Coronavirus

Keine Gäste: So hart trifft die Corona-Pandemie ein Hotel im Landkreis Bayreuth

Eigentlich wäre jetzt Hochsaison für das Hotel Brigitte in Warmensteinach im Landkreis Bayreuth. Das bt hat mit Betreiber Benjamin Nickl über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf seinen Betrieb gesprochen.

Vor acht Jahren hatte Benjamin Nickl den Pachtvertrag für das Hotel Brigitte in Warmensteinach im Landkreis Bayreuth unterschrieben. Die Finanzierung sah vor, dass sich seine Investitionen nach 10 Jahren amortisiert haben, doch es kam anders als geplant: Auch dieser Betrieb leidet unter der Corona-Pandemie. Auch die Veranstaltungsbranche leidet sehr unter der Pandemie. Im Interview erzählte Michael Angerer von weinenden Künstlern gesprochen.

Keine Gäste: Das Hotel Brigitte in Warmensteinach kämpft gegen Corona

Eigentlich sei jetzt Hochsaison im Hotel Brigitte, so der Chef Benjamin Nickl gegenüber dem bt. „Wir sind hier inmitten eines wunderbaren Tourismusgebietes.“ Ein Paradies für Wanderer und insbesondere im Winter für die Langläufer sei die Gegend rund um seinen Betrieb. Davon Profitieren kann Benjamin Nickl derzeit nicht. „Dabei hätte ich sämtliche staatlichen Hilfen bereits zurückzahlen können.“

Jetzt würden nicht einmal mehr Geschäftsreisende den Weg in das Hotel Brigitte finden. Zu seinen Stammgästen würden auch Vertreter zählen. Warum die nicht kommen, scheint klar: In diesen Zeiten einen Termin bei Kunden und potentiellen Kunden zu ergattern, ist schwierig. Die Polizei habe ihm zuletzt einen Gast vorbei gebracht: „Ein verwirrter Mann. Die Beamten haben sonst nicht gewusst, wo hin mit ihm.“

„Gigantische Saison“ verpasst: Corona im Hotel Brigitte im Landkreis Bayreuth

Wo Mitbewerber in den Wintermonaten geschlossen haben, hat Nickls Hotel das ganze Jahr geöffnet. 3.000 Euro Pacht und alle weiteren Fixkosten laufen weiter. „Mit den Schneefällen der vergangen Wochen wäre es eine gigantische Saison geworden“, führt Nickl aus. Mit der Politik, die hinter den Corona-Maßnahmen steckt, sei er durch. „Sie lernen nichts.“ Besonders ärgere ihn das vergangene halbe Jahr: “ Sie hatten so viel Zeit, aber nichts ist passiert.“ Er sehe schwarz für die Zukunft, „wenn wir nicht lernen, verantwortungsbewusst und mit Verstand zu handeln.“ Wenn der Lockdown bis Pfingsten geht, wäre das der Supergau für sein Hotel, so Nickl abschließend.

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Bayreuther Tagblatt - Raphael Weiß

 bt-Redakteur Online/Multimedia
Raphael Weiß