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Geplantes Prestige-Konzert im Friedrichsforum wird verschoben
Das Friedrichsforum Bayreuth hat das für den 21. Juni 2026 geplante Konzert des Ensemble Modern abgesagt und auf einen Termin im Jahr 2027 verschoben. Hausleiter Björn Rodday erläutert die Hintergründe und beschreibt die Herausforderungen sowie die bisherige Resonanz des neuen Kulturhauses in Bayreuth.
Das Ensemble Modern zählt zu den international führenden Formationen für zeitgenössische Musik. Pro Jahr entstehen rund 70 neue Werke, darunter zahlreiche Uraufführungen. Für Bayreuth hatte das Ensemble ein besonderes Programm entwickelt: Es sollte Wagners Beschäftigung mit Klang und Instrumentenbau in den Mittelpunkt stellen.
Eines der Werke erfordert einen speziellen Transducer-Flügel, der ausschließlich von Steingraeber & Söhne angeboten wird – ein Instrument mit direktem Bezug zur Bayreuther Musikgeschichte. Das Konzert war als eines der besonderen Highlights des Monats in Bayreuth geplant.
Fehlende Nachfrage führt zur Verschiebung
Das Friedrichsforum Bayreuth musste den Termin am Sonntag, den 21. Juni, verschieben und arbeitet an einem Ersatztermin für das kommende Jahr. In einer offiziellen Mitteilung heißt es:
„Leider war die Resonanz auf das Konzert nicht so, wie von uns erwartet, weswegen wir das Konzert verschieben müssen.“
Alle Ticketkäuferinnen und Ticketkäufer erhalten ihr Geld auf dem ursprünglichen Zahlungsweg zurück. Wer sein Ticket an der Theaterkasse erworben hat, wendet sich direkt dorthin. Bei weiteren Fragen steht die E-Mail-Adresse info@friedrichsforum.de zur Verfügung.
Probezeit im Friedrichsforum: Herausforderungen im Betrieb
Seit dem offiziellen Auftakt am 17. April 2026 läuft der Betrieb im sogenannten „Baustellen-Probebetrieb“ – ein Zustand, der laut Hausleiter Björn Rodday mehr Herausforderungen mit sich bringt, als der Begriff vermuten lässt.
Ein zentrales Problem sei der fehlende Vorlauf im Kartenverkauf.
„Um in einer Stadt wie Bayreuth mit etwas über 70.000 Einwohnerinnen und Einwohnern Veranstaltungen des Friedrichsforums in der aktuellen Dichte erfolgreich platzieren zu können, benötigt man in der Regel mindestens sechs Monate Vorverkaufszeit“, so Rodday. „Dieser Zeitfaktor fehlt uns derzeit schlicht noch.“
Verzögerter Start und strukturelle Gründe
Dazu komme der strukturelle Hintergrund: Viele der aktuell laufenden Veranstaltungen seien bereits 2023 oder 2024 geplant worden – zu einem Zeitpunkt, als man davon ausgegangen sei, dass das Haus im Sommer 2026 bereits seit einem Jahr im Vollbetrieb ist.
Stattdessen verzögerte sich die Eröffnung durch laufende Bauarbeiten. „Noch im April 2026 bestanden bis zuletzt Fragezeichen beim Brandschutz, und wir arbeiten auch jetzt noch mit Einzelgenehmigungen“, erläutert Rodday. Der späte Einstieg in den Vorverkauf für das Ensemble-Modern-Konzert, aber auch für andere Programmpunkte, sei daher unvermeidbar gewesen.
Kurzfristig reagiert das Friedrichsforum vor allem über Kommunikation und Marketing sowie die flexible Wahl der Spielstätten. Wann immer möglich, plane das Haus zunächst in kleineren Sälen und wechselt bei guter Nachfrage in größere Räume.
„Natürlich ist dies nicht bei allen Formaten möglich. Musiktheater, Musical, Artistik, großes Sprechtheater oder vergleichbare Produktionen müssen von Anfang an im Großen Saal geplant werden.“ Eine Absage oder Verschiebung wegen zu geringer Nachfrage soll die Ausnahme bleiben, teilt Rodday mit.
Erste Erfahrungen aus dem Probebetrieb
Trotz der Herausforderungen fällt Roddays Zwischenbilanz des Probebetriebs nach zwei Monaten positiv aus. „Alle Gäste, die mir bisher am Ende einer Veranstaltung begegnet sind, hatten ein Lächeln im Gesicht“, berichtet er.
Seit April hat das Friedrichsforum bereits internationale Künstlerinnen und Künstler wie Kent Nagano mit dem Dresdner Festspielorchester sowie Concerto Köln begrüßt. Auch lokale Produktionen wie „Neurosige Zeiten“ des Brandenburger Kulturstadls fanden bereits statt.
Für belastbare Schlussfolgerungen darüber, welche Genres oder Formate im Friedrichsforum besonders gut angenommen werden, sei es noch zu früh, sagt Rodday. Eine fast zehnjährige Schließung komme faktisch einer Neueröffnung gleich; das neue Konzept des Hauses müsse sich seinen Platz in der Stadtgesellschaft erst noch erarbeiten.
Ausblick: Hochkarätige Konzerte im Sommer und Herbst
Das Programm des Friedrichsforums entwickelt sich laut Rodday stetig weiter. Ein Blick auf die Website des Friedrichsforums lohnt sich daher.
Für die kommenden Monate sind unter anderem folgende Veranstaltungen geplant:
10. Juli – German Brass spielt „Brass around the world – von Bach bis Johann Strauß“. Das international bekannte Bläserensemble feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen.
11. Juli – Die Hofer Symphoniker gastieren erstmals im Friedrichsforum. Unter Chefdirigent Martijn Dendievel stehen Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy auf dem Programm, mit Yoav Levanon am Klavier.
31. August – Das Freiburger Barockorchester tritt unter Sir Simon Rattle auf, mit Solistin Isabelle Faust an der Violine. Rodday bezeichnet diesen Abend als „absoluten Höhepunkt“.
Der August steht im Friedrichsforum zudem im Zeichen des Festivals150 – mit weiteren Veranstaltungen rund um das Wagner-Jubiläum, darunter der Wagnerstimmen-Gesangswettbewerb, Tanztheater, Vorträge, ein Live-Podcast und szenische Produktionen.












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