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Franken-Sachsen-Magistrale: Zippel erklärt aktuellen Stand im Ferienausschuss
Wird die Franken-Sachsen-Magistrale doch wieder ausgebremst? Diese Frage treibt die CSU/DU-Fraktion im Bayreuther Stadtrat um. Oberbürgermeister Zippel hat dazu heute im Ferienausschuss seinen Bericht vorgestellt. Die Stimmung im Ausschuss war geteilt – insbesondere im Hinblick auf den ursprünglichen Antrag.
Oberbürgermeister Andreas Zippel stellte im Ferienausschuss seinen Sachstandsbericht zur Franken-Sachsen-Magistrale vor. Darin geht es um den aktuellen Stand der Planungen, die bisherigen Gespräche mit Bund, Freistaat und Bahn sowie die nächsten Schritte.
Aus dem Bericht wurde deutlich: Grundsätzlich gibt es auf den verschiedenen politischen Ebenen weiterhin Unterstützung für die Elektrifizierung der Strecke. Entscheidend sei nun, dass die notwendigen Planungsmittel im Bundeshaushalt 2027 bereitgestellt würden, sodass die weiteren Planungen tatsächlich beginnen können.
Bei der nachfolgenden Debatte wurde allerdings deutlich, dass gewisse Zweifel an den Motiven herrschen, welche die CSU/DU Fraktion mit der Stellung des Antrags, nur vier Wochen nach Amtsantritt von OB Zippel, verfolgt haben könnte.
CSU/DU verteidigt Antrag
Für Diskussionen sorgte anschließend weniger die grundsätzliche Bedeutung der Magistrale als vielmehr die Frage, warum die CSU/DU-Fraktion bereits wenige Wochen nach Zippels Amtsantritt einen Antrag zum aktuellen Stand des Projekts gestellt hatte.
CSU-Fraktionsvorsitzender Stefan Specht verteidigte den Antrag. Die Fraktion habe vor allem erreichen wollen, dass sich die Beteiligten darüber verständigen, welche konkreten Schritte jetzt notwendig seien. Nach dem politischen Wechsel auf kommunaler und Bundesebene habe die Sorge bestanden, dass das Projekt in eine neue Orientierungsphase gerate und sich dadurch weitere Verzögerungen ergeben könnten.
„Wir möchten auch anbieten, hier gemeinsam zu arbeiten“, sagte Specht. Es müsse darum gehen, die Kräfte in der Region zu bündeln und gegenüber dem Bund ein deutliches Signal für die Magistrale zu senden.
Aus den Reihen der anderen Fraktionen kam dagegen Kritik am Vorgehen der CSU/DU.
Warum dieser Antrag – und warum jetzt?
SPD-Fraktionsvorsitzende Christiane Angerer verwies darauf, dass die Region seit Jahrzehnten für die Elektrifizierung kämpfe. Es gebe deshalb keinen Grund anzunehmen, dass Oberbürgermeister Zippel das Thema nicht weiterverfolge. Sie stellte zugleich infrage, ob die Verwaltung durch zusätzliche politische Anträge mit dem Thema belastet werden müsse.
Auch Johanna Schmidtmann von den Grünen zeigte sich über den Antrag verwundert. Sie verwies darauf, dass die CSU auf der Bundesebene über viele Jahre selbst Verantwortung für die Verkehrspolitik getragen habe. Ihre Fraktion stehe uneingeschränkt hinter dem Ausbau der Strecke und setze sich ebenfalls seit Jahren dafür ein. „So, wie es läuft, kann es nicht weitergehen“, sagte Schmidtmann.
Stephan Müller von der BG bezeichnete den Antrag als „Ungezogenheit“ – insbesondere wegen des Zeitpunkts kurz nach Zippels Amtsantritt. Er erinnerte daran, dass auch die CSU in der Vergangenheit an den Bemühungen um die Magistrale beteiligt gewesen sei. Zwischen 2009 und 2021 hätten zudem CSU-Verkehrsminister im Bund Verantwortung getragen. Aus seiner Sicht sei in dieser Zeit beim Projekt nicht entscheidend vorangekommen worden.
Auch Thomas Bauske (SPD) stellte infrage, welchen konkreten Effekt der Antrag und die Diskussion im Stadtrat auf Berlin haben könne. Er hätte sich eine gemeinsame interfraktionelle Initiative gewünscht.
Grundsätzliche Einigkeit beim Ausbau
Trotz der politischen Auseinandersetzung herrschte im Ausschuss bei einem Punkt weitgehend Einigkeit: Die Franken-Sachsen-Magistrale soll weiter vorangetrieben werden.
Stephan Müller (BG) verwies ebenso wie Maximilian Maul (AfD) auf die Bedeutung der Strecke für die Region. Maul betonte, Bayreuth sei stark auf leistungsfähige Bahnverbindungen angewiesen. Gleichzeitig seien mit Blick auf die Finanzierung noch viele Fragen offen.
Luisa Funke-Barjak (FDP) warnte davor, die politische Energie für gegenseitige Schuldzuweisungen zu verwenden. Die Magistrale sei eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Region. Jetzt müsse es darum gehen, die gemeinsame Arbeit fortzusetzen und tatsächlich Fortschritte zu erzielen.
Thomas Ebersberger (CSU) forderte ebenfalls, das Projekt massiv weiter voranzutreiben. Nach seiner Darstellung waren zunächst 100 Millionen Euro für die weitere Planung vorgesehen. Diese Mittel seien vom Verkehrsministerium jedoch nicht freigegeben worden. Nun müsse politischer Druck aufgebaut werden, damit die Finanzierung gesichert werde.
„Jeder weiß das, jeder ist dafür, nur das Geld wird nicht bewilligt“, fasste Ebersberger die Situation zusammen.
Artikel vom 06.08.2026
Ja, der Start des Ausbaus der Franken-Sachsen-Magistrale ist derzeit ungewiss. Ein konkreter Zeitplan rückt weiter in die Ferne. Trotz politischer Unterstützung und ihrer großen Bedeutung für die Region – und darüber hinaus für ganz Europa – kommt der Ausbau der Strecke nur schleppend voran. Fehlende Bundesmittel und Planungskapazitäten bremsen die Elektrifizierung aus, wie Oberbürgermeister Andreas Zippel in einem Bericht für den Ferienausschuss schreibt.
Der Freistaat Bayern hat zwar zugesagt, die Nebenstrecken in Nordbayern auszubauen und sie ab Mitte 2030 schrittweise auf Akkuzüge umzustellen. Bei den Projekten des Bundes für den Ausbau der Franken-Sachsen-Magistrale zwischen Nürnberg und Hof geht es jedoch weiterhin nur schleppend voran.
Worum es bei der Magistrale eigentlich geht
Die Franken-Sachsen-Magistrale verbindet Nordbayern mit Sachsen. Die Strecke führt von Nürnberg über Marktredwitz und Hof nach Plauen, Leipzig und Dresden. Seit mehr als 30 Jahren ist sie im Bundesverkehrswegeplan enthalten.
Große Teile der Strecke in Sachsen sowie bis Hof sind bereits ausgebaut und elektrifiziert. Der Abschnitt zwischen Nürnberg und Hof hingegen wartet weiterhin auf den Ausbau und die Elektrifizierung für einen modernen Personen- und Güterverkehr.
Damit aus der Strecke tatsächlich eine Hochgeschwindigkeitsverbindung wird, braucht es zwei Dinge: den Ausbau des Schienennetzes und dessen Elektrifizierung. Beide Vorhaben kommen, wenn überhaupt, nur schleppend voran.
Eine neue Hoffnung entstand Mitte September 2025 durch die unerwartete Sperrung der Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Pegnitz. Politiker aus der Region verbinden mit der notwendigen Sanierung der Pegnitzbrücken die Chance, gleichzeitig die Elektrifizierung der Strecke voranzutreiben. Die Strecke durch das Pegnitztal gilt seit Langem als eine der größten Hürden für das Projekt.
Derzeit werden die Brücken provisorisch instand gesetzt. Mitte September 2026 soll die Bahnstrecke zwischen Pegnitz und Nürnberg wieder freigegeben werden. Darüber hinaus sollen bis 2030 beziehungsweise 2032 insgesamt 18 Brücken ersetzt werden. Politiker aus der Region fordern, die Bauarbeiten zugleich für die Elektrifizierung der Strecke zu nutzen. So sollen erneute Sperrungen für spätere Sanierungs- und Ausbauarbeiten vermieden werden.
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Was bedeutet die Strecke für Bayreuth?
Für Bayreuth bringt der Ausbau der Franken-Sachsen-Magistrale vor allem auf der gemeinsamen Nadelöhr-Strecke bis Pegnitz schnelle und verlässliche Zugverbindungen nach Nürnberg. Zwar erhält die Stadt keinen ICE-Halt, profitiert aber künftig von schnellen Intercity- und Regionalexpress-Verbindungen. Der weitere Ausbau östlich von Bayreuth ist zudem für die regionale Wirtschaft entscheidend, um Unternehmen aus Nordbayern besser an die Märkte in Sachsen und Tschechien anzubinden.
CSU/DU-Fraktion fordert Aufklärung vom Oberbürgermeister
Mit einem Antrag vom 8. Juni forderte die CSU/DU-Fraktion einen Bericht von Oberbürgermeister Zippel zum aktuellen Stand des Projekts. Fraktionsvorsitzender Stefan Specht kritisiert darin deutliche Verzögerungen.
„Weder wurde, wie zwischen Bahn, Bund und Freistaat vereinbart, eine konkrete Projektgruppe bei der DB InfraGO eingerichtet, noch wurde entgegen dem ursprünglichen Zeitplan im Frühjahr die Planungsvereinbarung zwischen Bund und DB InfraGO unterzeichnet“, schreibt Specht im Antrag.
Damit widerspreche die aktuelle Entwicklung dem Beschluss des Haushaltsausschusses vom November 2025. Dieser hatte im Bundeshaushalt 2026 eigentlich Finanzmittel für die Weiterplanung der Magistrale reserviert.
Die Fraktion befürchtet nun erhebliche weitere Verzögerungen bei einem aus ihrer Sicht zentralen Projekt für die Stadt. Konkret fordert sie vom Oberbürgermeister einen Bericht zum Stellenwert des Projekts, bisherigen Gesprächen und geplanten nächsten Schritten.
Welchen Stellenwert das Projekt für OB Zippel hat
In seiner Antwort auf den Antrag beschreibt Oberbürgermeister Andreas Zippel die Bedeutung der Franken-Sachsen-Magistrale: Sie sei eine internationale Verbindung nach Tschechien und Polen und spiele eine wichtige Rolle für den Güterverkehr, die militärische Mobilität sowie die regionale Entwicklung.
„Ich werde die Anstrengungen meiner Amtsvorgänger fortsetzen und mich persönlich für die Verbesserung der Bahnanbindung von Bayreuth einsetzen“, heißt es im Bericht des Oberbürgermeisters. „Dabei werde ich die politische und fachliche Netzwerkarbeit aufgreifen und fortführen.“
„So leistungsfähig die Einbindung der Region Bayreuth in das Fernstraßennetz ist, so rückständig ist sie beim Schienennetz“, schreibt der Oberbürgermeister. Eingleisige und nicht elektrifizierte Strecken bezeichnet er als gewaltige historische Bürde.
Neben der Magistrale selbst muss laut Zippel auch die Oberfranken-Achse zwischen Bamberg, Coburg, Bayreuth und Hof ausgebaut werden, damit dort künftig Akkuzüge fahren können. Der Bahnausbau werde in Ostoberfranken zum größten Infrastrukturprojekt und damit gleichzeitig zum Konjunkturprogramm für die regionale Bauindustrie.
Eine besondere Rolle spielt für Zippel zudem die internationale Bedeutung der Strecke. Die Magistrale verbindet Süddeutschland direkt mit Tschechien und Polen und führt von dort weiter in Richtung Ukraine. Auch für die militärische Mobilität in Europa gilt die Verbindung nach EU-Plänen als zentrale Ost-West-Achse.
Der vollständige Bericht kann im Bürgerinfo-Portal eingesehen werden.
Diese Gespräche hat Zippel bereits geführt
Zum aktuellen Stand der Gespräche verweist Zippel auf ein enges Netzwerk aus Bund, Land und Bahn. Die Stadt Bayreuth steht demnach im Austausch mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, dem parteiübergreifenden Parlamentskreis im Bundestag zur Franken-Sachsen-Magistrale sowie mit der DB InfraGO.
Andreas Zippel berichtet außerdem von Gesprächen mit Amtskollegen beim Bayerischen Städtetag, dem zuständigen Minister beim Staatsempfang der Bayreuther Festspiele sowie mit den lokalen Landtagsabgeordneten bei Kennenlerntreffen. Gemeinsam mit Amtskollegen aus dem Landkreis Bayreuth, dem Landkreis Nürnberger Land und der Stadt Nürnberg habe er sich zudem beim Vorstandsvorsitzenden der DB InfraGO, Philipp Nagl, für die Anliegen der Region eingesetzt.
Als weiteren positiven Punkt nennt Zippel die Unterstützung der tschechischen Regierung für eine vorrangige Elektrifizierung der Strecke Eger–Marktredwitz.
Diese nächsten Schritte plant Zippel
Für die kommende Zeit verweist Zippel auf weitere Gespräche mit den regionalen Bundestagsabgeordneten und parlamentarischen Staatssekretärinnen. Die Franken-Sachsen-Magistrale werde dabei „ein zentrales Anliegen“ sein. Auch Gespräche mit den oberfränkischen Wirtschaftskammern stehen laut Oberbürgermeister an.
Gemeinsam mit weiteren Anliegern will sich Zippel dafür einsetzen, dass die ab 2029 geplante Erneuerung von 18 Bahnbrücken im Pegnitztal zugleich für die Elektrifizierung der Strecke genutzt wird. Bei rechtzeitiger Planung könnte während der Sperrungen zudem die Aufweitung von sieben Tunneln entlang der Strecke angegangen werden.
Der bereits baureife Abschnitt Hof–Martinlamitz kann wegen fehlender Bundesmittel derzeit allerdings nicht finanziert und begonnen werden. Auch die Weiterplanung des Abschnitts Nürnberg–Schnabelwaid liegt weiterhin auf Eis, da zusätzliche Planungsmittel fehlen.












Die Christian Benning Percussion Group. © ShotByWozniak
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