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Kinder in Frauenhäusern: Neue Aktion zeigt, was oft fehlt
Am Weltkindertag, 20. September 2026, startet die Aktion „Kleine Schultern – Schweres Gepäck“ der Frauenhauskoordinierung e. V. Sie will sichtbar machen, dass Frauenhäusern für die Arbeit mit Kindern häufig Ressourcen, Personal und eine ausreichende Finanzierung fehlen.
Die Frauenhauskoordinierung e. V. hat die Aktion ins Leben gerufen, um die Arbeit mit Kindern in Frauenhäusern stärker in den Blick zu rücken. Offizieller Start ist der 20. September 2026, der Weltkindertag.
Im Mittelpunkt steht ein Video. Darin erzählen sieben Mitarbeiterinnen aus dem Kinderbereich von Frauenhäusern von ihrem Alltag und machen auf die besonderen Herausforderungen aufmerksam: Hier geht es zum Video.
Die Vision der Frauenhauskoordinierung:
Kinder sollen im Frauenhaus und danach sicher aufwachsen und sich eine gewaltfreie Zukunft aufbauen können.
Das Frauenhaus in Bayreuth, das vom Caritasverband geführt wird, ruft dazu auf, die Aktion zu unterstützen. Sei es durch Spenden an die Frauenhauskoordinierung oder direkt zugunsten der Arbeit in Stadt und Landkreis Bayreuth:
Spendenkonto:
IBAN: DE 437735 0110 0009 0320 38
BIC: BYLADEM1SBT
Als Verwendungszweck „Frauenhaus“ angeben.
Wie oft Kinder häusliche Gewalt erleben
Laut Frauenhauskoordinierung ist das Zuhause für viele Mütter und Kinder kein sicherer Ort. In einer Bevölkerungsumfrage gab jede vierte erwachsene Person an, in der Kindheit Gewalt gegenüber einem Elternteil miterlebt zu haben. Zudem haben Kinder demnach ein zwei- bis dreifach höheres Risiko, Gewalt zu erleben, als Erwachsene.
16.000 Kinder suchen jedes Jahr Schutz
Jährlich finden nach Angaben der Frauenhauskoordinierung rund 16.000 Kinder mit ihren Müttern Schutz. Dafür stehen in Deutschland ungefähr 400 Frauen- und Kinderschutzhäuser bereit. Ein Blick auf die Altersverteilung von 2024 zeigt: 45 Prozent der Kinder waren zwischen einem und sechs Jahre alt, 34 Prozent zwischen sechs und unter zwölf. Neun Prozent waren jünger als ein Jahr, zwölf Prozent zwölf Jahre oder älter.
Was die Gewalt bei Kindern hinterlässt
Die Folgen reichen weit. Laut Frauenhauskoordinierung erfahren 77 Prozent der Kinder, die mit häuslicher Gewalt zwischen den Eltern aufwachsen, selbst körperliche Gewalt in der Erziehung. Betroffene Kinder und Jugendliche zeigen außerdem eine fünf Mal höhere Rate an behandlungsbedürftigen Verhaltensauffälligkeiten. Als Erwachsene steigt bei ihnen laut der Organisation die Wahrscheinlichkeit deutlich, selbst Gewalt in Beziehungen auszuüben oder zu erleben.
Was Frauenhäuser für Kinder leisten
Frauenhäuser sind aus Sicht der Frauenhauskoordinierung sichere Zufluchtsorte. Dort treffen Kinder auf Gleichaltrige mit ähnlichen Erfahrungen, können sich anvertrauen und das Erlebte verarbeiten. Durch traumapädagogische und kindzentrierte Angebote würden sie professionell begleitet, bestärkt und beschützt. „Hier sind Gewalterfahrungen kein Tabu“, heißt es von der Organisation.
Doch vielen Einrichtungen fehlen laut Frauenhauskoordinierung die Mittel, um den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden. Gebraucht werden Spielmaterialien, Ausflüge, kindgerechte Räume und eigene Ansprechpersonen. Erst damit werde aus einem Zufluchtsort ein vorübergehendes Zuhause.
So können Leserinnen und Leser mitmachen
Die Organisation ruft dazu auf, die Aktion zu verbreiten. Passende Materialien gibt es auf sicher-aufwachsen.org. Sie lassen sich herunterladen, ausdrucken und dort verteilen, wo es wichtig ist. Spenden sind unter frauenhauskoordinierung.de möglich.
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Der Hundebadetag im Kreuzsteinbad 2026. © Dirk Ellmer
Symbolbild. Erstellt mit KI.