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Keine Ampel, kein Kreisel: Kreuzung an der Uni bleibt weiter wie sie ist
Ampel oder Kreisverkehr? Eigentlich wünschen sich alle eine Lösung für die Kreuzung zwischen Universitätsstraße und Dr.-Konrad-Pöhner-Straße. Doch der Stadtrat vertagt die Entscheidung erneut. Damit bleibt die Kreuzung vorerst, wie sie ist.
An der Kreuzung von Universitätsstraße und Dr.-Konrad-Pöhner-Straße muss sich etwas ändern, da sind sich alle einig. Nur wie? Das beschäftigt den Bayreuther Stadtrat schon seit mehr als zehn Jahren.
Ein Antrag von BG-Stadtrat Torsten Lange macht die Kreuzung nun wieder zum Thema für den Stadtentwicklungsausschuss. Hier komme es immer wieder zu „blutigen Abbiegeunfällen“. Er forderte, endlich eine Lösung für die Kreuzung zu finden. Von der Polizei wird die Kreuzung bislang nicht als Unfallschwerpunkt eingeschätzt.
Schon im Jahr 2015 hat das Stadtplanungsamt Entwürfe für einen Kreisverkehr und für eine Ampelanlage ausgearbeitet. Ziel war, den Verkehr flüssiger und die Kreuzung sicherer zu machen – für Autofahrer ebenso wie für Fußgänger und Radfahrer. Bei der Frage, wie das gelingen soll, gehen die Meinungen damals wie heute auseinander.
Verwaltung empfiehlt Ampel statt Kreisverkehr
Ursprünglich wurden zwei Varianten untersucht: eine Kreuzung mit Ampel und ein zweispuriger Kreisverkehr. Obwohl die Verwaltung und die damalige Verkehrsuntersuchung die Ampellösung empfohlen hatten, sprach sich der Bauausschuss 2020 mehrheitlich dafür aus, den Kreisverkehr weiterzuverfolgen.
Im anschließenden Bebauungsplanverfahren gab es jedoch Kritik an dieser Variante, vor allem beim Thema Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer. Ein Sicherheitsaudit kam zu dem Ergebnis, dass die Ampelkreuzung die sicherere Lösung sei. Auch aus Sicht der Förderbehörde war die Ampel die bevorzugte Variante. Bei einem Kreisverkehr hätte die Stadt deshalb voraussichtlich einen größeren Teil der Kosten selbst tragen müssen. Für den Kreisverkehr spricht dagegen vor allem die höhere Leistungsfähigkeit für den Autoverkehr.
Damit standen sich fachliche Empfehlung und politische Entscheidung gegenüber. Die Verwaltung und mehrere Gutachten sprachen sich für die Ampel aus, der Stadtrat hatte zuvor jedoch mehrheitlich den zweispurigen Kreisverkehr favorisiert. 2024 vertagte der Stadtrat das Verfahren deshalb.
Stadt will Verkehrsentwicklung abwarten
Auch jetzt soll die Entscheidung zunächst ausbleiben. Rund um die Kreuzung tut sich derzeit einiges: An der Universitätsstraße entsteht ein drittes Studentenwohnheim, an der Uni kommen E&I-Gebäude und das RIZ, auf dem ehemaligen Zapf-Gelände das Baugebiet Joseph und ein Stück weiter die Tappertaue. Welche Auswirkungen diese Projekte auf den Verkehr haben werden, ist aus Sicht der Verwaltung noch nicht verlässlich absehbar.
Hinzu kommt: Die Verkehrsdaten, auf denen die bisherigen Planungen beruhen, sind inzwischen mehr als zehn Jahre alt. Bevor das Projekt konkret weiterverfolgt werden kann, müsste deshalb eine neue Verkehrsuntersuchung erstellt werden. Damit will die Stadt aber warten, bis auch absehbar ist, dass der Umbau tatsächlich umgesetzt werden kann. „Die erarbeiteten Grundlagen und Datenerhebung liegen sonst wieder in der Schublade“, sagte Baureferentin Urte Kelm in der Sitzung.
Oberbürgermeister Andreas Zippel verwies auf die angespannte Haushaltslage. Schon bei der Entscheidung 2024 sei klar gewesen, dass sich die Stadt den Ausbau nicht leisten könne. An dieser Situation habe sich nichts verbessert.
Stadtrat bleibt beim Kreisel gespalten
CSU/DU-Fraktionschef Stefan Specht erklärte, seine Fraktion könne den Verwaltungsvorschlag zur Zurückstellung mittragen. Inhaltlich halte seine Fraktion den Kreisverkehr weiterhin für die leistungsfähigere Lösung.
Auch die SPD schloss sich dem Vorschlag an. Die Argumentation, zunächst zu warten, sei einleuchtend. „Dass diese Stelle noch nicht als Unfallschwerpunkt gilt, bedeutet vielleicht, dass wir über die Definition ‚Unfallschwerpunkt‘ nochmal sprechen müssen“, sagte Christiane Angerer.
Ein Plädoyer für die Ampel kam von BG-Stadtrat Karsten Schieseck. „Erstens ist die Ampel sicherer, zweitens ist sie günstiger und drittens wird sie besser gefördert“, sagte er. „Für uns ist die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer wichtig. Aber ich seh einfach, dass hier in vielen Köpfen drin ist: ‚Ampel, da muss ich anhalten, Kreisel da kann ich weiterfahren‘. Und das find ich schade.“
Auch für die Grünen sei der Kreisel „keine Option“, sagte Johanna Schmidtmann.
Wieder keine Entscheidung
Antragsteller Torsten Lange zeigte sich enttäuscht. Er könne angesichts der vorliegenden Gutachten nicht nachvollziehen, warum das Gremium die aus fachlicher Sicht sicherere und zugleich günstigere Variante nicht zumindest grundsätzlich beschließen wolle, auch wenn sie zurzeit nicht weiterverfolgt würde. Die Mehrheit des Ausschusses wollte die Entscheidung allerdings weiterhin nicht treffen.
Schließlich folgte der Ausschuss mit drei Gegenstimmen dem Verwaltungsvorschlag. Das Bebauungsplanverfahren bleibt damit zunächst zurückgestellt. Die Stadt will die Verkehrsentwicklung weiter beobachten und später erneut über die Planung beraten.












Der WWG-Kader von Kathrin Krämer und Tamara Schirbel: Amélie Weiß, Ella Bayreuther, Mara Endler, Alexandra Wölfel, Hanna Kornell, Emma Optiz, Sofia Büttner, Magdalena Nickl, Marie Degen, Marie Zeug.
Nach Angaben von NEWS5 rutschte der verunglückte Motorradfahrer mehr als 200 Meter über die Fahrbahn. © NEWS5 | Ferdinand Merzbach