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Neubau vom Tisch

Generalsanierung günstiger als Neubau: Berufsschule Pegnitz im Kreisausschuss

Die Gewerbliche Berufsschule Pegnitz muss saniert werden. Doch im Kreisausschuss gibt es Uneinigkeit darüber, ob die Planungen korrekt anlaufen.

Aktuell werden 568 SchülerInnen, davon 231 im wichtigen Gastronomie/Küche-Bereich und 75 berufsvorbereitende Schüler in Pegnitz unterrichtet. Die Zustände erfordern laut Landkreischef Florian Wiedemann eine dringende Verbesserung.

„Ich bin selbst Berufsschullehrer. Die Zustände in der Berufsschule Pegnitz müssen dringend verbessert werden.“ – Landrat Florian Wiedemann.

5 Millionen Euro Ersparnis erwartet

Bei der Vorstellung der Planungen im Kreisausschuss wird deutlich: Eine Sanierung ist weitaus günstiger als ein Neubau. Der Grund: Das Gebäude ist völlig veraltet und ein Neubau wäre viel teurer:

  • Neubau laut Gutachten: Eine komplette Neuerrichtung des maroden Trakts hätte nach aktuellen Schätzungen über 15 Millionen Euro gekostet.
  • Generalsanierung: Die nun beschlossene Generalsanierung wird dagegen als weitaus günstiger eingeschätzt und soll rund 10 Millionen Euro kosten: eine Ersparnis von über 5 Millionen Euro.

Umgehend nach dem Beschluss wird nun in einem Ausschreibungsverfahren nach einem geeigneten Architekten gesucht, der die Planung und Umsetzung dieses Großprojekts leiten soll.

Bauliche Notlage nach 40 Jahren: Ein Trakt am Limit

Der Fokus liegt auf dem Gebäudetrakt Gastronomie/Küche/Verwaltung, der Anfang der 1980er Jahre errichtet wurde. Nach über 40 Jahren intensiver Nutzung und dem Fokus auf reine Erhaltungsmaßnahmen ist die Nutzungsdauer zentraler Bauteile und der Gebäudehülle, darunter Dachhaut, Fenster- und Fassadenkonstruktion sowie der hölzerne Fluchtbalkon, verbraucht.

Die Mängelliste ist alarmierend und vielschichtig:

  • Statik und Brandschutz: Die mangelhafte Abdichtung und fehlende Winddichtigkeit haben zu bauphysikalischen Schäden geführt, die die Tragstruktur massiv beeinträchtigen. Ein beauftragtes Statikbüro kam zu dem Ergebnis, dass Fluchtbalkon und Dachkonstruktion nicht mehr standsicher sind, was erhebliche Brandschutzmängel zur Folge hat.
  • Energetische Defizite: Die Gebäudehülle hält den aktuellen Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes nicht stand.
  • Altlasten: Schadstoffuntersuchungen haben Altlasten in Teilen des Gebäudes festgestellt, die einen zwingenden Sanierungsbedarf darstellen.
  • Barrierefreiheit: Die aktuelle Gebäudestruktur entspricht nicht den Anforderungen der Barrierefreiheit.

Veralteter Unterricht: Wenn die Technik streikt

Besonders betroffen ist der praktische Unterricht: Die Räume für Hotelzimmer, Restaurantbereich und Küchentrakt sind auf dem Stand des Ursprungsbaujahres. Technische Ausfälle im Küchentrakt sind an der Tagesordnung, da die Anlagen den modernen Standards nicht mehr entsprechen.

Die Konsequenz: Ein moderner und zeitgemäßer Unterricht ist in den kritischen Fachbereichen nicht mehr gewährleistet. Hinzu kommen akustische Defizite in den Unterrichtsräumen, die die Lernsituation zusätzlich erschweren. Die Lernstruktur hat sich gewandelt, die fachlichen Räume müssen daher dringend umgestaltet und erweitert werden, ist man sich einig.

Der Weg zur Umsetzung: Planungen laufen

Angesichts dieser gravierenden Mängel ist eine Generalsanierung zwingend notwendig. Die entscheidenden ersten Schritte wurden bereits eingeleitet und dienten als Grundlage für die Entscheidung im Kreisausschuss am 15. Dezember:

Der Landkreis Bayreuth hat die Leistungsphasen 1 und 2 (Vorplanung und Vorentwurf) ausgeschrieben. Die Kosten für diese Voruntersuchung, inklusive notwendiger Erweiterungen für Brandschutz, Energieberatung, Tragwerksplanung und Schadstoffuntersuchung, beliefen sich aktuell auf insgesamt über 112.000 Euro brutto. Mehrere Kreisräte haben in einem Antrag daran Kritik geübt. Wie Kreisrat Franc Dierl (CSU) ausführte, hätte dafür ein anderes Büro mit einem Architekten beauftragt werden müssen.

Landrat und mehrere Kreisräte sowie die Verwaltung sehen das anders. Die Planungen werden fortgesetzt.