Coronavirus

Impf-Skandal in Bayern weitet sich aus: Hunderte Betroffene und systematischer Betrug von Impfgegnern?

Ein Arzt in Bayern wird verdächtigt, die Corona-Impfung nur vorgetäuscht zu haben. Nun nimmt der Fall immer größere Ausmaße an.

Ein Hausarzt in Wemding (Landkreis Donau-Ries) soll mehrere Corona-Impfungen vorgetäuscht haben. Das berichtet der BR.

Möglicherweise nimmt der Fall größere Ausmaße an als bisher angenommen. Hunderte Patienten könnten von Corona-Impfschutz ausgehen, ohne korrekt geimpft worden zu sein.

Update vom 05. Oktober 2021 um 18:33 Uhr: Verdacht wegen falscher Impfungen erhärtet sich – wohl Hunderte falsche Impfungen verabreicht

Der Verdacht vorgetäuschter Impfungen gegen einen Arzt aus dem schwäbischen Wemding erhärtet sich. Womöglich sind mehrere Hundert Impfungen betroffen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Wie der BR berichtet gebe es nach derzeitigem Stand der Ermittlungen Personen, die nur für einen Stempel in die Arztpraxis gegangen seien ohne tatsächlich geimpft zu werden. Andere Impflinge seien wiederum ohne unlautere Absichten in die Praxis gegangen. Sie wollten sich regulär impfen lassen.

Praxis- und Privaträume des Mediziners seien am letzten Mittwoch durchsucht worden, so Michael Lechner von der Kriminalpolizei Dillingen. Sichergestellte Unterlagen müssten nun ausgewertet werden. Nach aktuellen Schätzungen könnten mehrere Hundert Personen fälschlicherweise davon ausgehen, vollständigen Corona-Impfschutz zu haben. Andere Patienten des Arztes könnten auch nur das Zertifikat, jedoch keine Impfung erhalten haben. Dies eröffnet den Verdacht, dass sich Impfskeptiker dort gezielt ihren Nachweis einer Impfung holen wollten.

Falsche Impfungen: Ermittlungen gegen Arzt aus Bayern erst am Anfang

Bis belastbare Beweise vorliegen könnte noch etwas Zeit vergehen. Viele Details seien laut einem Sprecher der Staatsanwaltschaft derzeit noch ungeklärt. Ob alle Betroffenen bereits ermittelt seien, ist derzeit ebenso unklar wie die Frage, ob vermeintlich Geimpfte in der Zwischenzeit mit Corona infiziert worden seien. Es könne derzeit auch nicht ausgeschlossen werden, dass Personen von weiter weg für eine gezielte Falsch-Impfung zu dem Mediziner nach Wemding gefahren seien.

Erstmeldung vom 04. Oktober 2021 um 13:58 Uhr: Arzt täuscht Corona-Impfung in Bayern vor

In einer Pressemitteilung teilt das Landratsamt Donau-Ries mit, dass die Kriminalpolizei Dillingen unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Augsburg bereits vergangenen Mittwoch (29.09.2021) die Arztpraxis in Wemding durchsucht hatte. Es seien mehrere anonyme Anzeigen eingegangen.

Es könnte zu Unregelmäßigkeiten bei der Corona-Impfung durch einen Mediziner gekommen sein, heißt es in der Mitteilung weiter. Es könnte sein, dass die dort geimpften Patienten keinen ausreichenden Impfschutz besitzen und damit andere Personen gefährden könnten.

Der BR berichtet, dass der Arzt sogar verdächtigt wird, Patienten etwas anderes gespritzt zu haben.

Bayern: Arzt soll Impfwillige verängstigt haben

Am Montagmorgen (4. Oktober 2021) wurde das Testzentrum in Nördlingen regelrecht belagert. Die Menschen, die von dem verdächtigen Arzt geimpft wurden, brauchen nun einen Antikörpertest, um zu überprüfen, ob sie einen ausreichenden Impfschutz haben.

Außerdem soll der Arzt Betroffene verängstigt haben: „Wenn ich Sie damit impfe, dann könnten Sie morgen tot sein.“ Eine Frau berichtet, dass er sie gefragt habe, welche Art von Sarg sie nach ihrer Corona-Impfung wolle.

Das Landratsamt veröffentlichte auch den Namen der Praxis. So sollen möglichst viele Patienten über den Verdacht aufgeklärt werden, um sich testen zu lassen. Sollte bei Betroffenen festgestellt werden, dass kein ausreichender Impfschutz besteht, werde es eine Sonderimpfatkion geben.