Gericht

Totschlagprozess in Bayreuth: Angeklagter soll Stiefsohn mit Gewehr bedroht und Frau blutig geschlagen haben

Bei dem aktuell laufenden Totschlagprozess im Landgericht Bayreuth sagte heute (2. September 2021) der Sohn des Todesopfers aus. Er sei vom Angeklagten mit einem Luftgewehr bedroht worden.

Das Landgericht Bayreuth verhandelt aktuell einen mutmaßlichen Totschlag aus dem Landkreis. Ein Mann soll seine alkoholsüchtige Ehefrau zu Tode geprügelt haben.

In der heutigen Gerichtsverhandlung (2. September 2021) sagte der Sohn des Todesopfers aus und schilderte seine Eindrücke vom Haushalt des Ehepaars.

Totschlag im Kreis Bayreuth: Frau sei „ein Häufchen Elend“ gewesen

Laut der Aussage des Sohnes sei die Ehe seiner Mutter und seines Stiefvaters von viel Gewalt und Körperverletzungen geprägt gewesen. Der Angeklagte Uwe G. solle das Opfer dabei immer wieder geschlagen haben. Am Vortag sagte der Verteidiger des Angeklagten noch, dass dieser geschlagen worden sei und die Frau sich ihre Verletzungen durch ihren Alkoholkonsum zugezogen habe.

Der Sohn habe mehrfach Anrufe von seiner Mutter bekommen, in denen sie erzählt habe, dass der Angeklagte sie geschlagen hätte. Sätze wie „irgendwann bringt er mich um“, seien dabei gefallen. Der Angeklagte habe dann behauptet, dass sie gestürzt wäre oder sich gestoßen hätte.

Der Sohn bezeichnete das als „immer dieselbe Ausrede.“ Die Polizei sei ebenfalls mehrfach beim Haus des Ehepaars gewesen, sei allerdings später nicht mehr hingefahren, da die Sachlage dort immer die gleiche gewesen sei.

Das Opfer hatte laut Aussage des Sohnes immer wieder behauptet, sie wehre sich gegen die Schläge des Angeklagten. Aufgrund der starken Alkoholsucht und der körperlich schwachen Erscheinung sei sie allerdings aus Sicht ihres Sohnes „ein Häufchen Elend“ gewesen.

Mutter kam blutüberströmt aus dem Haus

Gelegentlich sei der Sohn zum Anwesen des Ehepaars gefahren und habe seine Mutter auch zu sich mitgenommen. Da sie bei ihm allerdings weniger Alkohol bekommen hätte, sei sie immer wieder zu ihrem Mann zurückgegangen.

Bei einem der Besuche des Sohnes, sei seine Mutter blutüberströmt aus dem Haus herausgekommen. Der Angeklagte sei ihm gegenüber anschließend handgreiflich geworden und habe einen Kampfhund auf ihn angesetzt.

Bei einer anderen Auseinandersetzung soll der Angeklagte den Sohn mit einem Gewehr bedroht haben. Der Sohn ging dabei von einer scharfen Waffe aus – die Polizei hatte das Gewehr schließlich als Luftgewehr identifiziert.

Sohn hatte wenig Kontakt mit Mutter

Nachdem die Frau mit Uwe G. zusammengekommen war, sei der Kontakt wieder schlechter geworden, da die Sucht zum Alkohol sehr stark gewesen sei. Trotz der wiederholten, mutmaßlichen Gewalt des Angeklagten sei sie immer wieder zu ihm zurückgegangen. Im März 2020 habe der Sohn den Kontakt zu seiner Mutter stark reduziert, da er „schwer enttäuscht“ gewesen sei.

Blutspritzer in der ganzen Wohnung

Weiterhin wurden die Einsatzkräfte des Roten Kreuzes sowie die Ärzte vernommen, die die Frau am Tag ihres Todes in der Wohnung untersucht hatten. Die Einsatzkräfte schilderten blaue Flecken am ganzen Körper der Frau sowie Blutflecken, die in der Wohnung verteilt waren.

Einer der Ärzte äußerte, dass der Tod eher nicht aufgrund eines Treppensturzes eingetreten sei, da hierfür die Verteilung der blauen Flecken anders wäre. Bei solchen Stürzen seien die Flecken tendenziell einseitig am Körper vorzufinden. Das Opfer hätte jedoch Hämatome am ganzen Körper verteilt gehabt.

Die Verhandlung wird am Mittwoch, 8. September 2021 um 13 Uhr fortgesetzt.