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Elektrifizierung

Ist das der Durchbruch? Franken-Sachsen-Magistrale auf den Schienen

Die Franken-Sachsen-Magistrale rückt einen entscheidenden Schritt voran: Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat in seiner jüngsten Bereinigungssitzung Mittel für die Weiterplanung des zentralen Abschnitts zwischen Nürnberg und Schnabelwaid freigegeben. Damit erteilt er den Planungsauftrag für die Elektrifizierung der Strecke Nürnberg-Schnabelwaid.

Grünes Licht vom Ausschuss

Konkret ermöglicht der Beschluss die Beauftragung der Leistungsphasen 3 und 4 der Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Betroffen ist der Streckenabschnitt vom Nürnberger Hauptbahnhof über Lauf und Pegnitz bis nach Schnabelwaid. Damit können zentrale Weichen für den weiteren Ausbau gestellt werden: Die Planungen werden detailliert, Genehmigungsverfahren vorbereitet und notwendige Maßnahmen technisch präzise ausgearbeitet.

Eines der bedeutendsten Schienenprojekte Bayerns

Die Franken-Sachsen-Magistrale ist das bedeutendste Schienenprojekt Bayerns. Sie bezeichnet die nicht elektrifizierte Schienenverbindung von Nürnberg über Marktredwitz nach Hof, den weitere Abschnitt von Marktredwitz über Schirnding zur tschechischen Grenze, sowie die bereits elektrifizierte Strecke von Hof nach Dresden. Ihre Elektrifizierung ist im Bundesverkehrswegeplan seit langem als vordringlicher Bedarf eingestuft. 

Durch die Streckensperrung der Brücken im Pegnitztal hat die Diskussion um die Elektrifizierung neue Fahrt aufgenommen. Bahn und Bundesverkehrsministerium erkennen die Notwendigkeit der Maßnahme mittlerweile an. Sowohl Elektrifizierungsmaßnahmen der Bundesschienenwege als auch die Schienenverbindung insbesondere nach Tschechien und Polen sind bereits im Koalitionsvertrag festgehalten. Bereits diese Beschlüsse haben in der Region viel Hoffnung für den Ausbau der Franken-Sachsen-Magistrale geweckt.

Mit dem Beschluss des Haushaltsausschusses besteht nun die Möglichkeit, eine durchgängige Elektrifizierung zunächst zwischen Nürnberg und Bayreuth zu verwirklichen, da der Freistaat Bayern bereits angekündigt hat, für die Elektrifizierung zwischen Schnabelwaid und Bayreuth aufzukommen. Gemeinsame Zielsetzung ist die gesamte Elektrifizierung bis Hof.

Deutschlands größte Diesel-Insel

Dazu erklärt der Sprecher des Parlamentskreises Franken-Sachsen-Magistrale, Bundestagsabgeordneter Dr. Jonas Geissler: „Wir arbeiten in Oberfranken seit über 30 Jahren für die Franken-Sachsen-Magistrale. Ich freue mich riesig, dass es jetzt endlich weiter geht. Wir kommen damit einen entscheidenden Schritt nach vorne, damit Deutschlands größte Diesel-Insel endlich der Vergangenheit angehört. Ich bin dem Haushaltsausschuss heute mehr als dankbar, weil damit der Gordische Knoten für das wichtigste Schienenprojekt Bayerns endlich durchschlagen worden ist. Jetzt kann es losgehen.“

Die Bayreuther Bundestagsabgeordnete Staatssekretärin Dr. Silke Launert ergänzt: „Die heutige Entscheidung ist ein wichtiger Schritt nach vorne und zeigt: Dranbleiben lohnt sich! Es freut mich wirklich sehr, dass die für unsere Region unverzichtbare Elektrifizierung nun weiter voranschreitet und der langjährige gemeinsame und parteiübergreifende Einsatz Früchte trägt.“

Erneuerung der Pegnitztalbrücken dringend notwendig

Ein weiterer Schwerpunkt der bereitgestellten Mittel ist die Erneuerung der Pegnitztalbrücken. Diese müssen aufgrund von absackendem Karstgestein dringend ersetzt werden. Die neuen Haushaltsmittel sorgen dafür, dass diese sicherheitsrelevanten Baumaßnahmen nicht weiter verzögert werden.

Schienenverkehr wird schneller, zuverlässiger und zukunftsfähiger

Mit den neuen Planungsmitteln kann gezielt an den nächsten Bauabschnitten gearbeitet werden. Ziel ist es, die Bahnstrecke:

  • schneller zu machen,
  • zuverlässiger zu gestalten,
  • und zukunftsfähig auszubauen.

Davon profitieren sowohl die zahlreichen Pendlerinnen und Pendler zwischen Franken und Sachsen als auch der regional wie überregional bedeutende Güterverkehr.

Kramme fordert konsequente Umsetzung durch Bund und Bahn

Die Franken-Sachsen-Magistrale gilt als zentrale Verkehrsachse für Oberfranken und als Schlüsselprojekt für die Verkehrswende.

„Ein leistungsfähiger Schienenverkehr stärkt nicht nur den Wirtschaftsstandort, sondern auch den Klimaschutz. Deshalb ist es wichtig, dass Bund und Bahn dieses Projekt nun endlich gemeinsam voranbringen“, so die Bayreuther SPD-Bundestagsabgeordnete Staatssekretärin Anette Kramme.

Fazit: Wichtiger Meilenstein für Oberfrankens Verkehrszukunft

Mit der Bereitstellung der Planungsgelder rückt der Ausbau der Franken-Sachsen-Magistrale ein großes Stück näher. Der Beschluss stärkt Mobilität, Wirtschaft und Klimaschutz gleichermaßen und setzt ein starkes Zeichen für eine moderne Infrastruktur im Herzen der Region.