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Impfung

Mädchen aus Kreis Bayreuth soll an Corona-Impfung gestorben sein: Das sagt die Rechtsmedizin

Ein 15-jähriges Mädchen aus Hollfeld ist gestorben. Die Mutter gibt der Corona-Impfung die Schuld. Die Rechtsmedizin hat nun erste Ergebnisse. 

  • Mädchen aus Hollfeld stirbt plötzlich
  • Mutter sieht Grund in der Corona-Impfung
  • Rechtsmedizin hat zwei Möglichkeiten

Im November ist ein 15-jähriges Mädchen aus Hollfeld gestorben. Die Mutter schrieb daraufhin auf den sozialen Netzwerken: Die Corona-Impfung sei schuld an dem Tod.

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Schwerwiegende Nebenwirkungen der Impfung sollen zu dem Tod des Mädchens am 17. November 2021 geführt haben. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth hat ermittelt. Das sind die aktuellen Ergebnisse.

Tod von Mädchen aus Hollfeld beschäftigt Justiz

Das Landratsamt Bayreuth schweigt zu dem Vorfall: Zu Ergebnissen der Obduktion „kann aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht keine Auskunft gegeben werden“, erklärte das Gesundheitsamt im November 2021. Das Paul-Ehrlich-Institut, das mögliche Impfschäden untersucht, kann ebenfalls keine personenbezogenen Aussagen geben. Hier gibt es die Übersicht über die bisherigen Ermittlungen sowie einer Erklärung vom Paul-Ehrlich-Institut zu dem Fall. 

Zunächst hatte die Polizei in Bayreuth ermittelt. Mittlerweile liegt der Fall bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth. Nun gibt es erste Erkenntnisse, wie Pressesprecherin und Oberstaatsanwältin Antje Gabriels-Gorsolke auf Nachfrage des bt mitteilt. Fest steht, dass kein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird.

Die Mutter hatte zunächst den Verdacht, dass die Corona-Impfung falsch verabreicht wurde. Die Staatsanwaltschaft ermittelte deshalb, ob der Impfstoff intravenös gespritzt wurde – und nicht in den Muskel. „Es gibt keinen Anhaltspunkt für eine versehentlich intravenöse Impfung. Diese Impfung kann man so nicht versehentlich setzen. Die Blutgefäße wären dafür viel zu klein“, erläutert Gabriels-Gorsolke.

Durch die Impfung sei auch keine Thrombose entstanden, erläutert die Oberstaatsanwältin. Diese beiden Ursachen wurden von dem Rechtsmediziner ausgeschlossen.

Mehrere Möglichkeiten der Todesursache: Lungenentzündung oder Nebenwirkung

Die Suche nach der Todesursache ging weiter. Dabei entdeckte der Mediziner eine Herzerkrankung. Der Mutter war diese vor der Behandlung und der Impfung in einem Krankenhaus nicht bekannt, sagt Gabriels-Gorsolke.

Laut dem Gutachten des Rechtsmediziners gebe es mehrere Möglichkeiten für den Tod des jungen Mädchens. Eine Lungenentzündung könnte im Zusammenhang mit der Herzmuskelentzündung ursächlich sein. Abschließend ist das allerdings nicht bewiesen, denn die Ermittlungen wurden eingestellt, da kein Fehlverhalten festgestellt wurde.

Eine zweite Möglichkeit sieht der Rechtsmediziner im Zusammenhang mit der Corona-Impfung: Es gibt nach Gabriels-Gorsolkes Ausführungen die sehr seltene Nebenwirkung einer Herzmuskelentzündung. „Es ist eine bekannte – aber sehr seltene Nebenwirkung.“ Auch diese Vermutung ist abschließend nicht bewiesen, betont die Oberstaatsanwältin.

Auch wenn die Corona-Impfung Schuld an dem Tod des Mädchens sein sollte, werde kein Verfahren eröffnet. „Es ist eine bekannte – sehr seltene – Nebenwirkung.“ Da diese Nebenwirkung bekannt sei, könne auch hier niemand rechtlich zur Verantwortung gezogen werden.




Kein Ermittlungsverfahren wegen Tod in Hollfeld

Wegen des Verdachts hatte das zuständige Klinikum in der Region Nürnberg-Fürth eine Meldung an das Paul-Ehrlich-Institut gemacht, weiß Gabriels-Gorsolke. Da die Impfung in einem Krankenhaus dieser Region stattgefunden hatte, ist die Staatsanwaltschaft aus Nürnberg-Fürth zuständig.

Zuletzt erklärte Gabriels-Gorsolke, die Mutter könne noch gegen diese Entscheidung vorgehen. Dann würde der Fall in die nächste Instanz gehen.