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Nach Großrazzia in Bayreuther Autohaus: Beschuldigter sitzt nicht mehr in U-Haft
Nach der Razzia in einem Bayreuther Autohaus sitzt ein 62-jähriger Beschuldigter nicht mehr in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl gegen den Mann bleibt laut Staatsanwaltschaft Bayreuth aber weiterhin bestehen.
Update vom 20. Mai: Beschuldigter auf freiem Fuß
Wie die Staatsanwaltschaft Bayreuth bestätigt, ist der Haftbefehl gegen den Mann bereits am 7. Mai außer Vollzug gesetzt.
Was heißt das?
Dass der Haftbefehl außer Vollzug gesetzt wurde, bedeutet nicht, dass der Mann entlastet ist. Die Ermittlungen laufen weiter. Auch der Haftbefehl bleibt bestehen, der Beschuldigte sitzt aber nicht mehr in Untersuchungshaft, sondern wird unter Auflagen entlassen. Was im konkreten Fall zu den Auflagen gehört, ist nicht bekannt. Mögliche Auflagen wären, dass er sich regelmäßig bei Polizei oder Staatsanwaltschaft melden oder eine Kaution hinterlegen muss. Verstößt der Beschuldigte gegen seine Auflagen, kann er erneut festgenommen werden.
Artikel vom 21. April: Die Masche: Wenn der Kleinwagen zum Goldstück wird
Was auf den ersten Blick wie ein normales Autohandelsgeschäft wirkte, entpuppte sich bei genauerem Hinsehen als ein ausgeklügeltes Betrugssystem. Die Verdächtigen – darunter auch ein Automobilunternehmer mit bekanntem Namen aus Bayreuth – sollen Fahrzeuge gegenüber Banken systematisch teurer deklariert haben, als sie in Wirklichkeit wert waren. Das Ziel dieses Manövers war simpel wie lukrativ: Durch die künstlich aufgeblähten Preise konnten höhere Kredite bei den Finanzinstituten locker gemacht werden.
Provisionen als Antrieb
Im Zentrum der Ermittlungen steht der Vorwurf des gewerbsmäßigen Betrugs. Die Beteiligten kassierten laut Polizei durch die überhöhten Kreditsummen satte Provisionen. Dieses händlerbasierte Finanzierungssystem wurde offenbar über einen längeren Zeitraum betrieben, um den eigenen Profit auf Kosten der Banken und ahnungsloser Käufer zu maximieren.
Razzia in der Region: Polizei schlägt zeitgleich zu
Am Dienstagmorgen rollte die Einsatzwelle. Beamte der Kriminalpolizei mit Zentralaufgaben (KPI Z) durchsuchten mit massiver Unterstützung mehrere Objekte. Die Standorte der Razzien erstreckten sich über das Stadtgebiet Bayreuth, den Landkreis Bayreuth sowie die Städte Fürth und Nürnberg. Dabei ließen die Ermittler nichts unversucht, um dem Netzwerk das Handwerk zu legen.
Beweismittel bergeweise sichergestellt
Die Ausbeute der Beamten ist umfangreich. Neben kistenweise Geschäftsunterlagen wurden zahlreiche Datenträger und Mobiltelefone beschlagnahmt. Diese werden nun akribisch ausgewertet, um die genauen Strukturen der Gruppe zu entschlüsseln. Besonders wichtig für das spätere Verfahren: Die Ermittler fanden auch Vermögenswerte, die direkt sichergestellt wurden, um sie im Falle einer Verurteilung einziehen zu können.
Der Schaden: Ein Millionen-Loch
Die Dimensionen des Falls sind gewaltig. Nach aktuellem Stand der Ermittlungen wurden durch die Täuschungen Kredite in einer Gesamthöhe von mehreren Millionen Euro bewilligt. Das Problem dabei: Da die Fahrzeuge weit weniger wert waren als angegeben, fehlten den Banken die notwendigen Sicherheiten. In die Röhre schauen am Ende nicht nur die Banken, sondern auch die Fahrzeugkäufer, die nun mit völlig überteuerten Verträgen dastehen könnten.
Wer sind die Verdächtigen?
Insgesamt wurden im Rahmen der Aktion vier Männer festgenommen. Einer von ihnen auch der Betreiber des bekannten und alteingesessenen Bayreuther Autohauses. Ein Ermittlungsrichter am Amtsgericht Bayreuth schickte drei von ihnen (im Alter zwischen 19 und 62 Jahren) direkt in Untersuchungshaft. Die Nationalitäten der Inhaftierten werden als deutsch, kroatisch und türkisch angegeben. Der vierte Tatverdächtige, ein Deutscher, kam unter strengen Auflagen wieder auf freien Fuß, da sein Haftbefehl außer Vollzug gesetzt wurde.
Wie geht es jetzt weiter?
Die Arbeit für die Staatsanwaltschaft und die Kripo fängt jetzt erst richtig an. Die enorme Menge an digitalen Daten muss gesichtet werden, um die komplexen Finanzströme nachzuvollziehen. Weitere Details behält die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen aktuell noch für sich, um den Erfolg des weiteren Verfahrens nicht zu gefährden.
FAQ
Wer wurde bei dem Einsatz festgenommen?
Die Polizei nahm vier Männer fest. Drei davon (19 bis 62 Jahre alt) sitzen aktuell in Untersuchungshaft, ein vierter Verdächtiger ist unter Auflagen auf freiem Fuß.
Was genau war die Betrugsmasche?
Fahrzeuge wurden gegenüber Banken absichtlich teurer dargestellt, um höhere Kredite und damit höhere Provisionen für die Beteiligten zu erschleichen.
Wie hoch ist der entstandene Schaden?
Es geht um eine Summe in Millionenhöhe. Durch die Täuschung standen den vergebenen Krediten oft keine ausreichenden Sicherheiten gegenüber.












Im Bild die neugegründete Fraktionsgemeinschaft von Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke. V.l.n.r.: stehend: Florian André Unterburger, Sabine Steininger, Johanna Schmidtmann, Klaus Wührl-Struller, Eckhard Sabarth. sitzend: Ulf Boderius, Jannick Metz, Gabi Hemmer Foto: Fraktionsgemeinschaft
In gemütlicher Runde schilderte Felix Haas Polizeivizepräsident Florian Mayer und Simone Becher, stellvertretende Leiterin des Kommissariats für Vermögens- und Wirtschaftskriminalität von der Kriminalpolizei Bayreuth, noch einmal eindrucksvoll seine Erlebnisse. Polizeivizepräsident Florian Mayer lobte sein zivilcouragiertes Handeln und sprach ihm im Namen der oberfränkischen Polizei Dank und Anerkennung aus. ©PP-Oberfranken