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„Nicht weil wir pleite sind“: Kult-Gasthof „Zur Sägemühle“ verlässt die Fränkische Schweiz
Kerstin Gößl und Vladimir Kloz betreiben den Gasthof „Zur Sägemühle“ in Großenohe, einem Ortsteil von Hiltpoltstein in der Fränkischen Schweiz – für viele aus dem Raum Bayreuth ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderungen und Radtouren. Nun ist klar: Der Betrieb, der bundesweit für seine alkoholfreie und glutenfreie Küche bekannt wurde, schließt am aktuellen Standort. Die Nachricht verkündeten die Wirtsleute auf Facebook.
„Ich dachte nicht, dass ich das jemals schreibe“, beginnt Kerstin Gößl ihren Post. Zum 1. Oktober 2026 wird der Gasthof geschlossen, der letzte reguläre Öffnungstag soll voraussichtlich der 28. September sein. Von einer Pleite könne keine Rede sein, betont die Wirtin. Der Grund für die Schließung ist ein anderer: Das Paar verlegt seinen Standort.
Was Kerstin Gößl und Vladimir Kloz ihren Gästen mitteilen
Sobald die Bank grünes Licht gibt, will das Paar weitere Details bekanntgeben. So viel steht laut Gößl aber schon fest: Ein mögliches neues Objekt haben sich die beiden bereits in Bad Neualbenreuth angeschaut – einem Kurort im Landkreis Tirschenreuth, nahe der tschechischen Grenze. Um die Flut an Fragen zu bewältigen, bittet Gößl ihre Gäste vorerst um Geduld: Für individuelle Antworten fehle ihr momentan schlicht die Zeit.
Reaktionen der Gäste: Wehmut und viele gute Wünsche
Unter dem Beitrag sammeln sich binnen kurzer Zeit dutzende Kommentare. Stammgäste zeigen sich überrascht, aber auch verständnisvoll und wünschen dem Wirtspaar Glück für den Neustart:
„Eine Tür schließt sich, eine neue Tür geht auf. Von Herzen alles Gute und viel Erfolg beim neuen Projekt. Ich bin mir sicher, wir sehen uns wieder.“
Mehrfach wird gefragt, was mit dem Gebäude in Großenohe passiert und ob ausgestellte Gutscheine an der neuen Adresse weiter gültig bleiben. Letzteres bejaht Gößl in den Kommentaren klar. Was aus dem bisherigen Standort wird, weiß sie nach eigener Aussage selbst noch nicht. Einige Gäste bedauern vor allem die größere Entfernung zu ihrem Wohnort, sollte der Umzug tatsächlich in die Oberpfalz führen.
Warum der Gasthof bundesweit bekannt wurde
Die „Sägemühle“ ist kein gewöhnlicher fränkischer Landgasthof. Seit Anfang 2024 schenken Kerstin Gößl und Vladimir Kloz konsequent alkoholfrei aus – Bier, Wein und Secco eingeschlossen. Hintergrund ist die Alkoholerkrankung von Kloz, der sich damals in eine Entzugsklinik begab. Statt den Betrieb für Monate zu schließen, entschied sich das Paar für den kompletten Verzicht auf Prozentiges, wie unter anderem die Fachpublikation Tageskarte berichtete. Auch die taz widmete der Geschichte eine ausführliche Reportage.
Dazu kommt ein zweites Alleinstellungsmerkmal: Die komplette Speisekarte ist zu 100 Prozent gluten- und laktosefrei. Kerstin Gößl ist selbst von Zöliakie betroffen und backt unter anderem glutenfreies Brot, das sie bundesweit per Post verschickt. In der bierseligen Fränkischen Schweiz, wo Brauereien und Biergärten das Image der Region prägen, war das Konzept von Anfang an ein Kontrastprogramm – und sorgte auch für kritische Stimmen in sozialen Netzwerken, denen sich die Wirtin nach eigenen Angaben stets offen stellte.
Vorgeschichte: Ärger um die Musikabende im Sommer
Dass es zuletzt nicht nur rund lief, deutete sich bereits im Juli an. Damals mussten Gößl und Kloz die beliebten Freitags-Musikabende im Biergarten absagen, weil sich jemand aus der Nachbarschaft offenbar daran gestört hat. „Nun wurde es uns untersagt“, schrieben die Wirtsleute damals auf Facebook und kündigten an, im Herbst bei früherer Dunkelheit wieder Musik anzubieten. Ob dieser Konflikt mit der jetzigen Standortverlegung zusammenhängt, hat das Paar öffentlich nicht bestätigt.
Häufige Fragen
Wann schließt der Gasthof „Zur Sägemühle“ in Großenohe?
Der Betrieb soll zum 1. Oktober 2026 am Standort Großenohe schließen. Der letzte reguläre Öffnungstag ist voraussichtlich der 20. September 2026, laut den Betreibern aber noch nicht endgültig festgelegt.
Warum schließt der Gasthof?
Nach eigenen Angaben der Wirtsleute nicht aus wirtschaftlicher Not, sondern weil sie ihren Standort verlegen wollen. Ein mögliches neues Objekt haben sie sich in Bad Neualbenreuth im Landkreis Tirschenreuth angeschaut.
Ist der Umzug schon sicher?
Nein. Das Paar wartet noch auf die Finanzierungszusage der Bank, bevor es weitere Details zum neuen Standort bekanntgibt.
Bleiben ausgestellte Gutscheine gültig?
Ja. Auf Nachfrage einer Nutzerin bestätigte Wirtin Kerstin Gößl in den Kommentaren, dass Gutscheine auch an der neuen Örtlichkeit eingelöst werden können.
Was macht den Gasthof „Zur Sägemühle“ so besonders?
Der Betrieb schenkt seit Anfang 2024 komplett alkoholfrei aus und kocht zu 100 Prozent gluten- und laktosefrei – eine Kombination, mit der sich das Wirtspaar bundesweit einen Namen gemacht hat.












Auf dem Foto sind zu sehen (v. l. n. r.): Projektleiter Thomas Weishäupl vom Fachbereich Tiefbau im Landratsamt; von der Baufirma Raab Alexandr Bogdan, Polier Peter Büttner, die beiden Geschäftsführer Wolfgang Schubert-Raab und Benedikt Raab sowie Bauleiter Sebastian Regel; Michael Schramm vom Ingenieurbüro ibbm; Hans-Peter Jander von der Regierung von Oberfranken; die Kreisräte Wolfgang Degen und Christian Hannig sowie der Hollfelder Bürgermeister Hartmut Stern; Landrat Florian Wiedemann; die Kreisräte und Bürgermeister Karl Lappe aus Mistelgau, Thomas Thiem aus Waischenfeld und Alexander Schrüfer aus Aufseß; sowie die Projektleiter Christian Höreth und Luisa Boeck und der stellvertretende Fachbereichsleiter Marco Roßner vom Fachbereich Tiefbau im Landratsamt. © Landkreis Bayreuth
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