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HaSpo Bayreuth feiert 25 Jahre Vereinsgeschichte
Am Samstag steigt in Bayreuth ein besonderes Fest: HaSpo Bayreuth feiert sein 25-jähriges Jubiläum und blickt auf eine ungewöhnliche Erfolgsgeschichte zurück. Aus zwei zeitweise rivalisierenden Handballvereinen entstand einer der stabilsten Vereine der Stadt.
Vor 25 Jahren galten der BSV 98 und die Bayreuther TS im Handball als zwei separate Bayreuther Handballvereine mit einer von Rivalität geprägten Geschichte. Heute treten ihre einstigen Abteilungen gemeinsam als HaSpo Bayreuth auf, zählen rund 560 Mitglieder und feiern an diesem Wochenende ihr Jubiläum mit einem großen Sommerfest.
Familienturnier und Festakt zum Jubiläum
Ab 13:30 Uhr öffnet das Sportheim des BSV 98 an der Äußeren Badstraße seine Türen zum Sommerfest von HaSpo Bayreuth. Auf dem Nachmittagsprogramm steht unter anderem ein Familienturnier, bei dem Erwachsene, Jugendliche und Kinder gemischt in Teams gegeneinander antreten. Rasenhandball, Beachhandball und Fußball wechseln sich dabei ab. Laut 1. Vorsitzendem Andreas Berghammer haben sich bereits rund 150 Teilnehmende für das Turnier angemeldet.
Gegen 18.30 Uhr folgt die Siegerehrung, bevor um 19 Uhr der offizielle Teil beginnt. Oberbürgermeister Andreas Zippel und Vertreter des Handballverbands werden erwartet. Auch Stephan Müller, der einen Großteil der Vereinschronik verfasst hat, hält einen Vortrag über die Höhen und Tiefen der Vereinsgeschichte. Trotzdem soll der Abend nicht zu förmlich werden. „Die Gemütlichkeit steht wie immer im Vordergrund“, betont Berghammer.
Für die Verpflegung ist reichlich gesorgt. Kaffee und Kuchen, ein Grillbüffet mit Pommes und Salatbar sowie eine Afterparty mit Longdrinks und Musik runden das Programm ab. Der Festausschuss hat außerdem eine Tombola und ein HaSpo-Quiz vorbereitet. Alle aktiven Mitglieder erhalten zudem ein eigens gestaltetes Jubiläums-T-Shirt.
Wie aus Rivalen ein gemeinsamer Verein wurde
Der Handballsportverein Bayreuth entstand am 9. März 2001 aus dem Zusammenschluss der Handballabteilungen von BSV 98 und Bayreuther TS. Zuvor hatten sich beide Abteilungen laut Berghammer über Jahrzehnte hinweg eher bekriegt als kooperiert. „Es war ein ziemlich bissiges Verhältnis“, erinnert sich Andreas Berghammer an die Zeit vor der Fusion. Frühere Fusionsversuche scheiterten meist an Geldfragen.
Den entscheidenden Anstoß gaben schließlich die jeweiligen Stärken der Vereine. Der BSV 98 verfügte über eine starke erste Mannschaft, hatte aber kaum Nachwuchs. Bei der Bayreuther TS (BTS) war es umgekehrt: gute Jugendarbeit, aber kein schlagkräftiger Erwachsenenbereich.
Gemeinsam mit Jürgen Abel (BTS), Jürgen Baumgärtel (BTS), Michael „Josche“ Graß (BTS), Matthias Fehn (BSV), Volker Ruoff (BSV) und Andreas Berghammer (BSV) arbeitete das Team in einer „Nacht-und-Nebel-Aktion“ ein Fusionskonzept aus, das erst kurz vor der Unterzeichnung den Altvorständen vorgelegt wurde. Dieses wurde anschließend auch unterzeichnet.
„Das ist das Einzige, worauf ich eigentlich wirklich richtig stolz bin“, sagt Berghammer.
Der Start sei finanziell bescheiden. Der neue Verein spielte zunächst in alten BSV- und BTS-Trikots und hatte kein eigenes Budget. Schon in der Saison 2003/2004 wurde die Männermannschaft jedoch bayerischer Meister und stieg in die dritte Liga auf, was frühere Skeptiker schnell verstummen ließ.
Auch der Name des neuen Vereins HaSpo (Handballsportverein) entstand eher beiläufig. Berghammer und sein langjähriger Weggefährte Matthias Fehn legten ihn gemeinsam in einem Café bei einem Kartenspiel fest. „Wir wollten irgendetwas, das sich von den anderen abhebt“, erklärt Berghammer die Entscheidung gegen Bezeichnungen wie Spielgemeinschaft oder Handballgemeinschaft.
Sportliche Erfolge und starke Jugendarbeit
Seit der Gründung wurde HaSpo Bayreuth mehrfach bayerischer Meister, sowohl bei den Männern als auch bei den Damen. Auch die Jugend konnte sich einmal für die Bundesliga qualifizieren, verlor die Klasse jedoch aufgrund schwerer Verletzungen wieder. Für Berghammer zählt neben den Titeln vor allem das ehrenamtliche Engagement im Verein.
Ein wichtiger Standortvorteil ist dabei die Universität Bayreuth, die dem Verein regelmäßig neue Spielerinnen und Spieler zuführt. Trotzdem stammen laut Berghammer etwa 80 Prozent der aktuellen Herrenmannschaft aus der eigenen Jugendarbeit. Der Verein lebt bewusst einen Generationenvertrag: Ältere Mitglieder kümmern sich um den Nachwuchs, Jugendliche übernehmen früh Verantwortung als Co-Trainer oder Schiedsrichter.
Diese Strategie hat einen klaren Hintergrund. „Manpower ersetzt Geld“, sagt Berghammer und verweist darauf, dass der Verein bis heute schuldenfrei arbeitet und keine Spielergehälter zahlt.
Herausforderungen: Hallenzeiten und Trainersuche
Der Erfolg bringt allerdings auch Probleme mit sich. Aktuell trainieren rund 110 Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren bei HaSpo Bayreuth, im vergangenen Jahr musste der Verein zeitweise sogar einen Aufnahmestopp verhängen. Vor allem fehlen geeignete Hallenzeiten am Wochenende sowie ausreichend Übungsleiter.
Berghammer sucht deshalb dringend einen hauptamtlichen Trainer für den Bereich der acht- bis zwölfjährigen Jugend. Für Männermannschaften finde er dagegen leicht Interessenten. Zusätzlich wirkt nach seinen Worten die Corona-Zeit noch nach, da viele Kinder in dieser Phase kaum trainieren konnten und jetzt Rückstände aufholen müssen.
Die Hallenknappheit betrifft laut Berghammer allerdings nicht nur HaSpo Bayreuth. Viele Bayreuther Sportvereine konkurrieren um dieselben begrenzten Kapazitäten. Der Verein sucht deshalb aktiv nach Lösungen für die Hallensituation in der Stadt. Zu konkreten Plänen hält sich Berghammer jedoch bewusst bedeckt.
Ausblick: Eigene Halle als großes Ziel
Langfristige Pläne schmiedet Berghammer nur ungern, da sich Rahmenbedingungen für Vereine schnell ändern können. Ein Wunsch bleibt für ihn dennoch bestehen.
„Wenn ich in die Utopie rein darf, dann wäre mein oberstes Ziel, dass ich mir eine eigene Halle baue“, sagt der Vorsitzende.
Die Erfolgsaussichten schätzt er selbst auf gerade einmal ein Prozent, betont aber, dass ein Verein trotzdem Ziele brauche.
Kurzfristig konzentriert sich der Vorsitzende vor allem auf die Suche nach einem hauptamtlichen Jugendtrainer. Damit will HaSpo Bayreuth die Strukturen im Kinder- und Jugendhandball weiter stärken und die Basis für die nächsten 25 Vereinsjahre legen.












Ein Fußballplatz. Foto: Pixabay
Matthias Burghardt, Präsident des Landgerichts Bayreuth. © StMJ | Anna-Maria Bayer