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Klinikum Kulmbach stockt auf: Neue Räume für ambulante Behandlungen
Das Klinikum Kulmbach erweitert sein bisheriges Interimsgebäude um eine Etage. Ab 2027 sollen dort unter anderem zwei ambulante OP-Säle zur Verfügung stehen.
7,5 Millionen Euro für den Ausbau
Das Klinikum Kulmbach schafft zusätzliche Räume und investiert dafür 7,5 Millionen Euro aus eigenen Mitteln des Zweckverbands Klinikum Kulmbach. Dafür wurde das bisher angemietete Interimsgebäude neben der Notaufnahme am „Blauen Haus“ gekauft und in den Bestand des Klinikums aufgenommen.
Das Gebäude wird derzeit um eine komplette Etage erweitert. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits seit Mitte Juni. Nach der Montage der neuen Gebäudeteile soll direkt der Innenausbau beginnen.
Aus dem Interimsbau wird ein Ambulantes Zentrum
Das Gebäude, das ursprünglich nur als Übergangslösung gedacht war, bekommt damit eine dauerhafte Funktion. Künftig trägt es offiziell den Namen „Ambulantes Zentrum“.
In der neuen zweiten Etage entstehen unter anderem zwei ambulante Operationssäle mit Aufwachbereich, Ruheräumen und weiteren Nebenräumen für den OP-Betrieb. Aufnahme, Eingriff und Entlassung können damit künftig in einem Gebäude stattfinden. Für ambulante Patienten ist ein Wechsel in ein anderes Gebäude während des Aufenthalts nicht mehr notwendig.
Die erste Etage bleibt weiterhin die Anlaufstelle für die Vor- und Nachbereitung von Operationen.
Bis zu 6000 Patienten pro Jahr
Ursprünglich sollte das Interimsgebäude nach Abschluss des umfangreichen zweiten Bauabschnitts wieder abgebaut werden. Bereits während der Corona-Pandemie erwies es sich jedoch als wichtig für den Klinikbetrieb, weil dort Corona-Stationen getrennt vom regulären Betrieb untergebracht werden konnten.
Seit Sommer 2022 werden dort außerdem alle ambulant zu operierenden Patienten aufgenommen, auf den Eingriff vorbereitet und anschließend bis zur Entlassung betreut. Auch stationäre Patienten, die am Aufnahmetag operiert werden, werden dort inzwischen aufgenommen und vorbereitet.
Auf diese Weise können jährlich rund 6000 Patienten im Interimsgebäude aufgenommen und auf ihre Operation vorbereitet werden. Das entlastet zugleich die Normalstationen des Klinikums.
Ambulante Versorgung gewinnt an Bedeutung
Auch gesetzliche Reformen spielen bei der Erweiterung eine Rolle. Durch die Ausweitung des Katalogs für ambulante Operationen und neue Abrechnungsformen wird die ambulante Versorgung stärker gefördert.
Viele Eingriffe erfordern aufgrund moderner medizinischer Verfahren und neuer Therapien heute keinen stationären Aufenthalt mehr. Das Klinikum passt deshalb seine Strukturen an die zunehmende Bedeutung der ambulanten Behandlung an.
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Neue Etage kommt in Modulbauweise
Wie die bereits bestehenden Stockwerke wird auch die neue Etage in Modulbauweise errichtet. Die einzelnen Bauteile wurden von der Firma Cadolto Modulbau gefertigt.
Die beiden bisherigen Etagen entstanden 2018 im Werk in Cadolzburg bei Fürth. Das neue Stockwerk wurde dagegen im Werk Krölpa in Thüringen hergestellt. Ein Vorteil der Bauweise: Die Räume sollen bereits vier Monate nach der Montage nutzbar sein.
Nach einer Testphase im Winter 2026 ist die Inbetriebnahme für Januar 2027 geplant.
Schwerlast-Kräne bringen die Module an ihren Platz
Für die Erweiterung waren umfangreiche Vorarbeiten notwendig. Das bestehende Dach wurde zurückgebaut und eine tragende Stahlkonstruktion vorbereitet. Künftig soll die neue Etage außerdem mit dem „Blauen Haus“ verbunden werden. Der bestehende Aufzug ermöglicht dabei einen barrierefreien Zugang.
Die vorgefertigten Module sind bereits mit Strom- und Wasserleitungen sowie Verkleidungen ausgestattet. Jedes einzelne Bauteil wiegt deshalb mehr als 40 Tonnen.
Der Transport war entsprechend aufwendig. Die Module wurden auf Schwerlasttransportern angeliefert, die teilweise bis zu 36 Meter lang sind. Für den Kurvenradius am Wendekreis vor dem Klinikum waren die Fahrzeuge zu lang.
Deshalb wurde ein zweiter Kran am Wendekreis aufgestellt. Dieser lud die Module auf einen speziellen Umsetzer um, der sie in gerader Linie zur Notaufnahme transportierte. Dort konnten die Bauteile schließlich vom ersten Kran übernommen und am Interimsgebäude montiert werden.
Albert-Schweitzer-Straße teilweise gesperrt
Für die Arbeiten musste die Albert-Schweitzer-Straße für eine Woche teilweise gesperrt werden. Auch der Wendekreis sowie der Abzweig zur Notaufnahme waren während der Arbeiten gesperrt.
Der Verkehr wurde südlich des Klinikums umgeleitet. Rettungsdienste und Mitarbeiter nutzten den östlichen Zufahrtsweg über den Wirtschaftshof. Besucher konnten die westlich gelegenen Parkhäuser weiterhin direkt über die Albert-Schweitzer-Straße erreichen. Im Parkhaus P1 wurde die Ausfahrt während dieser Zeit gleichzeitig als Einfahrt genutzt.
Auch die Bushaltestelle wurde vorübergehend südlich vor dem Abzweig zum Hubschrauberlandeplatz eingerichtet. Mitarbeiter der Haustechnik unterstützten die Verkehrslenkung und sorgten für einen reibungslosen Ablauf.
Klinik zieht positive Zwischenbilanz
Geschäftsführerin Brigitte Angermann zeigt sich mit dem bisherigen Verlauf zufrieden:
„Die für alle Beteiligten sehr anspruchsvolle Baumaßnahme verlief bisher absolut reibungslos. Alle Verkehrsteilnehmer haben viel Verständnis gezeigt und den Anweisungen der Mitarbeiter Folge geleistet. Für die Rettungsdienste kommt es aufgrund der südlich vorhandenen Umfahrung des Klinikums zu keinerlei Verzögerungen. Allen Beteiligten gilt daher schon jetzt der Dank des Klinikums.“
FAQ
Was entsteht am Klinikum Kulmbach?
Das bisherige Interimsgebäude wird um eine Etage erweitert und künftig als „Ambulantes Zentrum“ genutzt.
Was ist in der neuen Etage geplant?
Dort entstehen unter anderem zwei ambulante Operationssäle mit Aufwachbereich, Ruheräumen und Nebenräumen.
Wann soll das Ambulante Zentrum in Betrieb gehen?
Nach einer Testphase im Winter 2026 ist die Inbetriebnahme für Januar 2027 geplant.












© NEWS5 | Ferdinand Merzbach
Symbolbild: Pixabay