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Geisterradler: Zwei Radfahrer in Kulmbach verletzt
Zwei Radfahrer sind in Kulmbach innerhalb eines Tages bei Verkehrsunfällen verletzt worden – einer leicht, einer schwer. In beiden Fällen war derselbe Fehler im Spiel: Die Radfahrer waren auf dem Radweg in die falsche Richtung unterwegs, entgegen der Beschilderung. Autofahrer, die aus Grundstücken oder Einmündungen kamen, übersahen sie dabei.
Unfall 1: Leicht verletzter Radfahrer in der Bayreuther Straße
Am Donnerstagnachmittag bog ein 18-jähriger Autofahrer aus Kasendorf mit seinem BMW aus der Einfahrt eines Ladengeschäfts in die Bayreuther Straße ein. Dabei übersah er einen 58-jährigen Radfahrer, der auf dem Radweg entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung unterwegs war. Die beiden Fahrzeuge stießen zusammen.
Der Radfahrer verletzte sich leicht. Ein Rettungswagen brachte ihn ins Klinikum Kulmbach. An den beteiligten Fahrzeugen entstand ein Sachschaden von rund 500 Euro.
Unfall 2: Schwer verletzter Radfahrer in der E.-C.-Baumann-Straße
Bereits an einem Donnerstagmorgen gegen 5 Uhr hatte es in der E.-C.-Baumann-Straße einen ähnlichen Unfall gegeben, mit deutlich schwereren Folgen. Ein 46-jähriger Autofahrer aus dem Landkreis Kronach wollte in ein Firmengelände einbiegen und übersah dabei einen entgegenkommenden Radfahrer – auch dieser befuhr den Radweg in die falsche Richtung.
Der Radfahrer stürzte und zog sich schwere Verletzungen zu. Der Rettungsdienst versorgte ihn vor Ort und brachte ihn ebenfalls ins Klinikum Kulmbach. Am Fahrrad entstand ein Sachschaden von etwa 50 Euro.
Falschfahren auf dem Radweg
Rechtlich ist die Lage für Falschfahrer auf dem Radweg unangenehm: Bei einer Kollision wird ihnen in der Regel eine Mitschuld angelastet, selbst wenn der Autofahrer den entscheidenden Fehler gemacht hat. Nach Einschätzung von Verkehrsrechtsanwälten müssen Radfahrer bei falscher Fahrtrichtung häufig einen Teil ihres eigenen Schadens selbst tragen. Wer stattdessen auf dem Gehweg fährt, steht laut mehreren Gerichtsurteilen vor Gericht sogar noch schlechter da: Der ADFC verweist darauf, dass Gerichte Radfahrenden auf dem Gehweg in bestimmten Fällen die alleinige Schuld an einem Unfall zugesprochen haben.
Der Grund für die Gefahr liegt im Blickwinkel: Autofahrer, die aus Ausfahrten oder Einmündungen kommen, schauen instinktiv in die Richtung, aus der Verkehr regulär zu erwarten ist. Kommt ein Radfahrer aus der Gegenrichtung, wird er oft schlicht übersehen – oder seine Geschwindigkeit falsch eingeschätzt.
Häufige Fragen
Warum ist Falschfahren auf dem Radweg so gefährlich?
Autofahrer an Ausfahrten und Einmündungen rechnen nur mit Verkehr aus der vorgeschriebenen Richtung. Radfahrer, die entgegen der Fahrtrichtung kommen, werden dadurch häufig zu spät oder gar nicht gesehen.
Wer haftet, wenn ein Radfahrer beim Falschfahren verunglückt?
Auch wenn der Autofahrer den Unfall verursacht, wird Radfahrern bei falscher Fahrtrichtung in der Regel eine Mitschuld angerechnet. Das kann den eigenen Schadensersatz-Anspruch spürbar mindern.
Wo genau haben sich die beiden Unfälle in Kulmbach ereignet?
Der erste Unfall geschah in der Bayreuther Straße, der zweite in der E.-C.-Baumann-Straße. Beide Male stießen Autos mit Radfahrern zusammen, die den Radweg in falscher Richtung nutzten.
Wie schwer waren die Verletzungen der Radfahrer?
Der 58-jährige Radfahrer aus dem ersten Fall wurde leicht verletzt. Der Radfahrer aus dem zweiten Unfall erlitt schwere Verletzungen und musste ebenfalls ins Klinikum Kulmbach gebracht werden.












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