverkehr (ÖPNV): Die Einführung eines Bürgerbusangebots und der 30-Minuten-Takt in Eckersdorf
  • Soziales: Etablierung einer aufsuchenden Seniorenberatung
  • Straßen und Infrastruktur: Eine Straßenbauoffensive, die jährlich 10 km Straßensanierung vorsieht
  • Bildung: Sanierung mehrerer Schulen, unter anderem in Hollfeld
  • Freizeit: Förderung der Schwimmbäder im Landkreis

Wiedemann räumte ein, dass diese Projekte große Investitionen erforderten. Er betonte jedoch, dass sich die Ausgaben bereits auszahlen. Als Beleg führte er die Senkung der Thermen-Umlage um 430.000 Euro von 2024 auf 2025 sowie die Reduzierung der Seilbahnumlage um 150.000 Euro an. Durch den Abbau von Rücklagen konnte die Umlagebelastung für die Kommunen gering gehalten werden.

Attraktivität steigern und Zukunft gestalten

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Rede war die Aufwertung des Ochsenkopf-Gipfels. Er kündigte an, dass dort ein Spielplatz entstehen wird und der Asenturm neu betrieben wird – beides ohne Kosten für den Landkreis.

Für seine nächste Amtszeit nannte Wiedemann klare Ziele:

  • Digitalisierung der Verwaltungsabläufe
  • Fortsetzung der Klinikums-Sanierung
  • Stärkung des Katastrophenschutzes in Bezug auf Ausrüstung und Ausbildung
  • Generalsanierung der Gesamtschule Hollfeld
  • Entwicklung von ÖPNV-Lösungen auch für kleinere Ortschaften

Wiedemanns Fazit und persönliches Statement

Zum Abschluss seiner Rede bedankte sich Wiedemann bei den Bürgermeistern für die gute Zusammenarbeit. Er gestand ein, nicht immer alles richtig gemacht zu haben, betonte jedoch: „Ich habe mich immer mit voller Kraft für den Landkreis und für die Ideen der Freien Wähler eingesetzt und möchte dies auch weiterhin tun.“

Mit der Nominierung von Florian Wiedemann setzen die Freien Wähler auf einen erfahrenen Kandidaten, der die Herausforderungen der vergangenen Jahre kennt und klare Visionen für die Zukunft des Landkreises Bayreuth hat.

Hans Hümmer, von dem manch ein Bayreuther vermutet hätte, dass er möglicherweise als Gegenkandidat in Frage komm blieb der Veranstaltung fern.