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Kulturreferentin Eva Bär freigestellt: Konflikt in der Stadtverwaltung spitzt sich zu
„Kulturreferent? Gott bewahre!“ hieß 2024 ein Artikel in der SZ über die kurzen Amtszeiten der Amtsträger in Bayreuth. Zwei Jahre später wirkt der Satz aktueller denn je. Erst seit Januar 2025 ist Eva Christina Bär Kultur- und Wirtschaftsreferentin der Stadt Bayreuth. Im Frühjahr des Folgejahres ist sie freigestellt, sowohl Bär als auch die Stadt haben ihre Anwälte eingeschaltet. Hintergrund des Konflikts sollen Vorwürfe rund um Arbeitszeiten und Präsenz gewesen sein, die bereits unter dem damaligen Oberbürgermeister Thomas Ebersberger aufgekommen sein sollen.
Gegenwind aus dem Stadtrat
Details nennt die Stadt Bayreuth dazu bislang nicht. Bereits vergangene Woche hatte unsere Redaktion bei der Stadt nach den Hintergründen der Freistellung gefragt. Die Verwaltung verweist auf eine „laufende Personalangelegenheit“. Weitergehende Auskünfte seien derzeit auch „mit Blick auf den gebotenen Schutz der Mitarbeiterin“ nicht möglich. Offiziell möchte sich auch Eva Bär selbst nicht zu dem Verfahren äußern. Im nichtöffentlichen Teil der konstituierenden Stadtratssitzung am 11. Mai soll der Fall bereits Thema gewesen sein, eigentlich als Bekanntgabe, die normalerweise nicht diskutiert wird. Aus Stadtratskreisen heißt es jedoch, es sei Gegenrede aus dem Gremium gekommen. Mehrere Stadträte stünden Bär eher unterstützend gegenüber.
Machtkämpfe und Frage nach Verantwortung
Unter Oberbürgermeister Andreas Zippel soll das Verfahren nun zum Abschluss gebracht werden. Die Vorwürfe stehen nun im Raum. Im Umfeld der Stadtverwaltung werden inzwischen auch mögliche politische Hintergründe diskutiert. Dabei ist von Machtkämpfen innerhalb der Verwaltung ebenso die Rede wie von Konflikten, die aus der Amtszeit von Thomas Ebersberger stammen sollen. Immer wieder fällt in diesem Zusammenhang die verschobene Eröffnung des Friedrichsforums im Februar 2026.
Komplikationen rund um das Projekt hatten bereits lange vor Bärs Amtsantritt für politischen Druck gesorgt. Zwar fiel das Vorhaben zuletzt in ihren Zuständigkeitsbereich, Planung, Bau und zahlreiche Verzögerungen reichen jedoch deutlich weiter zurück.
Aus verschiedenen Richtungen ist deshalb zu hören, dass Bär zunehmend zur Projektionsfläche für ein deutlich größeres strukturelles Problem geworden sei.
Konflikt um Arbeitszeiten: Kultur trifft Verwaltung
Hinzu kommt offenbar ein grundlegender Konflikt über Arbeitsweise und Führungsstil. Mehrere Vorwürfe, die im politischen Umfeld kursieren, beziehen sich nach Informationen unserer Redaktion auf Erreichbarkeit, Terminorganisation oder Präsenzzeiten.
Ob und in welchem Umfang diese Vorwürfe berechtigt sind, ist bislang unklar. Gleichzeitig verweisen mehrere Gesprächspartner darauf, dass die Arbeit in einem Kulturreferat nur bedingt mit klassischen Verwaltungsabläufen vergleichbar sei. Abendtermine, Veranstaltungen und projektbezogene Arbeit außerhalb regulärer Bürozeiten gehörten dort deutlich stärker zum Alltag als in anderen Bereichen der Stadtverwaltung.
Der Fall wirft inzwischen auch grundsätzliche Fragen auf: Wie geht die Stadtverwaltung mit Quereinsteigern und neuen Führungskräften um? Gerade im Kulturreferat folgte in den vergangenen Jahren eine Personalie auf die nächste.
Mit Spannung wird nun erwartet, wie sich die Stadtratsgremien im Juni positionieren – und ob die Stadt bald konkretere Angaben zu den Hintergründen machen wird.












Die Wohnung des Mannes war beim Öffnen verraucht. Symbolbild: Pixabay
Symbolbild: Pixabay