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Stadtrat

Könnte eine Traglufthalle im Kreuzer die Schwimmhalle am GMG ersetzen?

Der Bayreuther Stadtrat Christian Wedlich fordert, dass eine innovative und kosteneffiziente Alternative zum geplanten Hallenbad-Neubau am Graf-Münster-Gymnasium geprüft wird: die Errichtung einer Traglufthalle über dem bestehenden Schwimmerbecken im Kreuzsteinbad. 

Innovative Lösung für Bayreuths Schwimmflächen-Problem

Der Bayreuther Stadtrat Christian Wedlich möchte, dass geprüft wird, ob über dem 50-Meter-Becken des Kreuzsteinbads eine Traglufthalle errichtet werden könnte, um das Freibad ganzjährig nutzbar zu machen. Ziel des Antrags ist es, zusätzliche Schwimmflächen für Schulen, Vereine und Freizeitsportler zu schaffen; und das kosteneffizienter und nachhaltiger als durch einen Neubau am Graf-Münster-Gymnasium.

Ausgangslage: Schwimmflächen dringend gesucht

Bayreuth hat ein Problem, das viele Städte haben: fehlende Wasserzeiten in den Wintermonaten. Vor allem nachdem die Schwimmhalle am Graf Münster Gymnasium nicht mehr genutzt werden kann, wird die Lage eng. Schulen und Schwimmvereine kämpfen um knappe Hallenzeiten, während das Kreuzsteinbad, eine der beliebtesten Freizeiteinrichtungen der Stadt, in der kalten Jahreszeit ungenutzt bleibt.
Wedlichs Antrag setzt genau hier an: Mit einer energieeffizienten Traglufthalle könnte das vorhandene 50-Meter-Becken auch im Winter betrieben werden.

Beispiel Frankfurt zeigt: Es funktioniert

Als Vorbild dient die Stadt Frankfurt am Main. Dort wurde im Stadtteil Nieder-Eschbach über einem Freibad eine Traglufthalle des Herstellers Paranet Deutschland errichtet: ein Modellprojekt, das sich laut Wedlich in der Praxis bewährt hat. Die Vorteile liegen auf der Hand: kurze Aufbauzeiten, modulare Nutzung, hohe Energieeffizienz und die Möglichkeit, bestehende Infrastruktur weiter zu verwenden.

Energiekonzept mit Blockheizkraftwerk und Wärmerückgewinnung

Das technische Konzept sieht den Einsatz eines Blockheizkraftwerks (BHKW) in Kombination mit einem Zentrallüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung vor. Das BHKW übernimmt die Beckenwassererwärmung und versorgt gleichzeitig die Lüftung mit Wärme.
Die Lüftungsanlage entfeuchtet die Halle, führt Frischluft zu und speist bis zu 80 % der Wärmeenergie zurück in den Kreislauf.
Dadurch sinken die Energiekosten erheblich, während CO₂-Emissionen reduziert werden: ein klarer Pluspunkt im Sinne der Nachhaltigkeit.

Technische Umsetzung: Flexible Traglufthalle mit langer Lebensdauer

Die geplante Traglufthalle soll aus einer mehrschichtigen Membrankonstruktion bestehen – innen PVC, dazwischen zwei Isolierfolien, außen PE.
Wichtige Merkmale:

  • UV-beständig, Brandschutzklasse 1, Nutzungsdauer mindestens 20 Jahre
  • Saisonaler Betrieb: Aufbau im Herbst, Abbau im Frühjahr
  • Lagerung direkt vor Ort im Kreuzsteinbad
  • Nutzung bestehender Umkleiden und Duschen – bei Bedarf winterfest umgestaltet

Damit wäre ein nahtloser Übergang vom Sommer- in den Winterbetrieb möglich, ohne große bauliche Eingriffe.

Kostenrahmen: Deutlich günstiger als ein Neubau

Laut Antrag belaufen sich die Gesamtkosten auf rund 800.000 bis 1 Million Euro.
Davon entfallen:

  • ca. 600.000 Euro auf die Traglufthalle
  • ca. 250.000 Euro auf die zentrale Haustechnik (BHKW, Lüftung, Steuerung)

Zum Vergleich: Ein klassischer Hallenbadneubau – etwa am Graf-Münster-Gymnasium – wird vermutlich über 10 Millionen Euro kosten.
Zusätzliche Einsparungen ergeben sich durch die Nutzung bestehender Infrastruktur und mögliche PV-Eigenstromnutzung.

Vorteile für Schulen, Vereine und Freizeitsport

Eine Traglufthalle über dem Kreuzsteinbad würde gleich mehrere Ziele erfüllen:

  • Mehr Schwimmzeiten für Schulen und Vereine
  • Förderung des Schwimmunterrichts für Kinder
  • Gesundheits- und Breitensportförderung in der Region
  • Schnelle Realisierung und niedrige Betriebskosten
  • Nachhaltige Nutzung bestehender Anlagen statt teurem Neubau

Damit wäre Bayreuth in der Lage, den Schwimmunterricht und Vereinssport langfristig zu sichern – ohne hohe Investitionssummen.

Antrag an die Stadt Bayreuth

Stadtrat Christian Wedlich beantragt daher, dass die Stadt prüft:

  • die Errichtung einer Traglufthalle über dem Schwimmerbecken im Kreuzsteinbad,
  • die Umsetzung eines Energiekonzepts mit BHKW, Zentrallüftungsgerät und PV-Unterstützung,
  • sowie die Einholung von Angeboten und die Durchführung einer Wirtschaftlichkeitsanalyse.

Fazit: Projekt mit möglichem Vorbildcharakter soll geprüft werden

Die Idee einer Traglufthalle im Kreuzsteinbad Bayreuth klingt nach Innovation, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit. Mögliche Einwände gegen das Projekt wird die Verwaltung erarbeiten. Sie wird – wenn der Stadtrat zustimmt – das Projekt umfassend prüfen. Ob Bayreuth diesen Weg einschlägt, liegt in den Händen des Stadtrats.