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Gedenkfeiern zum 09. November in Bayreuth
Erinnern, Gehen, Gedenken – Bayreuth begeht den Jahrestag der Reichspogromnacht mit mehreren Veranstaltungen
Am Wochenende des 8. und 9. November 2025 steht Bayreuth im Zeichen des Erinnerns. Drei Veranstaltungen laden dazu ein, sich mit der Geschichte der Stadt während der NS-Zeit auseinanderzusetzen, an die Opfer der nationalsozialistischen Gewalt zu erinnern und Zeichen gegen das Vergessen zu setzen.
Samstag, 8. November – Stadtführung „Täterorte“
Zeit: Samstag, 8. November, 14:00 Uhr
Treffpunkt: Historisches Museum, Kirchplatz 4
Dauer: ca. 90–120 Minuten
Kosten: 1 € pro Person
Unter dem Titel „Täterorte“ führt ein öffentlicher Stadtrundgang zu historischen Schauplätzen des Nationalsozialismus in Bayreuth. Der Rundgang geht über die Innenstadt hinaus und beleuchtet an ausgewählten Stationen, wie tief die NS-Vergangenheit in das Stadtbild eingeschrieben ist.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden mit Orten konfrontiert, an denen Täter agierten oder die NS-Ideologie sichtbare Spuren hinterließ. Der Rundgang will nicht nur informieren, sondern auch zur Reflexion anregen. Da der Weg etwas weiter ausgedehnt ist, sollten Besucher gut zu Fuß sein.
Sonntag, 9. November – Gedenkweg der Deutsch-Israelischen Gesellschaft
Zeit: Sonntag, 9. November, 11:00 Uhr
Treffpunkt: Tourist-Information, Opernstraße 22
Dauer: ca. 75 Minuten
Aus Anlass des 87. Jahrestages der Reichspogromnacht lädt die Deutsch-Israelische Gesellschaft Bayreuth-Oberfranken zu einem Gedenkweg durch die Innenstadt ein. Die Veranstaltung erinnert an die Zerstörung der Bayreuther Synagoge am 9. November 1938 – eine Tat, die nur deshalb nicht in Brandstiftung endete, weil das benachbarte Opernhaus geschont werden sollte.
Die Gewaltexzesse jener Nacht markierten auch in Bayreuth den Beginn systematischer Verfolgung und Deportation jüdischer Bürgerinnen und Bürger.
Während des Gedenkwegs werden an den ehemaligen Wohnorten von Holocaust-Opfern deren Namen, Lebensdaten und Kurzbiographien verlesen. Musikalisch begleitet wird der Weg vom deutsch-israelischen Zamirchor Bayreuth. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt.
Sonntag, 9. November – „Gedenken mit Worten und Wegen“
Zeit: Sonntag, 9. November, 17:00 Uhr
Treffpunkt: Sternplatz
Dauer: ca. 90 Minuten
Am Abend des 9. November laden zahlreiche Bayreuther Institutionen – darunter die Stadt, das Landgericht, die Stadtkirchengemeinde, der Historische Verein für Oberfranken und das Evangelische Bildungswerk Oberfranken-Mitte – zu einem gemeinsamen Gedenkweg unter dem Titel „Gedenken mit Worten und Wegen“ ein.
Der Weg führt vom Sternplatz zu weniger bekannten Erinnerungsorten in Bayreuth, darunter das Storchenhaus und der Justizpalast. Dort wird an das Unrecht erinnert, das in und durch diese Orte während der NS-Zeit geschah.
Mitwirkende sind unter anderem Dr. Christoph Rabenstein, Schülerinnen und Schüler Bayreuther Schulen, Dekan Jürgen Hacker und Landgerichtspräsident Matthias Burghardt. Im Anschluss werden im Justizgebäude II neue Aufarbeitungsergebnisse zur Tätigkeit des Volksgerichtshofs Bayreuth der Nazizeit zu hören.
Ein Wochenende des Erinnerns
Bayreuth, oder vielmehr die Initiatoren dieser drei Veranstaltungen, setzen ein starkes Zeichen gegen das Vergessen. Unterschiedliche Perspektiven – von der historischen Spurensuche über musikalisch begleitete Gedenkwege bis hin zu aktuellen Forschungsergebnissen – verbinden sich zu einem gemeinsamen Anliegen:
Das Erinnern an die Opfer der nationalsozialistischen Gewalt wachzuhalten und die Verantwortung für eine demokratische, offene Gesellschaft bewusst zu tragen.











Die Aufstellung der 20 Meter hohen und sechs Tonnen schweren Tanne erfolgte durch ein Dutzend Mitarbeiter des Stadtbauhofs. © Michael Christensen
Lenny Liedtke: 26 Punkte (4 Dreier) – Matchwinner gegen die Baskets Wolmirstedt. @Dirk E. Ellmer