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Oberfränkische Wiesenfeste sind Immaterielles Kulturerbe
Tradition mit Auszeichnung: Die Wiesenfeste im Hofer Land und darüber hinaus haben es ins Bayerische Kulturerbe geschafft. Damit wird ein Stück gelebte Heimat offiziell gewürdigt. Auch ein Wiesenfest aus dem Landkreis Bayreuth gehört dazu.
Die Heimat- und Wiesenfeste in den Landkreisen im nördöstlichen Oberfranken sind offiziell in das Bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Das hat der Bayerische Ministerrat beschlossen.
Die Eintragung ist ab sofort wirksam und würdigt eine Tradition, die seit Generationen das gesellschaftliche Leben in der Region prägt.
Ich freue mich, dass unsere Wiesenfest nun immaterielles Kulturerbe sind. Es war uns wichtig, gemeinsam mit dem Landkreis Wunsiedel unsere Tradition, die eine ganz besondere ist, zu unterstützen. Diese Auszeichnung zeigt allen, die sich für unsere Heimatfeste engagieren – ob Standbesitzer, Vereinsmitglied oder Schülerin und Schüler, die beim Umzug mitlaufen – dass sie sich für etwas Besonderes engagieren, etwas das unsere Heimat auszeichnet. Ich danke allen, die an diesem Prozess mitgewirkt haben, damit wir nun diese Auszeichnung „Immaterielles Kulturerbe“ , so der Hofer Landrat Oliver Bär.
Tradition mit großer Bedeutung
Die Wiesenfeste stehen für Heimatverbundenheit, Gemeinschaft und ehrenamtliches Engagement. Für viele in der Region sind sie weit mehr als nur Feierlichkeiten; Sie sind fester Bestandteil der eigenen Identität.
Unterstützung aus der Region
Angestoßen wurde der Bewerbungsprozess im Frühjahr 2025 von Landrat Oliver Bär, gemeinsam mit Landtagsabgeordnetem Kristan von Waldenfels und Kreisheimatpfleger Bertram Popp. Ziel war es, die besondere Bedeutung der Feste sichtbar zu machen. Auch das Wiesenfest in Gefrees ist dabei.
Konkret gehören die Wiesenfeste in folgenden Orten zum Immateriellen Kulturerbe:
- Bad Steben
- Bad Weißenstadt
- Berg
- Gefrees
- Geroldsgrün
- Helmbrechts
- Hirschberg (Thüringen)
- Höchstädt im Fichtelgebirge
- Hohenberg an der Eger
- Kirchenlamitz
- Leupoldsgrün
- Lichtenberg
- Münchberg
- Naila
- Oberkotzau
- Regnitzlosau
- Rehau
- Röslau
- Schauenstein
- Schirnding
- Schwarzenbach an der Saale
- Schwarzenbach am Wald
- Selb
- Selbitz
- Sparneck
- Stammbach
- Thiersheim
- Thierstein
- Weißdorf
- Wunsiedel
- Zell im Fichtelgebirge
Darüber hinaus wird in drei Orten (Konradsreuth, Marktleuthen, Schönwald) ebenfalls ein Fest mit wieder eingeführter oder abgewandelter Wiesenfest-Traditon gefeiert.
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Gemeinschaftlicher Bewerbungsprozess
Die Bewerbung entstand in enger Zusammenarbeit mit Gemeinden, Vereinen und Organisatoren. Auch die Bevölkerung wurde aktiv eingebunden, etwa bei einem öffentlichen Infotermin.
Im Fokus stand dabei nicht nur die historische Aufarbeitung, sondern auch die lebendige Weitergabe der Tradition in der Gegenwart.
„Mehr als nur Veranstaltungen“
Für die Verantwortlichen sind die Wiesenfeste Ausdruck von Zusammenhalt und regionaler Identität. Gerade die Mischung aus Tradition und gelebter Praxis habe den Ausschlag für die erfolgreiche Aufnahme gegeben.
34 Feste prägen die Region
Insgesamt 34 Heimat- und Wiesenfeste finden im Landkreis Hof sowie in angrenzenden Gemeinden statt. Sie verbinden Brauchtum, Vereinsleben und generationsübergreifendes Feiern.
Typisch sind unter anderem Festumzüge, Spiele für Kinder und die starke Beteiligung von Schulen und Ehrenamtlichen.
Wurzeln im 19. Jahrhundert
Die Ursprünge der Wiesenfeste reichen bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück. Entwickelt haben sie sich aus den sogenannten Gregori-Feiern, von denen es heute nur noch wenige gibt (zum Beispiel in Pegnitz), und sind bis heute lebendig geblieben.
Würdigung für Ehrenamtliche
Mit der Aufnahme ins Kulturerbe-Verzeichnis würdigt die Bayerische Staatsregierung vor allem das große ehrenamtliche Engagement hinter den Festen. Ohne die zahlreichen Helferinnen und Helfer wäre diese Tradition nicht denkbar.
Die offizielle Urkundenübergabe ist für den 9. Juli 2026 im Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat in Nürnberg geplant.
FAQ
Was bedeutet „Immaterielles Kulturerbe“?
Es handelt sich um eine Auszeichnung für lebendige Traditionen, die das kulturelle Leben einer Region prägen.
Wie viele Wiesenfeste gehören dazu?
Insgesamt 34 Feste im Landkreis Hof und angrenzenden Gemeinden sind Teil der Auszeichnung.
Wann wird die Auszeichnung offiziell übergeben?
Die Urkunde wird am 9. Juli 2026 in Nürnberg überreicht.












Verkehrsunfall bei Untersteinach; März 2026 ©PI Stadtsteinach
Symbolbild: Pixabay